Grass, Carl August von [Bearb.]; Siebmacher, Johann [Begr.]
J. Siebmacher's großes und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollständig geordneten u. reich verm. Aufl. mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen (Band 2,6): Der Adel in Baden: nebst Anhang, die Standes-Erhebungen des fürstlichen Hauses Fürstenberg enthaltend — Nürnberg, 1878

Seite: 94
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DER ADEL IN BADEN, edelleute.

dann gräfl. truchsess-friedbergische Rath Franz Anton
Fidel Ch. erlangte am 14. September 1745 von dem Kur-
fürsten Max III., als Reichsvikar den Reichs- und des
Kurfürstenthu ms - Adelstand und seine Nachkommen sind
im Grossherzogthum bedienstet.

Franz v. Ch. war 1836 Salinen-Verwalter zu Rap-
penau. Eugen v. Ch. ist Hauptmann und Platzmajor
zu Karlsruhe und Leopold v. Ch., Bergmeister und
zweiter technischer Beamter der Saline Rappenau.

Wappen: in B. ein s. Balken, auf dessen oberem
Rand, gegen einander gekehrt, zwei auffliegende, be-
wehrte, s. Schwäne stehen. Der ganze Schild ist mit
einer bis zum oberen Schildesrand reichenden g. Spitze
überzogen, in welcher die Glücksgöttin auf einer r. ge-
flügelten b. Kugel steht, umflogen von r. Schleier, den
sie mit den Händen, rechts oben, links unten, hält.

Kleinod: auf b. g. r. s. Wulst die geflügelte Ku-
gel mit der Glücksgöttin.

Decken: beiderseits oben b. g., unten r. s.

(Ministerial-Akten. Hof- und Staatsbandbticher. v.
Wechm. Handbuch S. 303. Ziegler, München etc.).

Ciavel, (Taf. 55.)

Aus dieser adeligen Familie, welche in Savoyen und
der Schweiz vorkommt, wurde 1806 mit der Oberhoheit
von Fürstenberg der Oberamtmann zu Heiligen-
berg Hofrath N. von Clavel übernommen, welcher am
3. Juni 1838 zu Constanz gestorben ist. Nachkommen
scheint derselbe nicht hinterlassen zu haben, wenigstens
finden sich Edelleute dieses Namens in badischen Dien-
sten nicht mehr.

Wappen: von G. und B. gespalten, darin überein-
ander, die Bärte oben, 3 Schlüssel in verwechselten Farben.

Als Kleinod: fünfperlige Krone.

Anderes Wappen: in B. ein bis in das Schildes-
haupt aufsteigender g. Sparren, oben mit 2, unten mit
einem Jt Hermelinschwänzchen begleitet.

Als Kleinod: fünfperlige Krone.

Welches der beiden Wappen hierhergehört, war nicht
genau festzustellen.

(v. Wechmar S. 47 u. 49. Gritzner, Heydt etc.).

Clossmaim. (Taf. 55.)

Pfälzische Familie, aus welcher der kaiserl. wirkl.
Regierungsrath Philipp Ludwig C. zu Amberg, geb.
zu Mannheim den 9. Oktober 1753 und gestorben als
königl. bairischer Oberappellationsgerichts- Vicepräsident,
sowie dessen Bruder Joseph, München am 25. Mai
1790, von dem Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz,
als Reichsverweser, in den Reichs- u. kurfürstlichen Adel-
stand erhoben wurden. Von dem Letzteren ehedem kur-
pfalzbairischer Hauptmann, geb. zu Mannheim den 7.
Juni 1755 und gestorben den 19. Januar 1826, als gross-
herzogl. badischer Generallieutenant, stammen die im
Grossherzogthum bediensteten Herren v. Cl. ab. Auch
in Baiern finden sich Mitglieder des Geschlechtes. Wil-
helm v. Cl. ist seit 1871 grossherzogl. Kammerherr und
k. preussischer Major a. D. und Julius v. Cl. kaiser-
licher Appellationsgerichtsrath im Eisass.

Wappen: von B. und R. geviert. I. u. IV. 3 g.
Sterne (1. 2). II. u. III. ein s. Schwan, rechtsschreitend
mit erhobenen Flügeln.

Kleinod: gekrönt, wachsend ein geharnischter Mann
mit einem Speer in der Rechten und in der Linken drei
gr. Kleeblätter an langen gr. Stielen haltend. Auf dem
Helme trägt derselbe 2 Straussfedern s. r.

