Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 39.1886

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Wodjenfeaietiöer.

Wontag, den 6. Dcccmker.

Diel Ehre fci
Dienstag, den 7. Dcccmber.
Der älteste ivroch der viere:

Willwoch, den 8. DccemScr.

Vochenkalenyee.

Donnerstag, de» st. Decemver.

Kaum waren sie gelandet,

LI-- Niroses '1 *•' i’. ge-chast.

Sm Unilehn roar’S gelungen.

Jireitag, den IO. Decemver.

Bier wackre Jungen waren S,

In Deutschland wohlbekannt,

Bon altem Korn und Schrote.

Der Ecker»-, der grüne, der rothc.
Der Schellen-Wenzel genannt.

Sonnabend, de» II. Deccmber.

fjuniüristisch=satirisches ttiochenlitall.

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Ein schwerer Posten.

Xo oft aufs Neu' kr Zteuerbote
//Erscheint in eines Bürgers Haus,

Daß er bescheiden eine Ctuote,

^ iDie fällig ist, sich bitte aus:
j Nie grüßt ihn . jubelndes „Willkommen!“

(y if\ st Nie helles Jauchzen an der Thür,
ch./ Nie wird mit Lust er aufgenonnnen —
And kann doch selber nichts dafür.

C> wißt, wie gern er würde spenden,
Anstatt pt nehmen fort und fort.

Gern theilt' er aus mit vollen Händen,
Ztänd' pi Gebot nur ihm ein Hort.

Doch ähnlich wie den Danaiden,

Ward ihm ein Amt, freudlos und schwer:
. Schöpft er hinein auch ohn' Ermüden,
Gleich wieder ist das Reichsfaß leer.

So gelsts auch dem Finanzminifler,

So oft ins hohe Haus er tritt;

Gleich durch die Reihn geht ein Geflüster,
Gemurmelt wird vom Deficit.

Gleich werden die Gesichter länger,

Und durch die Räume weht cs kühl.

„Da kommt, so heißt's, .„der alte Dränger,
Upd sicherlich verlangt er viel.

Gäm' er doch einmal nur mit Gaben,

Dem Mädchen, aus der..Fremde gleich!

Doch immer will er etwas haben,

Und gar pi viel braucht er für's Reich.
Ihm ist mit tausenden von Kronen
Roch nicht gedient - nein, Gott bewahr'!
Er steigt gleich in die Millionen,

Und dann auch reicht's kaum für ein Jahr!"

Uur manchnial, wem: nach schwerem kunnner
Ihn labt der süßen Rast Genuß,

Zielst er, umstrickt von holdem Zchluinmer,

Im Traume einen Ueberschuß.

Doch kaum, daß ihm aufs Reu', die Lider
Erschließt der mitleidlose Tag,

Steht auch vor seinen Augen wieder,

Ach, nur pt klar! der Fehlbetrag.

Schwer hat es der Finanzminister,

Fürwahr in dem modernen Staat.

Allzeit bedrängt von Sorgen ist er
Und weiß' ;n oft mir keinen Rath.

G Herr von Scholz, Dich zu beneiden
Fällt auch im Traume mir nicht ein,

Ich möcht', anstatt wie Du zu leiden,

Doch eh'r noch Steuerbote sein!

Jilirttöcrabatfcij.
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