Morgenblatt für gebildete Stände / Kunstblatt — 20.1839

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Zwei Bilder vo» einer deutschen Künstlerin, Mde. Seif-
farth, „ein deutsches Mädchen, das mit einer alte» Diene-
rin aus der Kirche kommt" und „eine Ansicht des Charlot-
tenburger Schlvßgartens mit preußischem Militär als Staf-
fage" werden sehr gerühmt. Treffliche Landschaften finden
fich von Lee, Co l l i n s, Uw in , Cr es w ick (Stau field
und Calcott habe» diesmal nichts geliefert). Besonders
zahlreich sind die architektonischen Bilder, Ansichten von
Städte» :c„ darunter Turner's „altes Rom," das sogleich
thcner verkauft ward. — Ausgezeichnete Miniaturen sind von
Chalon da. — Vo» Skulpturen sind zu rühmen: ei» Bas-
relief, „der barmherzige Samariter," von Carew; „Venus
und Cupido" und „Amor mit dein Schmetterling" (der Seele)
von Gibson; die Marmorstatue der Lady Susa» Murray
von Westmacott, Büsten der Lords Morpeth und Stanley
von Moore. Ein junger Bildhauer, Jo hu Bell, gibt
durch eine Büste des Parlameutsglieds Wakley, »och mehr
aber durch zwei Reliefs, „die Kinder im Wald" und „Doro-
thea (aus dem Don Quixote) glänzende Hoffnungen. „Im
Allgemeinen," sagt die englische Kritik, „zeugt die diesjährige
Ausstellung von beträchtlichen Fortschritten in de» verschiede-
nen Zweigen der Kunst."

Versteigerungen.

Utrecht, 10. Mai. Vor einigen Tagen ist hier die Ge-
mäldesammlung des Professors Blculand (des bekannten
Anatomen) versteigert worden, und hat 72,000 Gulden cin-
gebracht. Den höchsten Preis brachte ei» Bild von I. und
A. Both mit 7000 fl. ein. Außerdem wurden verkauft ein
Ruysdael zu 2530, ein I. Kobcll zu 2835, ein G.
Terburg zu 2000, ei» G. Dow zu 1500, einWouvcr-
mau zu 1210, ein Steen zu 1500, ein Wynants zu
giv, ein Van Os zu 1558, ei» Cuyp zu 700, ein Scho-
te! zu 885 fi. «. s. w.

Akademien und Vereine.

vom, 18. Mai. Das archäologische Institut beging am
26. April den Geburtstag Roms (ri. April) nachträglich in
einer feierlichen Sitzung. Es ward ein gelehrter Brief des
Hrn. Ritters Bunsen über die Gründung der drei großen
Pyramiden vorgelesen. Der Sekretär, Dr. Braun, hielt
«inen Vortrag über die Zwecke und die immer steigenden
Mittel der Gesellschaft. Oe. Abekeu las eine Abhandlung
über die verschiedenartigen Vorstellungen der Niobidensage
auf de» neuerlich entdeckten Monumenten. Zum Schluß trug
Dr. Urlichs einen die charontische Vorstellung auf einem
Relief von Rorchia erläuternden Aufsatz vor. Im Saal war
ein Modell des kürzlich ausgegrabenen Theaters von Valeria,
bei Maccrata, und ein iu den Gräber» vo» Sanino gefunde-
ner schöner Dreifuß ausgestellt.

Tiberina hat zu Ehrenmitgliedern i
von "°u Bayern, den Prinzen Pet

^Y-rische»^-'T ?-eich"ward' diest'Aus°!'ichm,ng' d


knnst, in Verbindung mit einer Alisstellung und Preisver-
theilung, erstrecken wird.

Vcrn, 4. Mai. Um die Gründung eines allgemeinen
schweizerischen Kunstvereius zu veranlasse» oder doch mehr
Zusammenhang in die vereinzelten Vereine zu bringe». Will
man vorerst wieder die alte schweizerische Künstlcrgcsellschaft
in Zofingcn erwecken. Die Anregung ging vom hiesige»
Kunstverein aus, und bas in Zürich noch immer bestehende
Direktorium jener Zofinger Gesellschaft hat auf den istett
dieses eine Versammlung in Zosingen veranstaltet, zu welcher,
außer den Mitgliedern, alle Künstler und Kunstfreunde cin-
gelabcn sind.

Verantwortlicher Redakteur: von Schorn.

Bei P. Bohmanns Erbe» in Prag sind so eben
erschienen und entweder unmittelbar oder durch die Buch-
Handlung von Ed. Eisenach in Leipzig zu beziehen:

Joseph Führich:

Booz und Ruth, lithographirt von Lcybolb.

Die heilige Gudula, lithographirt von Stell. Groß
Folio. Chin. Papier.

Diese beiden höchst ausgezeichneten Kompositionen des
genialen Meisters erscheinen hier auf eine Weise vervielfäl-
tigt, die nach dem Urthcile aller Kenner sich dem Besten,
was die Lithographie hcrvorgcbracht hat, an die Seite stellen
lassen. Sie rönnen entweder einzeln, jedes zu 3 fl. 30 kr.
Conventionsmünzc oder 2 Thlr. 8 gr. bezogen werden, oder
auch als die 5te und Gtc Lieferung des in unser», Verlage
erscheinende» Original-Kunstwerkes:

Christliches Kunststreben in der österreichischen
Monarchie,

auf welches man mit S fi. C.M. oder 3 Rthlr. 8 gr. auf
je zwei aufeittandcrsolgcude Lieferungen abonnirt. Vo» diesem
Werke erscheinen jährlich sechs Blätter in Grostfolio. Die
bisher erschienenen, nebst den oben angeführten, find:

1) Das Gebet Moses von Kuppelwieser, lithogra-
phirt von Leybold.

2) Die Abbildung der Mutter Gottes durch den
heiligen Lncas von Stcinle, lithographirt vo»
Leybold.

5) Eine heilige Familie. Votivbild von Tunncr.
Lithographirt von Faustherr.

4) Die heilige Ludmilla mit dem heiligen ^^nzel
dem Gottesdienste beiwohnend von Kadlit,
lithographirt »0» Stoll.

Jedes dieser Blätter kann auch für filh um 3 fi. 30 kr.
Sonventionsmünze oder 2 Rthlr. 8 gr. bezogen werden, -l"
solide» Buch- und Kunsthandlungen nehmen sowohl ans
ganze Werk, wie auf cinzclue Blätter Bestellungen an.

P. Bohmanns Erbe» in Prag«
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