Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — 53.1930

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Adolf Jutz, Landschaftsstudie.

Tusclizeichnung.

ADOLF JUTZ.

Adolf Jutz ist 1887 in Freiburg i. B. geboren. Er sollte den kaufmännischen Beruf seines
Vaters ergreifen, obwohl zeichnerische Neigungen und Übungen des Kindes auffielen und der
Erfolg eines nahen Verwandten, des Tiermalers Carl Jutz, nicht gerade gegen die Wahl eines
künstlerischen Berufes sprechen konnte. Nach Besuch der Oberrealschule mußte also unser Adolf
Jutz drei anstrengende Jahre als Banklehrling durchmachen. Und nach dem Tode des Vaters
- 1905 — lag es nahe, ihm die Fortführung des Geschäftes anzuvertrauen. Doch durch den
Willen des jungen Menschen und seiner offenbar künstlerisch einsichtsvollen Mutter, einer
geborenen Fehrenbach (vielleicht verwandt mit dem liebenswürdigen und erfolgreichen B.adenser
Illustrator Eduard Ludwig Fehrenbach?), kam es anders. Der Achtzehnjährige fuhr eines Tages mit
seiner Mutter nach Karlsruhe, um seine Zeichnungen keinem Geringeren als Hans Thoma zur
lebensentscheidenden Beurteilung vorzulegen. Thoma, der erst seit einigen Jahren als Akademie-
direktor seinen Ruhm genießen durfte, wird zurückhaltend genug beim Beraten gewesen sein; aber
die Gewissenhaftigkeit der vorgelegten Zeichnungen wird ihn bestimmt haben, dem jungen
Mann zur künstlerischen Laufbahn zuzureden. Zeichnungen dieser Zeit, die ich gesehen, sind für
jene Gewissenhaftigkeit charakteristisch, die der nicht kennt, dem es auf das Bild mehr als auf
Ausdruck und Form ankommt.

Die Würfel waren gefallen. Jutz besuchte 1900 bis 1909 die Karlsruher Akademie. Hier
wirkte der große Lehrer Ludwig Schmid-Reutte. Ihm dankt Jutz, wie das auch Alfred Kubin, Adolf
Schinnerer, Peter Trumm und noch manch anderer Maler, der etwas für unsere Kunst bedeutet,
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