Fischart, Johann; Goedeke, Karl [Editor]
Dichtungen — Leipzig: Brockhaus, 1880

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120

Dichtungen.

V.

Vj.

Ich wird ain reicher knabe,
Het ain köstlichen zoll,
Ich wolle gar bald haben
Ain ganze truhcn voll.
Und könt ain Mönch verbannen
Die flöh so ungeheur,
Mit briefen treiben dannen
Diß Weiber segefeur;
Verstieß die flöh so böse
Hin in die Hellen recht,
Der würd sehr vil gelt lösen,
Von dem weiblichen gschlecht.
Der diß lied hat gesungen,
Tregt ain mitleiden groß
Mit Weibern hart getrungen
Von flöhen über dmoß,
Und wünscht das alle künste,
Gedechten aus all weg,
Das man zur frauen durfte,
Der flöhen mutwill leg.

Friden vnd ruhe vor den Flöhen, Schaben,
vnd Läusen: vor den Raupen, Schnacken vnnd
Flädermäusen, Von Würmen, Fröschen und Schnecken,
von Ratten, Schlangen, Spinnen vnd Hew-
schrecken. Wünscht Retznem dem
Leser on schrecken vnd gecken.

Homerus, der Poeten licht
Und der fürnemst von künstgedicht,
Der hat uns wöllen underweisen
Den krieg der frösch mit seinen meusen.
5 Deßgleichen der Vergilius
Hat beschriben mit guter muß
Zwischen Ueberschrift und Text steht im ersten Druck Fischart's gewöhnliche
Signatur: I. F. G. M. — 4 fg. Homer's Batrachomyomachie, Bergil's Culex,
Ovid's Nux u. s. w. sind bekannte Dichtungen.
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