Hartmann, ... [Red.]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 61): Beschreibung des Oberamts Neckarsulm: mit fünf Tabellen, einer historisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1881

Seite: 575
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Ober-Griesheim.

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1851. Errichtung eines Postamts in N. Roth 60.

1871. März 22. Pflanzung der Friedenslinde anf dem änßeren
Marktplatz. Roth 113.

1875. Mai 25. Das Or. Mörikesche Frarienstift mird in Gegen-
wart der Königin Olga feierlich eingeweiht. Roth 99.

25. Ober-Grjrshnm,

Pfarrdorf, Gem. III. Kl., mit 465 Einw., worunter 13 Ev., welche
nach Neckarsulm eingepfarrt sind, und 1 von anderer Religion.

Ober-Griesheim liegt hübsch und sreundlich auf dcm Plateau
der krummen Ebene, das westlich zum Lohgrabeu, östlich und
südlich zu der Jagst sanft abfällt. Die Ortsstraßen, an denen
wir zum Theil stattliche und solid gebaute Häuser wahrnehmeu,
sind in gutem Zustand. Vizinalstraßen verbinden den Ort mit
Gundelsheim (über den Ober-Griesheimer Berg), Unter-Griesheim,
Heuchlingen (zur Jagstbrücke) und Duttenberg. Die erstgenannte
Straße überschreitet auf eiuem Brückchen den Lohgraben.

Die Pfarrkirche des Orts, geweiht der allerheiligsten Drei-
faltigkeit, ist eine einschiffige Kirche, deren Schifs 35 Fuß lang
und 25 Fuß breit ist. Sie stößt mit ihrem westlicheu Ende
an die Straße nach Heuchlingen. Der Grundcharakter ihrer
Bauart ist der gothische, doch sind im Lauf der Zeit vielsache
Abänderungen vorgenommen worden. Es führen 2 spitzbogige
Eingänge in das Schifs; vor dem westlichen Portal im Unter-
geschoß des Thurms ist eine offene Halle mit Kreuzgewölbe, zu
welcher in den Thurm von Norden und Süden spitzbogige Thore
führen. Die Fenster sind jetzt alle im Rundbogen gewölbt,
während die im Chor früher spitzbogig waren. Die Decke des
Schisfs ist gewölbt im schwachen Bogen, überhaupt ist alles jetzt
im Nenaissancestil eingesügt; ein altes Taufbecken vom Jahr
1593 soll in einem Garten stehen. Zwei Nebenaltäre sind im
Schiss. Jm Osten schließt sich der um eine Stuse erhöhte Chor
vieleckig an; er hat ein Kreuzbogengewölbe, blau bemalt mit
Sternen. Ueber dem Chorbogen zeigt sich das Buseksche Wappen.
Jm Chor, welcher den Hauptaltar enthält, besindet sich an der
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