Siebmacher, Johann [Begr.]; Grass, Carl August von [Bearb.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 51
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DER ADEL IN BADEN, freiherrn.

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und sehr verdienstvoller Leiter des badischen Forstwesens.
Weitere Mitglieder der Familie, deren Freiherrn würde an-
erkannt ist, finden sich noch jetzt im Grossherzogthum
hedienstet.

Karl Frhr. v. G., Reiseoberstallmeister, dann Ober-
stallmeister und Generalmajor f 13. Febr. 1826 zu Karls-
ruhe, sein Sohn Friedrich ist Ritttmeister a. D.

Wappen: in B. auffliegend ein s. Schwan mit r.
Schnabel, der auch zuweilen auf gr. Dreiherg stehend
vorkommt.

Kleinod: b. s. Wulst. 4. :(+ Hahnenfedern, davor
der Schwan.

Decken: b. s.

In neueren Abbildungen findet sich statt des Schwanes
eine r. bewehrte auffliegende s. Gans im Schild' und auf
dem Helm vor 4. gr. Schilfblättern. Die erste Angabe
soll, als die älteste, die richtige sein.

(Minist. Akten. Hof- u. Staatshandbuch. Badisches
Lexicon S. 451 etc. v. Wechm. S. 1. 8. 17. 23. 299 etc.)

Geyer v. Geyersberg. (Taf. 31.)

- Das Stammschloss Geyersberg, dieses dem Uradel
in Franken angehörenden Freiherrngechlechtes liegt un-
fern Koburg in Ruinen und von hieraus verbreitete sich
dasselbe nach Sachsen und Oesterreich. Ludwig
Heinrich Philipp Frhr. G. v. G. vermält mit der
Gräfin Maximiliane Christiane von Sponeck
war baden’scher Obristlieutenant und hatte eine Tochter
Luise Karoline geh. den 26. Mai 1768, welche sich
der nachherige Grossherzog Karl Friedrich, f am

10. Juni 1811 in Karlsruhe, zu seiner zweiten Gemalin
erwählte. Die Yermälung fand am 24. November 1787
statt und die hohe Frau, welche zuerst den Namen einer
Freifrau v. Hochberg, dann aber den einer Reichs-
gräfin v. Hochberg (Diplom des Kaisers Franz II.
vom Jahr 1796) führte, starb am 23. Juli 1820 in Karls-
ruhe, nachdem sie am 4. Oktober 1817 zur Prinzessin
von Baden erhoben worden war.

Karl Wilhelm Max Frhr. G. zu G. war 1792
in badischen Militärdiensten und Kammerherr, wurde 1800
Oberststallmeister, 1806 aber wirklicher Geheimerratb und
f in Karlsruhe am 9. Januar 1808 mit Hinterlassung von
Nachkommen. Grundbesitz scheint die Familie in Baden
nicht gehabt zu haben.

Wolfgang Christoph Geyer Frei- und Edler
Herr von Osterburg, kaiserl. wirkl. Kämmerer, sein
Bruder Max Adam und ihr Yetter Johann Adam er-
hielten den reichs- und erbländischen Grafenstand mit
Titel Hoch- und Wohlgeboren Neustadt den 28. Juni 1676.
Wolf Christoph Freiherr v. Geyersberg, Edler Herr von
Osterhurg (vorhin Geyer Edler von Osterburg genannt)
erlangte 1652 Incolut im Herrnstand von Oesterreich ob.
der Ens.

Wappen: von G. u. B. geviert. I. u. IV. links ge-
wendet, auffliegend, den linken Fuss erhebend, ein ^
Geier. II. u. III. über r. Dreiberg ein g. Stern.

Kleinode: zwei Helme. I. mit einer Königskrone
gekrönt auf der der Geier steht. II. b. g. Wulst mit dem
r. Dreiberg und dem g. Stern zwischen -zwei Büffelhörnern,
von denen das rechte b. g., das linke aber g. b. ge-
theilt ist.

Decken: rechts jff g., links b. g.

(Gottschalk, gen. Taschenbuch. 1843. S. 17. Cast
S. XXX. v. Wechm. S. 9 u. 24. Siebmacher, v. Heyer-
Rosenfeld etc.) —

Gillmann (Gilmann). (Taf. 31.)

