Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 5): Schenkungsurkunden Nr. 2911 - 3836 — Lorsch, 1971

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WETTERAU

(Urk. Nrn. 2911—3029)

URKUNDE 2911 (11. Juni 788 — Reg. 2040)
Schenkung des Beringer im Gau Wetterau, in Enzheim, unter König Karl

und Abt Richbod
(Vgl. Urk. Nr. 3754b)

In Christi Namen, am 11. Juni im 20. Jahr (788) des Königs Karl. Ich, Beringer, will
zum Seelenheil meines Bruders Wither eine gute Tat vollbringen. Sie ist dem heiligen
Märtyrer ~N(azarius) zugedacht, dessen Leib in dem im Oberrheingau gelegenen Lorscher
Kloster ruht, dem der ehrwürdige Richbodo als Abt vorsteht. Ich wünsche meiner Ver-
gabung ewigen Bestand und erkläre, daß sie auf meinem vollkommen freien Willen be-
ruht. Ich schenke in pago Wedereiba {Vettereiba, Wederbeiba, Wedreiba, Wetdereiba, Wet-
derheiba, Wethereiba, Wettereiba; im Gau Wetterau, Einzugsgebiet der Wetter, rechter
Nebenfluß der Nidda), in

Hansinesheimer marca (in der Gemarkung Enzheim a. d. Nidder w. Büdingen nö.
Hanau/M.) zehn Joch Ackerland. Vom gegenwärtigen Tag an schenke, übergebe und über-
trage ich dieses Land als ewiges Besitztum. Damit ist der Vertrag abgeschlossen. Geschehen
im Lorscher Kloster. Zeit wie oben.

URKUNDE 2912 (10. Mai 773 — Reg. 873)

Schenkung des Otcher im gleichen Dorf

(Vgl. Urk. Nr. 3740b)

In Christi Namen, am 10. Mai im 5. Jahr (773) des Königs Karl. Ich, der Priester
Otcher (Ortger), will zu meinem Seelenheil ein Almosen spenden. Es sei dem heiligen
Märtyrer ~N(azarius) gewährt, dessen Leib in dem im Oberrheingau gelegenen Lorscher
Kloster ruht, in dem der ehrwürdige Gundeland als Abt waltet. Ich bestimme, daß meine
Spende für alle Ewigkeit gültig bleiben soll und bekräftige den gänzlich freien Willen,
mit dem ich sie gegeben habe. Ich schenke im Gau Wetereiba (Wetterau), in

Hansinesheimer marca (in der Gemarkung Enzheim/Nidder w. Büdingen) zehn Mor-
gen Land und eine Hofreite. Geschlossen und gefertigt. Geschehen im Lorscher Kloster.
Zeit wie oben.

URKUNDE 2913 (27. September 804? — Reg. 2812)

Schenkung in der Wetterau unter Abt Richbodo und König Karl

(Vgl. Urk. Nr. 3764e)

In Gottes Namen nehmen wir, Engilgoz und meine Frau Egkesuint, eine Schenkung
vor. Sie sei übertragen an den heiligen Märtyrer ~N(azarius), dessen Leib in dem im Ober-
rheingau gelegenen Lorscher Kloster ruht, das vom ehrwürdigen Abt Richbodo (784—
804) geleitet wird. Wir schenken im Gau Vettereiba (Wetterau), in

Wetterere marca (in der Gemarkung Wetter, Wüstung an der Wetter, wohl s. Muschen-
heim sö. Gießen/Lahn) alles, was wir dortselbst an Hof reiten, Feldern, Wiesen, Wäldern
und Gewässern besitzen, zudem noch eine halbe Mühle und zwei Leibeigene. Im Namen
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