Gritzner, Maximilian [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,11): Der Adel Deutsch-Lothringens: nach der auf urkundlichen Quellen beruhenden Sammlung des Archivraths L. Eltester in Coblenz — Nürnberg, 1873

Seite: 47
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E. Briefadel.*)

von Alsinger. (Taf. 31).

Herzog Carl II. von Lothringen ertheilte durch Dip-
lom d. d. 12. Dezember 1565 dem Hans A., Propst (prevot)
(2* Izu Wallerfangen den Adelstand,
belegt [ Wappen: Im silbernen Schilde ein durchgehender,
blauer, von 3 rothen Lilien begleiteter Sparren.

Auf dem ungekrönten Helme wächst zwischen ge-
al (acht |chl°sscnem j ganz wie der Schild gezeichneten Fluge ein
n mlberner Löwenrumpf hervor.

Decken: blausilbem.

Zu St. Arnual hei Saarbrücken befindet sich noch das
rrabmal eines Alsinger, vermählt mit Catharina von Neuss.

von Andernach. (Taf. 31).

von

traer Seil

6 (Stl-

i MäM Jacob A., Herz. Lothr. (Steuer)-Empfänger zu Dom-
ch skipaire erhielt d. d. 18. Juli 1594 von Herzog Carl II. von
estaltei, Lothringen den Adelstand.

l Wurf[” Wappen: Im blauen Schilde ein auf silbernem
Felsen stehender silberner Zinnenthurm. Im Schildeshaupte
trug die Stehen balkenweis 3 gold-besaamte rothe Rosen (Edel-
noch Uikrone).

Kleinod scheint nicht ertheilt zu sein.

von Beck. (Taf. 31).

Hantz Beck, Vertreter (Abgesandter) der R. Graf-
schaft Salm beim hz. lothr. Gouvernement Nancy wurde
fom Herzog vonLothringen d. d. Nancy 8. Januar 1564 geadelt.
'Also nicht 1544, auch nicht von Karl III. nobilitirt, auch war
}r nicht Hauptmann u. ebensowenig ein Vorfahre des 1637
n dem R. Freiherrenstand erhobenen Johann Beck, wie
ch in meiner Abtheilung „Luxemburger Adel“ unrichtig
Ingegeben habe).

Wappen: (hiernach b. Lux. A. zu vervollständ.). Im
othen Schilde zwei zugewendete, blau-bewehrte und
pezungte, silberne Löwen, haltend mit den Vorder- und
iner Hinter-Pranke eine senkrechte, goldene, die Beil-
chärfe rechtskehrende Hellebarde. Auf dem ungekrönten
leime ein blau-bezungter silberner Löwenrumpf, zwischen
rothen Büffelhörnern.

Decken: rothsilbern.

Freiherren von Bergh. (Taf. 31).

Dieses, erst vor Kurzem auch im weiblichen Stamme
lloschene, freiherrliche Geschlecht in Preussen, gehörte,
ie erst durch neuere Forschungen erwiesen ist, nicht dem
radel an, sondern wurde, laut Diplom Kaiser Rudolph’s II.
• d. Prag 7. November 1592, in Person des Johann Mat-
nas Bergh, genannt Kesten in des hl. Römischen Rei-
les Adelstand erhoben.

t Derselbe war Besitzer der Herrschaft Berg beiRemich
ls lothring. Lehen und erhielt, zur Erinnerung an die
üheren Herren derselben, die Edelherren v. Berg ein
Tappen, was dem Wappen derselben ähnelt. Er lebte
ich a. 1614.

Johann v. Bergh erscheint 1642 und 1657 als Herr
zu Malberg und Betzdorf und cölnischer Amtmann zu
Zeltingen an der Mosel.

A. 1665 erscheint ein Johann Reinhard v. Bergh
als Besitzer der Herrschaft Berg bei Remich.

A. 1675 lebte Johann Hermann v. Bergh, Herr zu
Wehlen, Schöffe zu Grevenmachern. Seine Wittwe Maria
Hauart lebte a. 1677.

Noch giebt eine Stammtafel einen Abraham v. Bergh
an, welcher aus der Ehe mit Catharina v. Manderscheid
(Tochter Dietrichs v, M. u. Marg. v. d. Ecken) 6 Kinder:
Philipp, Franziska, Claudius, Robert, Margaretha und Ca-
tharina hatte.

Von einem der Vorgenannten wird wohl Christian
Maximilian Maria August Baron **) von Bergh abstammen
dessen Vater C. Gustav von Bergh a. 1794 Kur“
hessischer Kammerherr war, welcher aus Kurhes“
sischen Diensten, wo er Major war, in Preussische
Dienste, nämlich als Kammerherr J. K. H. der Prinzessin
Heinrich von Preussen, geh. Prinzessin v. Hessen-Cassel
übertrat.

Er vermählte sich zweimal und zwar zuerst mit Frie-
derike Wilhelmine Freiin v. d. Goltz und darauf mit
Sophie Josephine Ernestine Wilhelmine, Tochter des letzten
Grafen von Neale, und soll aus beiden Ehen Kinder hin-
terlassen haben. Es ist indess nur ein Sohn von ihm be-
kannt, nämlich Franz Levin Camill Alfred Freiherr von
Bergh, welcher zuerst im 1. Garde-Regiment und a. 1852
als Major beim Garde-Reserve-Regim in Berlin stand und an-
scheinend der letzte männliche Sprosse seiner Familie ge-
wesen ist, wenigstens finden sich weder im Civil- noch
im Militärdienste Personen d. N. mehr vor.

Die obengenannte zweite Gemahlin desFreihrn. v. Bergh
geh. Gräfin Neale, welche am 16. September 1870 verstor-
ben ist, scheint demnach das Geschlecht auch im weiblichen
Stamme beschlossen zu haben (ebenso das der Grafen
Neale).

Das im J. 1592 verliehene, dem der alten f v. Berg
nachgebildete Wappen war ein silberner Schild, darin,
ein rother Adler.

Auf dem ungekrönten Helme ein silberngestülpter
rother Turnierhut, oben mit silberner Kugel, auf welcher
ein rother Straussfederbusch.

Decken: rothsilbern.

Ein neueres Siegel zeigt ein vermehrtes freiherrli ches
Wappen. Der mit einer Blätterkrone bedeckte und von
2 Greifen gehaltene Schild ist geviertet vom Stammwap-
pen und einem Felde, darin ein oben von 9 (5, 4.) unten
von 5 (3. 2.) querliegenden Schindeln begleiteter Balken
in welchem ein wachsender Löwe erscheint.

**) Woher der Freiherrentitel stammt, weiss ich
nicht.

) Dass hier von absoluter Vollständigkeit, also einer Aufführung aller, jemals im Lande gewesenen, von denLan-
jsherren oder deutschen Kaisern Nobilitirten billig nicht die Rede sein kann, erhellt — schon der Schwierigkeit der
Schaffung der Quellen wegen - wohl von selbst. nwierigxeit aer
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