Heydemann, Heinrich
Hallisches Winckelmannsprogramm (Band 3): Mittheilungen aus den Antikensammlungen in Ober- und Mittelitalien — Halle/​Saale, 1879

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Kerykeion)m). Abg. Mon. de»' Inst. II 55; Dissert.
della Accad. rom. di Arch. XI, 2; Welcker AD. III
Taf. 11; Gerhard Akad. Abh. Atlas V, 1. Vgl. anszer
den Besprechungen zu den Abbildungen noch Jahn
Arch. Beitr. 8. 118ff; Overbeck Sagenkr. S. 50,46;
Forachhammer Sphinx S. 8 ff; Jaep Die griech. Sphinx
S. 19 ff

47. Dickbauchige Amphora (F. 70; H. 0.39; D.
0,26); schwarzfigurig mit rothbraun; etruskische archai-
sierend - zierliche Nachahmung (vgl. dazu zB. Gerhard
Aus. Vas. 117, 3; Mus. Greg. II Taf. 30 und 31; Micali
Storia Taf. 75 — 78 oder Mon. ined. 44, 1; 2; 47, 4;
5; 6; u.a.m.)113)- A. Ein Mann, in Chiton Panzer
und Thierfell, legt um den linken gehobenen Fusz mit
beiden Händen die Beinschiene; unten liegt der Helm.
Vor ihm steht ein Mann und hält für den Krieger
Lanze und Schild (als Verzierung eine sich empor-
ringelnde Schlange; in Hochrelief114)) bereit; zugegen
sind noch zwei Männer mit Lanzen, von denen der
eine umblickend sich entfernt; alle vier sind bärtig.
B. Ein Krieger, in Chiton Panzer und Thierfell, mit
Helm und Schwert, in den Händen Lanze und Schild
(gleichfalls mit einer sich emporbäumenden Schlange in
Hochrelief als Verzierung), eilt fort, indem er zu einem
Mann (in Mantel; mit Lanze) umblickt; voran eilt
umblickend Hermes, in kurzem Chiton kurzem Mantel
und Thierfcll, mit Petasos und Flügelschuhen, in der
Linken das lange Kerykeion und die Rechte hebend.
Daneben steht noch ein Jüngling, unbärtig (die anderen
drei sind bärtig), die Rechte erstaunt hebend. Am
Boden die eingekratzte Inschrift \f<\/

48. Amphora aus Vulci mit schwarzen Figuren
(lila und weisz angewendet); gewöhnliche Zeichnung;
F. ungefähr 59; H. 0,425; D. 0,29; gebrochen. A. Pe-
leus. den Mantel um den Leib geschürzt und mit sog.
Flügelschuhen versehen, nmfaszt die enteilende Thetis,
der Schlange und Löwe helfen; sie blickt erstaunt um
und hebt beide Hände. Jederseits entweicht, umblickend
und Hände hebend, eine Nereide. Inschrift: HOTAI?
NAIXI. B. Nebeneinander stehen Bacchos (mit Kau-
tharos und groszem Hebzweig) und Ariadne; jederseits
entfernt sich ein Satyr, die Hände hebend, der eine
mit einer Oenochoe. Am Boden ein Graffito. Vgl.
Canino Catalogo di sc. antichitä etc. p. 22, 154 und
Museum etrusque p. 38, 154; Overbeck Sagenkr.
S. 179, 13.

49. Apulische Amphora; F. 82; H. 0,53; Zeich-
nung gewöhnlich. Am Hals: A. Auf einer Blume

"*) Jahn dachte dagegen an Haimon und Oedipns; die
obigen Benennungen dünken mich allein richtig.

'") Vgl. dazu auch Jahn Einl. in Vas. p. CLXXI.

"*) Diese Art der Schildverziernng ist (ebenso wie das
Thierfell) grade auf Vasen dieses nachgeahmten etruskischen
Styls sehr häufig: vgl. zB. Micali Storia Taf. 75, A; 7* und
Mon. inediti 44, 2; Gerhard Aus. Vas. 117, Ii; u. a. m. Vgl
auch oben 8. 43 Anm. 101 no. 2.

zwischen Ranken ein Frauenkopf mit flachem Mauer-
kronenartigem Schmuck. B. Palmetten. Am Bauch:

A. Im Grabtempel ein weiszgemalter Jüngling, in
rother Chlamys, in den Händen Lanze Schild und
Schwert; er ist im Gespräch mit den Menschen auszer-
halb des Grabtempels: dort Frau, mit Spiegel und

i Kasten sitzend, und Jüngling, mit Stab und Guirlande
; an Pfeiler gelehnt; hier Frau, mit Blume und Lor-
beerzweig sitzend, und Jüngling mit Tänie und Stab.

B. Im Grabtempel ein rothgemalter (sie) Jüngling, im
kurzen unteritalischen m) Chiton, mit weiszem Gürtel
und weiszem Haarband, in den Händen den Schild und
zwei Lanzen; um ihn zwei weisze Tänien und eine

; weisze Rosette. Auszen einerseits eine Frau, mit Spiegel
' und Lorbeerzweig sich anlehnend, und ein Jüngling,
I der dem Jüngling im Grabtempel einen gelösten Kranz
zeigt; andererseits eine Frau, mit Kranz sitzend, und
j ein Jüngling, auf Stab gestützt, in den Händen Lor.
beerzweig und (Pfanne? zerstört). Vgl. zu der ver-
schiedenen Farbe der Jünglinge in den Grabtempeln Ber-
; dSGdW. 1875 S. 220 f.

Endlich mache ich noch auf die folgenden Mosaike
aufmerksam:

50. Mosaik aus Velleja; grobe Arbeit. Tragische
i weibliche Maske (H. 0,36) mit Oiikos und schwarzem

Sehleier; mit Hals und einem kleinen Theil der Schul-
tern (graues Gewand). Ringsum zwei Ornamentstreifen
in schwarz und weisz.

51. Mosaik, gef. in Parma bei den 'Scavi della
| Corte d'Apello'. Grobe Arbeit; doch zeigt die Com-

position der Figur (schwarz auf weisz) eine gute
j Vorlage. Ein Krieger (H. 1,33), auf dem linkeii
Arm die Chlamys und den Helm auf dem Kopf,
steckt mit der Rechten das Schwert in die Scheide,
die er mit der anderen Hand (auf Brust) hält; neben
ihm lehnt der Schild an. Einiges, aber richtig1 ergänzt.

52. Mosaik gefunden in Parma 'fra il Teatro
; regio e il Palazzo della Prefettura.' Sehr gewöhnliche

Arbeit; ringsum mit einem schwarzen Streifen eingefaszt;
j fast viereckig 0,39. Eine Frau, in braunem Mantel
und rothen Schuhen, mit gelöstem Haar, hält in beiden
| Händen ein groszes napfartiges Gefäsz und ist auf das
linke Knie gefallen. Neben ihr jederseits ein Jüngling:
der eine hinter ihr, um den Hals die schwarze Chlamys
geknüpft und in der Linken einen Stab haltend, streckt
sprechend die Rechte nach ihr aus; sie wendet das
Gesicht zu ihm um. Der andere Jüngling, mit dunkeler
Chlamys um den Hals und mit einem Stab in der
rechten Hand, hält die Frau mit der Linken an ihrer
' rechten Schulter fest. Wol Antigone von den Wächtern
i ergriffen und zur Rede gestellt? vgl. die wenigen Dar-
! Stellungen der Antigonesage bei Heydemann Nacheurip
Antig. S. 12 ff.

"=) Vgl. dazu Neapeler Vasenkatalog 8.912: 'Männertracht.'
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