Siebmacher, Johann [Begr.]; Grass, Carl August von [Bearb.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 46
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DER ADEL IN BADEN, freiherrn.

worden. Er hatte einen Sohn Gerhard Johann v. B.
churbraunschweigischer Hof- und Consistorialrath, der
keine Nachkommen hinterliess und eine Tochter Anna
Sofia vermält mit Conrad Hermann Fuhrmann zu
Magdeburg, königl. preussischem Regierungsrath. Deren
Sohn Karl Heinrich, fürstl. hessen-cassel’scher Drost-
und Regierungsrath wurde Göttin gen don 19. März
1738 von seinem Onkel adoptirt und erhielt Wien den
11. Februar 1747 Wappenbestätigung und den ritter-
mässigen Reichsadelstand mit von Bode.

Die Nachkommen des Freiherrn Yollrath kamen
in Besitz des Rittergutes Sulz unterm Wald im Unter -
E1 s a s s und verbreiteten sich nach Russland und Baden.

Felix Frhr. v. B. geh. 10. Novbr. 1818 wurde 1837
als badischer Obrist pensionirt und seine Schwester Frie-
derike v. B. Hofdame der Prinzessin Amalie heirathete
nachher den k. bairischen Forstmeister Freiherrn v. Geb-
sattel. Eine andere Schwester war an den spanischen
Grafen Colombi, letztem männlichen Nachkommen
des Colombus und eine dritte an Herrn von Livio in
Baiern vermält.

Wappen 1713, 1740: Yon S, u. B. geviert. I.u.

IV. am Spalt angelehnt ein halber 4t Adler. II. u. III.
s. Balken oben mit 2, unten mit einer r. Rose begleitet.

Kleinod: zwei gekrönte Helme. I. stehender ft
Adler. II. offener, mit dem s. Balken belegter b. Flug,
dazwischen ein Rosenstrauch mit 3 r. Rosen (1. 2.)

Decken: rechts ft s., links b. s.

Wappen (1707 u. 1747) von B. u. S. getheilt. Oben
auf gr. Dreiberg eine r. bewehrte und beflügelte s. Taube,
unten auf gr. Boden ein gr. Rosenstrauch mit 3 r. Rosen.

Kleinod: gekrönt mit s. Stierkopf.

Decken: rechts b. s. links r. s.

(Gritzner Matrikel S. 27. v. Wechm. S. 5 u. 300 v.
Heyer-Rosenfeld etc.)

Boineburg. (Taf. 28.)

Aus diesem uradelichen hessischen Geschleckte (siehe
Adel in Hessen), das seine gleichnamige Stammburg un-
weit Sontra liegen hat, u. zwar aus der älteren Linie,
dem schwarzen Stamm desselben in der Burg zu Stedt-
feld, wurde Friedrich Karl August 1833 grossh.
badischer Kammerherr. Er war geh. den 14. Decbr. 1783,
vermält mit Ludewica Sofia Amalie Gräfin von
Wiser-Siegelsbach und f den 19. Januar 1851.

Die verschiedenen Stämme des Hauses erhielten Be-
stätigung des Freiherrnstandes: den 30. Oktober 1554,
den 30. April 1571 und den 16. Oktober 1653.

Wappen: Yon S. u. ft geviert.

Kleinod: gekrönt mit 2 Hörnern, rechts s. 4t? links
ft s. getheilt.

Decken: ft s.

(Hof- u. Staatshandbücher, v. Wechm. S. 26 etc.)

IJrasaca. (Taf. 28.)

Diese Familie stammt aus dem Mailändischen, kam
mit dem Kardinal Theodor v. Baiern nach Baiern
und es erhielten Wien den 29. März 1775 die Brüder:
Johann Georg, kurbair. Geh. Rath, Johann Se-
bastian Konrad Carl, kurbair. Rath undLeibmedicus,
Georg Christoph Eberhard, fürstl. bambergischer
und regensburgischer wirkl. geistlicher Rath und Domherr
im Stifte St. Jacob zu Bamberg und Johann Karl
Michael, fürst-bischöflich freising’scher wirkl. Hofrath
und Cabinetssekretär. Bestätigung ihres mailändischen
Adelstandes mit „von“ und 'Wappenbesserung. Der kur-
bairische Geh. Rath Johann Georg aber, der auch
Cabinetssekretär des Kardinals Theodor v. B a i er n war,
erlangte weiter am 12. Mai 1790 vom Kürfürsten Karl
Theodor v. Baiern, als Reichs Verweser, den erblichen
Reichsfreiherrnstand und von seinen Söhnen wurde Karl
Ludwig, ehemals Reichskammergerichtsassessor, 1808

badischer Kammerherr. Das Gut L o h in der ritterschaft-
liehen Gemarkung Schutterwald gehörte früher der
Familie.

