Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.> ; Laschitzer, Simon [Editor]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Theuerdank: durch photolithographische Hochätzung hergestellte Facsimile-Reproduction nach der ersten Auflage vom Jahre 1517 — Wien, 8.1888

Page: 5
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jbksak1888b/0006
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
VORREDE.

Die grössere Verbreitung des Theuerdank in Folge der öfteren Auflagen in den früheren Jahr-
hunderten und in Folge der Ausgabe einer modernen Reproduction in England möchte im Gegen-
halte zu der Seltenheit der übrigen Maximilianeischen Werke eine Neuausgabe desselben fast über-
flüssig erscheinen lassen. Allein die ersten Drucke vom Jahre 1517 sind äusserst selten geworden und
befinden sich fast durchaus in festen Händen, so dass, wenn je einmal ein Exemplar auf dem Kunstmarkte
erscheint, es Preise erzielt, die nur ein reicher Liebhaber erschwingen kann, daher kleinere Bibliotheks-
verwaltungen im Vorhinein auf Erwerbungen solcher Exemplare verzichten müssen. Die späteren Aus-
gaben aber, selbst die vom Jahre 1519, stehen den ersten Drucken in Bezug auf Schärfe und Schönheit
der Holzschnitte bereits um Vieles nach, so dass der Theuerdank eigentlich nur nach den ersten Drucken
vom Jahre 1517 richtig beurtheilt und geschätzt werden kann. Darum erscheint auch die moderne
englische Reproduction kaum gerechtfertigt, da sie nicht nach einem Exemplare der ersten, sondern nach
einem solchen der zweiten Ausgabe vom Jahre 1519 gemacht worden ist. Vorliegende Reproduction
jedoch ist auf Grund eines reinen und schönen ersten Druckes vom Jahre 1517 hergestellt, und die Holz-
schnitte sind zudem noch zum grössten Theile nach den unvergleichlich scharfen Probedrucken des
Codex der k. k. Hofbibliothek in Wien Nr. 2833 aufgenommen worden. Auch wurde auf das vollständige
Gelingen der Facsimile-Reproductionen von der Firma Angerer und Göschl in Wien die grösste Sorgfalt
verwendet, so dass unsere Wiedergabe an Schönheit, Reinheit und Schärfe der Holzschnitte sowohl wie
auch des Druckes selbst den allerersten Pergamentexemplaren fast um Nichts nachsteht.

Vor Allem aber durfte der Theuerdank in dem Kreise der Maximilianeischen Werke nicht fehlen.
Mit der vorliegenden Publication desselben erhält die Ausgabe der Maximiiiana zugleich ihren Abschluss.
Auf diese Weise sind sämmtliche grossen Holzschnittwerke des Kaisers Maximilian I.: der Triumphzug,
die Ehrenpforte, die Genealogie, die Heiligen, der Theuerdank und der Weißkunig, im Jahrbuche zu
einem Corpus vereinigt und dem Studium eines Jeden leicht zugänglich gemacht.

Der Herr Redacteur des Jahrbuches glaubte damit der Förderung der Kunstgeschichte dienlich zu
sein, denn eine der hervorragendsten und interessantesten Perioden der deutschen Kunstentwicklung und
ihr grösster Mäcen, Kaiser Maximilian I., kommen erst durch diese Publicationen, welche eine objective
Beurtheilung ermöglichen, zur rechten Geltung.

Zugleich ist es mir eine angenehme Pflicht, allen Denen, die mich durch Rath und That bei vor-
liegender Arbeit unterstützt haben, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen.

Wien, im August 1

Simon Laschitzer.
loading ...