Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 13.1892

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RECHNUNGSAUSZÜGE, URKUNDEN UND URKUNDENREGESTEN
AUS DEM AUGSBURGER STADTARCHIVE,

ADOLF BUFF.

ERSTER THEIL (von 1442—1519).

Vorbemerkung.

Das urkundliche Maieria!, welches ich aus dem
Augsburger Stadtarchive gesammelt habe und auf den
folgenden Blättern zur Veröffentlichung bringe, erstreckt
sich von 1442 bis i5ig, also ungefähr vom Regierungs-
antritte Kaisers Friedrich III. bis ^um Tode Kaisers
Maximilian I. Es sind hauptsächlich fünf grössere
Gruppen von Archivalien, welche reichere Ausbeute ge-
geben haben, nämlich:

1. Die Stadtrechnungen, die sogenannten Bau-
meisterbücher, für jedes Jahr ein Band, citirt: Bau-
meisterb.

2. Die sogenannten Copial- oder Missivbücher, Ab-
schriften von Schreiben, welche im Laufe des iS. Jahr-
hunderts an die Stadt gerichtet worden oder von der
Stadt ausgegangen sind, citirt: Copialb.

3. Die sogenannten Literalien, eine Sammlung
wichtigerer städtischer Corresponden^en und anderer
die Stadt betreffender Schriftstücke aus dem i5. und
16. Jahrhundert, citirt: Literalien.

4. Eine Sammlung von Schreiben Kaisers Maxi-
milian I. und allerlei sonstigen diesen berührenden
Schriftstücken, citirt: Maximilian.

5. Eine Sammlung von Concepten des Augsburger
Stadtschreibers Dr. Konrad Peutinger sowie auch von
verschiedenerlei an diesen gerichteten Schreiben, citirt:
Peutinger.

Eine kleine Anzahl von Stücken musste einer
Sammlung von Urkundenabschriften, welche der
Augsburger Rathsherr Johann Elias Leopold Herwart
um die Mitte des vorigen Jahrhunderts angelegt hat,
entnommen werden, da die Originale verloren sind.
Citirt: Herwart'sehe Urkundensammlung.

Ausserdem gewährten aber auch noch einige son-
stige Gruppen, ferner Sammelbände mancherlei Aus-
beute.

In jedem einzelnen Falle ist genau angemerkt, wo
das betreffende Stück zu finden ist.

Die Rechnungsauszüge sind stets wörtlich abge-
druckt und dabei der Vollständigkeit halber mitunter
auch diese und jene Notizen, die streng genommen nicht
hierher gehörten, mit einbezogen worden. Auch sonst
habe ich es in vielen Fällen, wie ich glaube, im Interesse

der Leser vorgewogen, den vollen Wortlaut, soweit der-
selbe hier überhaupt in Betracht kam, mitziitheilen;
namentlich schien es mir bei den Concepten Peutinger's,
die mit Thatsächlichem vollgepfropft, dabei aber in der
Regel ziemlich nachlässig geschrieben sind, häufig nicht
angezeigt, die Regestenform ^u wählen.

Das Augsburger Stadtarchiv enthält gerade zur
Beleuchtung der Beziehungen Kaisers Maximilian I. zu
Peutinger und Beider zu den Augsburger Künstlern und
Kunsthandwerksmeistern ihrer Zeit ein ziemlich um-
fangreiches archivalisches Material. Das Meiste davon
hat allerdings bereits Th. Herberger in seiner Schrift:
»Conrad Peutinger in seinem Verhältnisse zu Kaiser
Maximilian«, benutzt und kleinere und grössere Bruch-
stücke auch zum Abdruck gebracht;1 hier kommt nun
Alles vollständig und in chronologischer Folge zur Ver-
öffentlichung. Im Einzelnen habe ich Herberger nicht
citirt, einige kleine Versehen aber, die ihm untergelaufen,
stillschweigend verbessert.

Ab und zu schien es mir nützlich, eine erklärende
oder erweiternde Anmerkung beizufügen; in der Regel
jedoch habe ich mich in den Noten auf die nothwendig-
sten Angaben beschränkt.

1 Im XV. und XVI. Jahresbericht des historischen Kreisvereins
von Schwaben und Neuburg, 1SS1, p. 2g—82. Herberger erwähnt
dort einen von einem Concepte Peutinger's abgeschnittenen Papier-
streifen, worauf unter Anderem der Name Dürer's gestanden haben
soll. Leider hat sich dieser Papierstreifen trot; des eifrigsten Suchens
nicht wiedergefunden. Ich gebe denselben daher hier in der An-
merkung nach dem Abdrucke Herberger's. Herberger sagt p. SS, 84 :
»Ich habe Hunderte von Briefen Peutinger' saus weggeworfenen Papier-
haufen hervorgezogen, deren eine ziemlich grosse Anzahl Kunst und
Künstler betrifft, und es kümmerte mich, dass nicht Einer auf Dürer
Be^ug nahm. Da fand ich ;ulet-t einen Papierstreifen, der von
einem in Folio g eschriebenen Concepte eines Briefes von Peutinger's
unverkennbarer Hand abgeschnitten und später noch \errissen worden
war. Die Zeilen sind senkrecht durchschnitten und unten parallel
abgerissen. Die \wblf halbirten Zeilen, welche noch vorhanden sind,
enthalten Folgendes: . . . guter frimdt, ich schick Euch . . . cy
trittern, An dem Ersten . . . soll und an ain bedewtung . . . aliig-
keit artlicher weise gc . . . zu anfangk desselben gebets . . . romisch
art, der mein herr . . . mein guter frundt dyrer gut. . . (Hier folgt
ein leerer Zwischenraum; wahrscheinlich war mit Obigem der Brief
geschlossen und es kam die Nachschrift:! ... 29 plat, der andern,
... zu dem gepedt sant . . . obgemelter art, . . . ain sandt Jorgen
in vollem . . . Curisser mit dem trachen. fDas Uebrige ist abge-
rissen.)«

XIII.

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