Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 52.1899

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it). Denkt, Kinder, nur an die Ge-
werbe-Ordnung!

ihn nicht an!

Das riith uns ein Verriithcr!
Ein Feind der Mädchen!

Fort zur Tagesordnung!
Nur mit der Räthin siircht' ich schweren Stand:
Sic nimmt die Schlüssel, räumt sic mir das Feld,
Die Zeit bringt Nach. Erwartct'S mit Geduld.
Sobald der Drache in der Soniincrsrischc,

Entriegelt sich von selbst ihr Kleiderschrank.

Bei dieser Robe, die ich heute trage,

Lagt »ns den Eid des neuen Bundes schwören:
Wir wollen sein ein einzig Volk von Mädchen,

In keiner Noch vom Grenadier uns trennen,
lind wenn wir nicht genug zu essen kriegen.

So wollen wir uns unsre Atzung „klauen".

Wir wollen nehmen uns des Hauses Schlüssel
Und uns nicht fürchten vor des Dunstes Zeugnis!.
Jetzt gehe jede ihres Weges still
Zn ihrer Freundschaft und Gcnoßjame..

Die Köchin koche ruhig an dem Herde
Und werb' im Stille» für de» Bund.

Was »och bis dahin muß geduldet werde»,

Erduldet's, Kinder, aber abonnirt

Aus meine Zeitung, darauf nur kommt's a»,

Und spart dasiir, den» ich besorg' die Rache,

Und Raub begeht am allgemeinen Gut,

Wer selbst sich hilft in seiner eignen Sache.

ins den Gefilden des

Für die Weltausstellung in Paris sind solgendc Gegenstände a
gemeldet:

1. Ein Goldklumpen im Wertste von 10 Millionen Mark, umgeb
von den Gerippen zwanzig verhungerter Goldgräber.

2. Ein Revolver, mit dem dreißig Personen i
Goldes in die der Selige» befördert worden sind.

3. DaS letzte Mahl des Millionärs, bestehend
sohlenbraten und Knochenmehlpudding. Der Luci
Leckerbissen bestimmt waren, erlag einer Magenve:
anschickle, die zweite Million zu erwerben.

4. Würste von Menschcnsleisch, die beliebteste Nahrung in den nörd-
lichen Schnecwüsten. Die Spcile sind von 20karätigcm Gold.

5. Zwei Goldgräber, die sich gegenseitig, aufgefressen haben, jodasi nur
zwei Hausen Goldstaub übrig geblieben sind.

dirciürit des Hnartaners >‘t n r l'rii e
Areund Ädokar v.

: Mießnilk an sein«

n Lcderbrühc, Schuh-
illns, für den diese
stinunung, als er sich

Mit Genugthunng begrüßt man das neue Gesetz über das I
recht zum Schutze des geistigen EigenlhuniS. Noch immer aber fehlt ein
Gesetz, das auch die Urhcberpslichlen regelt. Bei dem massenhaften
Schund, der jetzt in Kunst und Literatur erzeugt ivird, dürste ein derartiges
Gesetz mit möglichst drakonischen Bestimmungen geradezu eine Nolhwendig-
lcit sein.

Lieber Adolar!

Indem ich in der „Bolkszeitung" lese, daß die illnstrirlc Monatsschrift
für alle Verehrer des heiligen Antonius von Padua ». a. auch die
Danksagung eines gewissen M. 11. ans Berlin veröffentlicht hat, dem der
heilige Antonius zur Versetzung »ach Prima verholsen hat, möchte ich
bei Dir anfragcn, ob Du es für richtig hältst, wenn ich katholisch werde,
da ich zweifle, daß der Heilige so paritätisch gesinnt ist, auch Evangelische
unter seinen Schutz zu nehmen, und cs heutzutage die beste Empschlung
für das Fortkommen gl. wenn man pch als Mitglied der regierenden
Partei ausweisen kan», die 'namentlich in Bayern jetzt Oberwasser bc-
kommen hat, indem dort in Landshut die Redaction des „Heiligen
Antonius" ihren Sitz hat, wobei ich mich mir wundere, §aß Dr. Lieber
sich noch »ich« au ihn gewendet hat, damit der große Paduenscr ihm zur
Durchbringung des Communalwahlgesetzcs behilflich ist, worüber wir dem
nächst eine Danksagung in jener Monatsschrift zu envartcn hätten, wobei
Onkel Fritz bemerkt, daß unter den Danksagungen die von Wilhelm
Busch fehlt, der dem heilige» Antonius ja >o viele Austagen zu ver-
danken hat, womit ich verbleibe

Tein civigcr Freund Karkekerr Miehnieli,
Quarta, Coelus B.

ibm Sein«

cigknilich
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