Unser Landsturm im Hennegau — 1.März 1916 - Februar 1917

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1. Jahrgang. Ansicht von Mons der Hauptstabt beS Hennegaues N»««er S1.

vle ürlcgsreitung „tlnscr can-isturm Im stcnnegau"
erschelnl wSchentllch elnmal rum Serugrprelr oon
« N tstennlg lür <ien Monat. «>

Mons, Sonntag de» 1. Oktober 1SLS.

Selchtlttrimerbleten werelen aufgenommen rum streste
von IS tstennlg Mr üle «gelpoltene rell«, del 0««p-
Inkeraten rum strNte oon 10 esennlg.

Leim 8ckeiäen 3U8 meiner LteilunA 3>8 iVlilitär-
Oouverneur äer provinr HenneZnu 83§e ick 3llen
OMrieren, ke^mten unä l^nnnsckukten kerrlick
l^ebewolil.

v. M»L1ss.

Oener3lIeutn3nt.

Unsere Erfolge.

Unsere wackern Brüder in vorderster Linic halten allen wütendsten An-
strengunge» unserer Gegner im Osten und Westen stand, wenn auch im
Westcn kleinere Abschnitte infolge völligster Einebnung der GrLben dem
Feinde überlaffen werden mußten. Dem Gesamtbild der Kriegsercigniffe
tut dies keinen Abbruch. Jm Osten und gegen die rumänische Front in
Siebenbürgen drücken wir unsere Gegner langsam zurück. Die unan-
tastbare Jnsel England hat in dirser Woche 2 Bcsuche unserer Zeppelin-
geschwader über sich ergehen laffcn müffcn. Gcwaltigcr militärischer
Schaden ist dadurch angerichtet worden. Auch die Einwohner müffen am
eignen Leibe crfahren, was es heißt, leichtsinnigerweise eincn Krieg mit
Deutschland vom Zaune gebrochen zu haben. Dazu vcrhilft ihnen auch
die erfreulich sich im gesteigerten Maße bemerkbar machende Tätigkeit
unserer Kampf-U-Boote. Die Ernährungsfrage wird für unsere lieben
Vettern jenseits dcs Kanals dadurch auch immer schwieriger. Hoffentlich
bleibts so und steigert sich von Woche zu Woche. U-Bremen, unser zweires
HandelSuboot hat glücklich trotz aller Wachsamkeit die englische Blockade
durchbrochcn und ist in Amerika angekommen. Zähncknirschend muß dcr
»ermeintliche angemaßte Beherrscher der Meere scine Ohnmacht gegen die
Takkraft, Wiffenschaft und alles überragende Technik seines vrrhaßten
Rebenbuhlers Deutfchla id wohl sich selbst eingestehen.

Zweierlei.

Der Stern, der mir die Nacht erhellt, —

Leuchtet' im »oran zu einem ferncn Zelt.

Dcrselbe Sturm, der mir die Locken strich —

Umkoste «uch sein bleiches Angestcht.

Die Erde, dic mich trägt und nährt —

Mein Liebstes auf der Wclt hat sie bcgehrt.

Jch horch u»d lausche «uf der Vögel Klang —

Jhm bringcn sie dcn Grabgesang.

Der Sonne Strahlen fügen meinem Auge Schmerz —

Jhm brach ein Kugelblitz das tapfte Herz.

Der Himmel, der die ganze Welt umgibt —

Trennt mich von ih«, den ich geliebt.

Und doch weiß ich ein Reich, wo Treue uns veremt,
Glückscl'ger Tag, wenn die Erfüllung mir erscheint.

Martha Rohrs.

«rinnernuge» a« de» Angnst 1814

Von einem Belgier.

Die Schlacht bei Lobbes.

Während der Nacht von Freitag auf Samstag, den 12. August,
sahen die Einwohncr von Thudinie den geordnetcn Rückzug eines TeileS
der französischen Armee an sich vorüberziehen. Er schlug die Richtimg
nach BiesmeS — bez. — Haggart ein.

Dragoner, Küraffiere, Jnfantcrie, Xrtillerie, AutoS, Trains folgtra
in unabsehbarer, bunter Reihe. Erft oon da an glaubten die Lobbe-
saner an den wirklichen Stand dcr Ereigniffe, d. h. an den Vormarsch
dcr Dcutschen. Sie mußten sich um so mehr davon überzeugen, alS a«
SamStag u« 9 Uhr morgens die Flucht der Bevölkerung von Pieton «nd
Anderlues begann; dicse flohen vor dem bei ihnen einsehenden Kampf uud
riffen bei ihrer Flucht die meisten Lobbesaner mit fich, welchc panischer
Schrecken ergriff, als sic diese fliehenden bestürzten Menschcnhaufe» sahe».

Landleute treiben ihre Rinderherden vor stch her, andre sitzen auf
Wagen, Karren und sonstigen möglichen und unmöglichen Dehikeln inck
haben einen Wirwarr aller möglichen Gegenstände bei fich; Nltersschwache^

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