Minst, Karl Josef [Transl.]
Lorscher Codex: deutsch ; Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch (Band 5): Schenkungsurkunden Nr. 2911 - 3836 — Lorsch, 1971

Page: 207
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Cimbren (Frauenzimmern a. d. Zaber w. Brackenheim? — Dürrenzimmern sw. Heil-
bronn?) eine Knechtshube. Er erfolgt förmlicher Vertragsabschluß. Geschehen im Lorscher
Kloster am 20. September im 37. Jahr (805) des Königs Karl.

URKUNDE 3527 (19. Dezember 794 — Reg. 2491)

Schenkung des Dragebo im nämlichen Dorf

In Christi Namen, am 19. Dezember im 27. Jahr (794) des Königs Karl. Wir, Drage-
bodo und mein Bruder Liutfrit (gespr. Lütfrit), machen eine Vergabung an den heiligen
Märtyrer ~N(azarius). Sein Leib ruht im Lorscher Kloster, dessen Herr der verehrungs-
würdige Abt Richbodo ist. Wir schenken alles, was wir in Zabernachgowe (im Zabergau),
in

Meginbodesheim (Meimsheim; Urk. 3525), im Ortsteil

Cimbren (Zimmern; in Meimsheim aufgegangen?) besitzen. Der Besitzwechsel ist damit
vollzogen. Geschehen im Lorscher Kloster. Zeit wie oben.

URKUNDE 3528 (9. Februar 791 — Reg. 2288)
Schenkung des Wolfaho in Bildechingen im Nagoldgau unter König Karl

In Christi Namen, am 9. Februar im 23. Jahr (791) des Königs Karl, richte ich,
Wolfaho, eine Schenkung an den heiligen Märtyrer ~N(azarius) aus. Sein Leib ruht im
Lorscher Kloster, dessen leitender Abt der ehrwürdige Richbodo ist. Ich schenke in pago
Naglagowe (im Nagoldgau), und zwar im Dorf

Bildachingen (Bildechingen nö. Horb a. Neckar sw. Stuttgart) eine Basilika mit einem
nahe dabei stehenden Gebäude und 14 Leibeigene. Geschehen im Lorscher Kloster. Zeit
wie oben.

URKUNDE 3529 (20. Dezember; Jahr unsicher — Reg. 3397)
Schenkung des Giselfrit in Gündringen unter Abt Helmerich

Im Namen Gottes weihe ich, Giselfrit, dem heiligen Märtyrer ~N(azarius) eine Spende.
Der Leib des Heiligen ruht im Lorscher Kloster, dessen Aufseher der ehrwürdige Abt
Helmerich (778—784) ist. Ich schenke in pago Naglachgowe (im Nagoldgau), im Dorf

Gundirichinga (Gündringen n. Horb a. N. sw. Stuttgart) zv/ei Leibeigene, einen
Viertelanteil an der dortigen Basilika, dreißig Joch Ackerland und eine Wiese zu zwanzig
Fuder Heu. Geschlossen und gefertigt. Geschehen im Lorscher Kloster am 20. Dezember
im 7. Jahr des Königs Ludwig*.

;:" Zahlreiche Möglichkeiten von Richtigstellungsversuchen: Statt Helmerich: Richbod, Adalung
oder Samuel; statt König: Kaiser; statt Ludwig: Karl; Änderung des Jahres. — Wie kommt es
überhaupt, daß den Kopisten der alten Original-Urkunden so viele Abschreibfehler unterliefen?

Zunächst müssen wir uns daran erinnern, daß der Lorscher Codex während der Herstellung
noch nicht gebunden war und daher mehrere Mönche gleichzeitig die einzelnen losen Lagen und
Bogen des Pergaments beschreiben konnten. Die Lesegeschwindigkeit und Schreibgewandtheit der
verschiedenen Kanzlisten war natürlich ungleich, davon abhängig auch die größere oder geringere
Fehlerhäufigkeit.

Wir dürfen wohl auch annehmen, daß die schreibenden Brüder unter einer Art Leistungswett-
bewerb und daher unter Zeitdruck standen. Der beaufsichtigende Archivarius mag in seiner Schreib-
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