Stamm Wappen: getheilt. Oben in G. ein gekrön-
ter ft Adler, unten von B. u. R. schräg links getheilt,
ein g. Löwe, welcher in der rechten Vorderpranke einen
g. Stern hält, auf dem eine g. Krone ruht.

Statt Kleinod eine Zackenkrone.

Vermehrtes Wappen: (1775). Geviert. I. u. IV.
in G. ein gekrönter ft Adler, (oberer Theil des Stamm-
wappens). II. u. III. von B. u. R. schräglinks getheilt,
mit dem g. Löwen, wie im untern Theil des Stamm-
wappens.

Kleinode: zwei gekrönte Helme. I. der ft Adler,
II. der g. Löwe, wie im Wappen, jedoch wachsend.

Decken: rechts b. g. links r. g.

Das freiherrliche Wappen scheint nicht verändert
worden zu sein.

Schildhalter: zwei widersehende g. Löwen.

(Minist. Akten. Hof- u. Staatshandbuch, v. Wechmar
S. 26. Freiherrl. Tachenbuch. 1864. von Heyer-Rosen-
feld et<p)

Brandt. (Taf. 28.)

Fränkischer Uradel, der dem Reichsrittercanton Ge-
bürg einverleibt war uod bereits mit Rüdiger v. B.
1226 vorkommt. 1432 lebte Erhard v. B., dessen jüng-
ster Sohn die noch bestehenhe Linie zu Neidstein,
einem Scülosse bei Sulzbach a. d. Baunach, gründete.

Später entstand die ebenfalls noch blühende Linie zu
Bühl und aus ihr sind Mitglieder, seit Anfang dieses
Jahrhunderts, in Baden bedienstet.

Karl Friedrich Frhr. v. B. war grossherzogl.
Generalmajor und wurde 1827 pensionirt. Dessen Bruder
Ernst Frhr. v. B., vorher in k. bairischen Diensten,
wurde 1836 als Rittmeister ä la suite im Dragonerregi-
ment pensionirt. Beide sind gestorben. Heinrich Frhr.
v. B. seit 1807 Kammerherr f den 5. September 1820 zu
Karlsruhe etc.

Der Freiherrnstand ist, weil die Familie reichsritter-
schaftlich begütert war, in Baden und Baiern seit langer
Zeit anerkannt.

Wappen: in G. auf gr. Dreiberg, drei oben abge-
hauene ft Baumstämme, jeder auf einer Spitze des Berges
senkrecht stehend, mit je 3 Aststummeln auf der rechten
Seite, aus welchen, wie auch oben aus dem Stamme, eine
r. Flamme schlägt..

Kleinod: gekrönt mit dem gr. Dreiberg und den
Baumstämmen.

-Decken: ft g.

(Hof- u. Staatshandbuch, v. Wechm. S. 3. 4. 11.
26. Freiherrl. Taschenbuch 1864 etc.)

Calm. (Taf. 18.)

Die Herren von Kalm oder Calm sind alte Patri-
sier zu Braunschweig, und haben in der Person des Jo-
hann Georg v. C. am 1. September 1744 von Kaiser
Karl VI. die Reichsadelswürde erhalten. Sie sind im
Braunschweig’schen, sowie in der Altmark, ange-
sessen und hatten bis zu Anfang dieses Jahrhunderts auch
reichsritterschaftl. Güter bei Idstein im Nass auis chen.

In Baden bedienstet. August Frhr. v. C. 1792
Kammerherr, dann Staatsrath und Direktor des Wiesent-
kreises zu Lörrach, f 19. Okt. 1827. Derselbe wird
als Freiherr aufgeführt.

Wappen: von ft u. G. getheilt, darin mit ge-
wechselten Farben, ein Löwe.

Kleinod: mit ft g. Wulst ein wachsender g. Löwe.

. Decken: ft g.

(v. Wechm. 27 etc. Stammbuch Bd. II. S. 232.
Braunschweig. Adel S. 6. Taf. 4. Grote S 8.
D. 3 ctc.)
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