Bernhard Gilman, Untervogt zu Stockhach
erhielt: Innsbruck den ll.December 1571 einen Wap-
penbrief mit Lehnartikel für Tyrol und wahrscheinlich
Nachkommen desselben: Arnold Ferdinand Herr v.
Merzenhoven-Itteren und dessen Schwester Huber-
tine Josefe Karoline aus Lüttich, erlangten Wien

den 11. Februar 1770 den Reichsritterstand mit „Edler
von“ und am 2. März 1771 wurde die Familie (durch
wen?) in den Freiherrnstand erhoben, welcher Titel den
in Flandern angesessenen Geschlechtsangehörigen am
19. Juli 1830 vom Könige der Niederlanden, be-
stätigt worden ist.

Die in Baden bediensteten Herrn v. G. machten
von dem Freiherrnprädikate keinen Gebrauch. Ernst v. G.
war noch 1845 Rittmeister und Stallmeister bei der Uni-
versität Freiburg, vorher aber Stallmeister hei dem
Landesgestüt. Er starb mit Hinterlassung mehrer Söhne.
N. v. G. Secondelieutenant im Regiment von Stock-
horn f 9. Januar 1828 in Mannheim und Karl v. G.
quittirte 1817 etc.

Wappen (1571) redend. Von B. u. G. gespalten
darin laufend ein bärtiger Mann mit gestülpter spitzer
Mütze, in der Rechten eine g. Lilie (Gilie) haltend, die
Linke in die Seite gestemmt; Rock, anliegende Bein-
kleider und Hut, in gewechselten Schildesfarben.

Kleinod: b. g. Wulst, der Lilienmann wachsend.

Decken: b. g.

Ritterliches und freiherrliches Wappen:
1770 u. 1771 wie es scheint ohne Veränderung.

Von R. u. ijj: geviert. I. u. IV. Kopf und Hals einer
s. Gemse. II. u. III. 8. s. Lilien (3. 2. 3.).

Kleinode: zwei gekrönte Helme. I. wachsend Kopf
und Hals der Gemse. II. s. Lilie.

Decken: rechts r. s. links s.

Nach dem alten Siebmacher Supplemt. erscheint in

I. u. IV. das Vordertheil eines s. Bockes, auch soll das
Wappen der Linie in Flandern von 1830 ebenso sein, nur
der Bock g. Hörner haben und statt der Kleinode der
Helm von einer neunperligen Krone bedeckt werden.

Schildhalter: zwei laubbekränzte und beschürzte
wilde Männer mit Keulen auf gr. Boden.

(Hof- u. Staatshandbücher, v. Wechmar. S. 11. 17.
57. 298. 299. v. Heyer-Rosenfeld. Gritzner. Siehmacher
Suppl.)

Glaubitz. (Taf. 31.)

Uradel aus der Grafschaft Gl atz, der sich in die
Häuser Altengabel und Brieg theilte und in viele
Linien spaltete. Freiherrndiplome erhielten verschiedene
Mitglieder des Geschlechtes für sich und ihre Nachkommen
so: Christof Franz am 13. April 1699, Johann
Georg am 26. Novbr. 1700, Balthasar Abraham,
Gustav Ferdinand und Karl Sigismund 1728,
sowie Franz Erdmann und Kaspar Friedrich am
8. April 1736. (Böhmischer Freiherrnstand). Aus dem
Hause Altengabel wendete sich ein Ast nach Eisass
und von da nach Baden, woselbst zuerst Friedrich
Erdmann. Sohn des eben genannten Franz Erdmann
1718 als baden-durlach’scher Kammerjunker vorkommt.
Gallus Frhr. v. G. war seit 1848 Kammerherr und
ist 1871 t> sein Sohn ist k. preuss. Offizier und sein
Bruder war badischer Obrist. Des Letzern Sohn Theo-
dor aber ist grossh. badisch. Kammerjunker und Bezirks-
förster zu Bühl.

Wappen: in B. rechts gewendet ein s. Karpfen mit
r, Flossen, welchen das Haus Brieg, die s. g. gebun-
dene Linie, mit einer r. Binde umschlungen führt.

Kleinod: der s. Karpfen vor 3 Straussfedern b. s.
b. Das Haus Brieg führt den r. umhundenen Karpfen
und die Federn r. s. h.

Vermehrtes Wappen: wie das Stammwappen
indessen zwei Helme, auf denen sich die Karpfen gegen
einander kehren.

(v. Wechm. S. 11. 17 etc. Hof- u. Staatshandbücher,
Cast. Stammbuch Bd. II. S. 33 etc.)

Götz. (Taf. 31.)

Aus dieser badischen Familie wurde Friedrich
Theodor, geh. in Karlsruhe den 3. November 1750, ein

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