Minst, Karl Josef [Übers.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 5): Schenkungsurkunden Nr. 2911 - 3836 — Lorsch, 1971

Seite: 99
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URKUNDE 3144 (30. Januar 817 — Reg. 3115)

Schenkung des Amalrich unter Abt Adalung und Kaiser Ludwig

(Vgl. Urk. Nr. 3730a)

Ich, Amalrich, will im Namen Gottes für das Seelenheil der Atuna sorgen und über-
eigne daher dem heiligen Märtyrer ~N(azarius) ein Geschenk. Der Leib des Heiligen ruht
im Lorscher Kloster, dessen Aufseher der ehrwürdige Abt Adalung ist. Die Schenkung soll
nach meinem "Willen für ewige Zeiten bestimmt sein und ist, wie ich beurkunde, ganz
freiwillig vorgenommen worden. Ich übergebe im Gau Logenehe (im Lahngau), im Dorf

Saltrissa (Niederselters, Oberselters sö. Limburg? — Selters nw. Montabaur n. Nas-
sau? — Selters n. Weilburg? — hier am ehesten: Selters, ausgegangen in Gießen), in

Cruftorph (Krofdorf nw. Gießen),

Hahenstat (auch Hagenstat oder Achstadt, aufgegangen in Gießen) und
Aldendorph (Allendorf sw. Gießen) fünf Huben und fünf Hof reiten mit den darauf
stehenden Gebäuden, alles, was zu den Huben gehört, und 31 Leibeigene. Urkund dessen
untenstehende Fertigung. Geschehen im Lorscher Kloster am 30. Januar im 4. Jahr (817)
des Kaisers Ludwig (des Frommen).

URKUNDE 3145 (29. Mai 844 — Reg. 3311)

Schenkung des Gunther in Adelholdshausen unter Abt Samuel und König Ludwig

(Vgl. Urk. Nrn. 3174 und 3734a)

Ich, Gunther, übergebe im Namen Gottes dem heiligen Märtyrer 'N(azarius) Güter.
Der Leib des Heiligen ruht im Lorscher Kloster, dessen Vorsteher der ehrwürdige Bischof
und Abt Samuel ist. Die Übergabe erfolgt nach meinem Wunsch für immer und, wie ich
ausdrücklich betone, aus freien Stücken. Ich schenke im Gau Logenehe (im Lahngau), im
Dorf

Saltrissa (wie Urk. 3144), im Ortsteil, welcher

Adelholdeshusen (unbekannte Wüstung) genannt wird, alles, was ich besitze, ferner
eine Hofreite in

Umbach*. Damit ist der Vertrag abgeschlossen. Geschehen im Lorscher Kloster am
29. Mai im 4. Jahr (844) des Königs Ludwig (des Deutschen).

URKUNDE 3146 (24. September 832 — Reg. 3267)

Schenkung des Ingolt im Dorf Selters unter Abt Adalung und Kaiser Ludwig

(Vgl. Urk. Nr. 3732c)

Im Namen Gottes errichte ich, Ingolt, eine Stiftung zu Ehren des heiligen Märtyrers
'N(azarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, in dem der ehrwürdige Adalung das
Amt des Abtes bekleidet. Es ist mein Wille, daß meine Gabe für ewige Zeiten dargereicht
sei, und ich bestätige, daß sie durchaus freiwillig geboten wurde. Ich schenke im Gau
Logenehe (im Lahngau), im Dorf

* Umbach = Flur bei Naunheim nö. Wetzlar? — Ulm am Ulmbach n. Weilburg/L.? — Au-
menau, Humenowe: abgegangene Ortschaft bei Gießen? — Quembach; O.-, U.-, s. Wetzlar? —
Montabaur nö. Koblenz/R.? — Letzteres hieß ursprünglich Humbach und wurde erst — als kur-
fürstliche Residenz — 1217 von Erzbischof Dietrich von Trier in Möns Tabor (Montabaur) um-
benannt.
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