Decken: rechts b. g., links r. s.

Nach Kneschke und Cast, wird statt des Schwans in
II, und HI. ein Pelikan angegeben.

(Ministerial-Akten. v. Wechmar S. 15. 299. Hof- u.
Staatshandbücher, Ziegler-München).

Crousaz, (Taf. 55.)

Altes Adelsgeschlecht im Schweizer Canton Waadt,
welches aber jetzt auch in Preussen vorkommt.

Heinrich von Crousaz aus Lausanne, Kam-
merassessor zu Ansbach, war seit 1818 grossherzogl.
Kammerherr und Hofmeister des Erbprinzen von Hohen-
zollern-Hechingen und starb 1835 zu H ec hingen.

Weitere Mitglieder der Familie finden sich in Baden
nicht mehr.

Wappen: in R. ein s. Taube.

Kleinod: gekrönt, wachsend ein g. Greif.

Decken: r. s.

(v. Wechmar. S. 27. v. Zedlitz preussisches Adels-
lex. I. S. 382 etc.).

Dahmeu. (Taf. 56.)

Diese Familie soll zur ehemaligen adeligen Zirkel-
gesellschaft in Lübeck (siehe in diesem Werke den Adel
der freien Stadt Lübeck) gehört haben, welche von
dem Kaiser Wenzel mit der Vertheidigung und dem
Schutze des Hansebundes betraut war.

Durch die Reformation vertrieben, flüchteten Mitglie-
der derselben nach dem Rheine und kamen, da ihr Wohn-
sitz Düsseldorf kurpfälzisch war, nach der jetzt badi-
schen Pfalz und machten, obschon sie sich in Taufbü-
chern etc. noch als adelig eingetragen finden, keinen Ge-
brauch von dem Prädikate, wie sie denn auch eine badi-
sche Anerkennung des Adels nicht besitzen. ö

Alois D. 1803 mit der Pfalz übernommen, war
Polizeidirektor in Bruchsal, dann geheimer Referendar u.
starb am 22. September 1820 zu Mannheim, Johann
Alexander v. D. aber, vermält mit N. v. Ko pp aus
Cassel, Regierungsdirektor zu Mannheim und seit
1835 Geheimerrath zweiter Klasse.

Von seinen noch lebenden Söhnen war Otto v. D.
Abgeordneter zum badischeD Landtag und zum Zollpar-
lament und Julius Maria v. D., geb. zu Mannheim,
k. k. österreichichischer Rittmeister i. d. A. zu Salz-
burg. Letzterer erlangte Wien den 18. Mai 1869 den
österreichischen Adelstand. Der Bruder desselben aber,
der nach Oesterreich ausgewanderte Otto Konrad Karl
Emil, geb. zu Mannheim, Gutsbesitzer zu Wilten in
Tirol, erhielt auf Grund des ihm verliehenen k. k. Or-
dens der eisernen Krone 3. Klasse, Wien den 4. Mai
1875 den österreichischen Ritterstand.

Stamimwappen: (Siebmacher de 1699 III. T. 192)
in G. zwei gekreuzte Streitkolben.

Kleinod: die gekreuzten Streitkölben.

Decken: ££ g.

Vermehrtes Wappen und von 1869 von B. und
G. getheilt. Oben aus s. Wolken nach rechts gewendet,
ein geharnischter Arm mit gr. Tannenbaum, den Wipfel
links gekehrt, in der Hand. Unten schräg links ein
Anker.

Kleinod: gekrönt, die beiden gekreuzten jj: Streit-
kolben des Stammwappens zwischen einem offenen Flug,
rechts g. b., links b. g. getheilt.

Decken: b. g.

Weiter vermehrtes Wappen 1875 wie 1869.

Kleinode: zwei gekrönte Helme. I. von B. u. G.
getheilter Flügel mit den gekreuzten # Streitkolben be-
legt. II. ft Flügel mit g. Stern belegt.

Decken: rechts b. g., links zfi: g.

(Familienmittheilungen, v. Wechmar S. 114. 116.
120. 121. 311. Badisches Lex. S. 242. Heyer v. Rosen-
feld etc.).

Daraus. (Taf. 56.)

Diese adelige Familie soll wallonischen 'Ursprungs
sein, im vorigen Jahrhundert in Toulouse und Marseille
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