Fliegende Blätter — 79.1883 (Nr. 1980-2005)

Page: 205_26
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fb79/0209
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Bestellungen werden in allen Buch- und Kunst-
O0 Handlungen, sowie von allen Postämtern und TIS"1*0- ^

Zeitungs-Expeditionen angenommen.

Erscheinen wöchentlich ein Mal.

Preis des Bandes (26 Nummern) Jt. 6.70. Bei bircctem
Bezüge per Kreuzband: für Deutschland und Oesterreich JjXXIX.

Jt. 7.50, für die anderen Länder des Weltpostvereins M. 8.— ^

Einzelne Numnwr 30 ^.

*) nicke, schlummere.

Vom Michel und sein' großen Herzen.

(Schluß.)

„Z'wegen meiner!" brummt jetzt die Alte, legt ihm ein'
frischen Bauschen auf sein' zerschlagenen Kopf, schnut'n dabei
an, als ob's ihm n' Bussel geben wollt', gibt ihm ein' klein'
Stößer und sagt:

„So! Jetzt dunk*) a' wengerl, Michel; der Schlaf is
d' beste Medizin! I' mach' derweil a' Sprüngerl heim, und
aufm Weg richt' i' Dein' Botschaft aus an den armen Burschen,
der in d' Lenerl so verschossen is."

Der Michel aber kunnt' kein' Schlaf finden. Hin- und her-
g'worfen hat er sich auf sei'm Bett, daß die Bretteln 'kracht
und ihm dabei seine blauen Rippen wieder recht weh 'than
haben. Denn der Gedanken hat ihm kein' Ruh lassen, daß
die Lenerl das Weib von ein' Andern werden könnt'. „Wann f
am End' wirklich nur einen Bruder in mir seh'n möcht' und
sonst nix —", hat er sich immer einmal g'fragt, „nachher
freilich ginget's schelch!"

Endlich aber is er doch eing'schlafen, hat 'träumt von die
Prügel, die er 'kriegt hat und von dem nichtsnutzigen Kerl, der
ihm sein Lenerl wegstipitzen wollt'; die rothe Tini, die schwarze
Hanni, die braune Grethl und wie f alle g'hcißen haben, die
g'wißen Dirndln, denen er früher nachg'rennt is, auf die hat
er jetzt nit einmal im Schlaf mehr denkt.

Brennroth is d' Sonn unter'gangen. Der Michel wird
munter, reckt sich a' wengerl und schaut sich um.

„Alleinig, wieder mutterseelen alleinig!" seufzt er. „Wann
ein' was fehlt und man hat kein'Menschen, der fraget: „Na,
wie ist Dir denn, oder: Möchtest leicht was?" frei zum Ver-
zweifeln ist's!" ,

Da fallt a' Schatten über 's Fenstert, und eh' noch der
Michel ausnehmen kunnt', woher der kommt, geht die Thür'

B a l l - P h a n t a s i c k o st ü m.

ü l’Aphrodite (die L-chaumgeborene).


Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Ball-Phantasiekostüm"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Bechstein, Ludwig
Entstehungsdatum
um 1883
Entstehungsdatum (normiert)
1878 - 1888
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Karikatur
Aphrodite
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Alle Rechte vorbehalten - Freier Zugang
Creditline
Fliegende Blätter, 79.1883, Nr. 2005, S. 205_26
loading ...