Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 3): M - R — Heidelberg, 1919

Seite: 103
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Moerlin. — Herren, Freiherren und Grafen von Moersberg.

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Moerlill. Ein wohl aus Straßburg in die Mortenau gezogenes Geschlecht. Conradus dct. Moriin,
civis Argent., residens in dem Fronhove, 1285. Johannes Mörlin et uxor Elsa 1288. Frater Conradus
Moriin de Argentina, ordinis fratrum Teut. 1293. Johannes dct. Mörlin, natus Nicolai dci. Wiseman,
civis Arg., et soror ejus Agnes, uxor Cünzelini dci. Zeller, verkauften 24. 3. 1313 das Haus «zu Vorn
Harpurge» in der Stallgasse zu Straßburg. Elsa, nata qu. Cunonis dci. Mörlin in dem Fronhove, uxor
Wernheri dci. Matteman de Westhoven 1314, hatte damals aus einer früheren Ehe vier Kinder. Das
Haus «zu hern Mörlin» am alten Fischmarkte 1376, nachmals Cafe de la Mauresse. Die Brüder Albrecht
und Heinrich, Söhne des Waltherus dct. Mörlin, Lehnsmannen der Bischöfe von Straßburg, traten 1308.
15. 5. den Herren von Geroldseck ihre Rechte in Steinbach ab. Albrecht, welcher ein Burglehen in Renchen
hatte, 1328 des Raths in Offenburg; Ek., der Aeltere genannt 4. 7. 1332. Sein Siegel zeigt den Schild
mit dem Adler, während das Siegel seines Sohnes Albrecht M. des Jungen die Helmzier zeigte. Der
Letztere verkaufte 1343 seinen Hof zu Oensbach, B.-A. Achern, an Johann Hefinger von Schauenburg.
Fritzo dct. Moriin de Offenburg, filiaster Conradi dci. Rohart ibidem, verk. Güter in Renchen 1352.
Heintzo dct. Mörlin, magister civium in Offenburg, 1368, um 1381 von den Markgrafen von Baden
belehnt mit dem «farnd ab der Stadt zu Nopenowe» und 10 ß Gelds vom Hofe zu Baerenbach, todt
1395. Kinder: 1) Andreas Mörlin, 1390, verkaufte 1395 Zinse in Ufhofen, Oedung bei Offenburg;
uxor: Susanna, Tochter des Claus von Winzenheim, 1390, 1395. 2) Sophia, 1415, 1419; mar.: Rüther
Foerster, 1360, 1419. Hans Mörlin, Ek., 1391, 1406 Zwölfer des Gerichtes in Offenburg. Sein wohl-
erhaltenes Siegel in grünem Wachse an Urk. 12. 3. 1405 zeigt im dreieckigen Schilde einen Adler und
auf dem Topfhelme zwischen zwei Büffelhörnern die Büste eines Jünglings: S.Johannes Maerlin. Else
Mörlerin und ihr Gatte der bescheidene Mann Schedellewelin, Bürger in Offenburg, hatten 1410 zwei
Töchter als Klosterfrauen im Kloster Wonnenthal.

Bertschmann Mörli, Bürger

in Frei bürg, 1321.

Das Helmsiegel des Johans

Mörlin, Unterlandvogtes in Schwa-
ben und Elsaß, 1373, zeigt auf dem

Helme einen aufgerichteten Hir-
schen: S. IOH .... (Stadt-Archiv

Straßburg, G. U. P., Lade 22).

Peter Mörlin, Bürger in Ken-

zingen, 1410.

Dem Philips Mörlin, Schaffner

im Deutschen Hause in Straßburg,

verlieh der Pfalzgraf Wilhelm

Boecklin von Boecklinsau 1559 ein

Wappen und ernannte ihn zum

Notar: In S. eine ^ Mohrenbüste

mit w. Kopfbinde und fliegenden

Enden; Stechhelm: ein wachsender

Mohr mit w. Kopfbinde in einem

w. Kleide mit vier ^ Knöpfen

auf der Brust und aufgeschürzten
Aermeln, die linke Hand in die Seite gestemmt und mit der Rechten einen Faustkolben oder «Kurris-
prügel» in die Höhe haltend; Hd.: # s-

Frau Apollonia Mörlin schenkte 1596 der Raite in Konstanz 100 fl.

Euphrosyne Stebenhaber, geb. Mörlin, 1614 Pathin in Ueberlingen, woselbst noch jetzt das Ge-
schlecht Möhrle besteht.

Herren, Freiherren und Grafen von Moersberg. Moersberg, Morimont, ein nunmehr ver-
schwundenes Dorf bei Oberlarg im Oberelsaß, bei dem eine (in den Lehnsbriefen von 1361 wird eine
obere und eine untere Burg erwähnt) Burg gelegen war, welche durch das Erdbeben vom 18. October 1356,
bei dem im Basellande 34 Burgen zerstört wurden, zerfiel, später aber doch noch bewohnt gewesen zu
sein scheint. Von dieser Burg schrieben sich zwei Geschlechter verschiedenen Stammes und Wappens,
von denen das eine zu den Wappengenossen der von Bruenighofen (B. bei Altkirch) gehörte und wie
diese in S. eine aufsteigende r. Spitze führte; H.: ein Jungfrauenrumpf mit wallenden blonden Haaren
mit r. Kleide, darin eine gesenkte w. Spitze; auf dem Kopfe eine kegelförmige r. Mütze, darin eine
gesenkte w. Spitze, mit w. Aufschlage; Hd. r. s. (W.-B. des Sebold Bueheler, fol. 271a «von Morsperg»)
oder als Helmzier der Rumpf eines Mohren mit w. Haare oder eines blonden Jünglings, deren Kleid

Moerlin.

Moerlin.
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