Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Sponsel, Jean Louis; Grünes Gewölbe <Dresden> [Editor]
Das Grüne Gewölbe zu Dresden: eine Auswahl von Meisterwerken der Goldschmiedekunst ; in vier Bänden (Band 3): Kleinodien der Goldschmiedekunst: verziert mit Email und Juwelen, Erzeugnisse der Steinschneidekunst in Bergkristall und farbigen Steinarten in kostbarsten Fassungen, Galanteriewaren und Nippesfiguren, Kabinettstücke ; mit 59 Lichtdrucktafeln, davon 7 farbig — Leipzig, 1929

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.37405#0009
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
DER INHALT DES GRÜNEN GEWÖLBES
ÜBERSICHT ÜBER DEN 3. BAND DES TAFELWERKES
SCHMUCKSTÜCKE
In dem ersten und zweiten Band dieses Werkes über die künstlerisch wertvolle-
ren Stücke der Schätze des Grünen Gewölbes wurden fast ausschließlich Ar-
beiten der deutschen Silberschmiede vor Augen gestellt, die zumeist erst nach
der allgemeinen Einführung ihrer Stempelung — nach 1540 — entstanden sind,
durch welche nicht nur der vorgeschriebene Silbergehalt der Ware bestätigt,
sondern auch der Ort ihres Ursprungs und der Name ihres zünftigen Herstel-
lers bezeichnet wird. Diese Stempel begnügten sich teils auf ein heraldisches
Bild, teils auf den oder die Anfangsbuchstaben des Orts- und des Meisterna-
mens. In den vielfach erhaltenen Zunftakten ist uns eine unübersehbare Anzahl
solcher Meisternamen überliefert. Seitdem zuerst 1890 Marc Rosenberg eine
Auswahl dieser Stempel veröffentlicht hat, darauf in zweiter Auflage seines
Werkes 1911 und in dritter Auf läge 1922—25 diese Auswahl immer weiter ver-
vollkommnet hat, ist uns die Zuweisung der einzelnen Gegenstände an ihre Er-
zeuger ganz wesentlich erleichtert und sichergestellt. Immerhin bleiben aber
auch hiernach noch in manchen Fällen ungelöste Zweifel. Es sei nur erinnert
an den allgemein dem Wenzel Jamnitzer zugeschriebenen großen Prunkkasten
des Grünen Gewölbes (1. Bd. T. 21), der nur den Meisterstempel des Nürnberger
Süberschmieds Nicolaus Schmidt trägt. In anderen Fällen, wo die Meistermar-
ken und Ortsstempel auch nach Einführung der Stempelung fehlen, meist wohl
dadurch hervorgerufen, daß der Meister im Dienst eines fürstlichen Auftrag-
gebers gearbeitet hat und dadurch sich außerhalb der zünftigen Schranken stel-
len durfte, sind wir, wo auch urkundliche Nachrichten keinen oder ungenü-
genden Anhalt geben, auf stilistische Vergleiche mit anderweitig gesicherten
Werken eines Meisters angewiesen. In einem solchen Fall habe ich im zweiten
Band den Wandspiegel der Kurfürstin Sophie von Sachsen, für den urkund-
lich nur sicher steht, daß er von einem Lüneburger gekauft wurde, dem War-
burger Meister Anton Eisenhoidt zugeschrieben. Nachträglich erfahre ich, daß
währenddessen im Grünen Gewölbe bei dem Reinigen aller Teile des Spiegels
an zwei Streitäxten die punktierten Schriftzeichen LM und gegenüber ein
steigender Löwe gefunden wurden. Es fehlt aber doch an dem Spiegel der

1 Sponsel

I
 
Annotationen