Hartmann, ... [Red.]
Beschreibung des Königreichs Württemberg (Band 61): Beschreibung des Oberamts Neckarsulm: mit fünf Tabellen, einer historisch kolorirten Karte des Oberamts und drei lithographirten Ansichten — Stuttgart, 1881

Seite: 686
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Ortsbeschreibung.

der Kelter ist das Hartheimische Wappen sThurm, ohne Figur)
mahrzunehmen. Hinter dem Burghof nach Nordwesten, etmas
höher gelegen, sind die Trümmer der alten zerfallenen Ritter-
bnrg Domeneck. Von dersclben ist ein gioßer rnnder Thurm
übrig, jetzt noch ca. 8 in hoch mit gewaltigen dicken Mauern
nnd cinem Verlies; anßerdem läßt sich noch ein halber Rund:
thnrm erkennen nnd in der Richtnng gegen Assumstadt eine
Manerecke. Jetzt ist der ganze Platz in Banmanlagen umgcmandelt.

Das herrschnftliche Gut, sammt dem nordwestlich vom
Schloß liegenden Seehos, umfaßt 129 lln — 409 Morgen,
mornnter 20,17 lln — 64 M. Wald. Es wurde durch den
Freiherrn v. Tropss nnd dessen Sohn in einen gnten Stand
gebracht, besonders murde sür den Obstban viel gethan.

Domeneck. Vielleicht von dem schon 846 mit Züttlingen
erwähnten, in Möckmühler Markung gelegenen Thnna, welches
Kloster Fulda an das Reich vertauschte, nannten sich Lehens-
leute Würzburgs und der Herren v. Weinsberg die Vuininine,
Onniino, welche urknndlich seit deni Ende des 14. Jahrhunderts
mit der Benennnng von Tumineck, Domeneck, von 1270 bis
o. 1445, vorkommen nnd auch Assumstadt und halb Züttlingen
besaßen. (Oder gehört der Jiame zu ännro — Danmen?)

Nach dem Aussterben der weltlichen Glieder der Familie,
als nur uoch der Domherr, nachmalige Bischof von Worms (1427
bis 1445) Friedrich von Domeneck am Leben war, kam nm
1420 die Herrschaft an einen Vrnder der Witwe des letzten
Besitzers, Berenger von Berlichingen, welcher sie schon 1424 an
die Stumpfs v. Schweinberg nnd die von Adelsheim verkanste.
Mit der Herrschaft Weinsberg psälzisch, dann württenibergisch
geworden, wnrde D. 1534 denen v. Hardheim verliehen, nnch
deren Aussterben 1607 der Würzburgische Theil an die Echter
v. Mespelbrunn, der Weinsberger an Hans Kaspar v. Herda,
1676 durch Heirat an Joh. Christoph v. Ellrichshansen, dessen
Witme es 1692 an die Leutrum -Ertingen von der badischen
Linie verkanfte. Diesc veräußerten D. an die Familie v. Raß-
ler; zn Ansang nnseres Jahrhunderts besaß dasselbe der Kanton-
Kraichgausche Konsulent Uhl in Heilbronn; 1830 erwarb es der
Freiherr Franz Karl v. Troyff, Major und Kommandant der
K. Leibgarde zu Pferd, gestorben 1866 als Generalmajor a. D.,
nachdem ihm sein nm das Armenwesen in der Gegend verdienter
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