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Wurzbach, Alfred von [Oth.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

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https://doi.org/10.11588/diglit.18166#0506
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492

Enden — Engelbertsz.

Enden. Martin van den Enden od.
Eynde, berühmter Verleger, wahrschein-
lich auch Kupferstecher. 1630 in der Gilde
zu Antwerpen. 1645 scheint er sich vom
Geschäfte zurückgezogen zu
haben, denn damals erschien jvj. V. £.
bereits der Name Gillis Hen-
drickx auf den Platten. Seine Adresse ist
die erste auf den Blättern der Ikono-
graphie van Dycks.

Liggeren. II. 8. 313.

Endlich. Philip Endlich, Zeichner
und Kupferstecher, geb. 1700 zu Amster-
dam ; Schüler von Bernard Picart. Die
Portraits sind zumeist nach eigenen Zeich-
nungen gestochen.

Von ihm gestochen: 1. Johann Philip d'Almerie,
Gouverneur. Fol.; — 2. Johann Goswyn Eberhard
Alstein. Eccles. Amst. 1738. ad vivum del. et sc.
Amst. C. Wyers esc.; — 3. Anna von England. Phil,
van Dyk p.; — 4. Leonard Beels, protestant. Prediger;
— 5. Peter Hollebeck, protestant. Prediger. Philipp
Endelich pinx. et sculp. 1716; — 6. Henry Graf von
Moens; — 7. Dessen Gattin Lucia Emerentia de
Burmania; — 8. Johann Xoordbeeck. 1746; — 9. Wil-
lem Karel Hendrik Friso. Phil. v. Dyk p.; — 10.
John Taylor, Augenarzt. 1735.

Immerzeel. I. 222; ■— Kramni. II. 427; —
Blanc. Man. II. 199; — Xagler. IV. 118.

Endt. Jan van Endt, Kunstfreund zu
Amsterdam. Von v. Mander erwähnt.

Hymans, v. Mander. I. 345.

Eneas. Bentname des Malers Steen-
voorde n.

Houbraken. II. 356.

Engel. Adolf Karel Maximilian
Engel, Landschaftsmaler, geb. 24. Dez.
1801 zu Courtray. Schüler von J. B. de
Noter zu Gent; f 24. Aug. 1833 durch
Selbstmord. Gemälde: Amsterdam.

Immerzeel. I. 222.

Engelberts. Albert Carel Fred-
rich Engelberts, Landschaftsmaler, der
jüngste Sohn von Engelbert Michael E.;
geb. zu Gendringen in Gelderland 1830.
Schüler von B. C. Koekkoek, J. B. Klom-
beek und Willem Eoelofs. f IG. Mai 1854.

Kramm. II. 427.

Engelbertsz. CornelisEngelbertsz
oder E n g e 1 b r e c h t s e n, Hist orienmaler,
geb. zu Leiden, angeblich 1468, f daselbst
1533. Er war der Sohn Engelberts,
welcher 1457 als „menuisier" in der Bürger-
garde zu Leiden erwähnt ist, und den man
früher für identisch mit dem Kupferstecher
E. S. von 1466 hielt; aber es läßt sich
nicht der geringste Anhaltspunkt für diese
Vermutung beibringen. K. v. Mander konnte
nicht in Erfahrung bringen, wessen Schü-
ler Cornelis gewesen; 1499 war er in der
Leidner Bürgergarde und am 18. Mai 1522
ist sein Name zum letztenmal in Leidner
Urkunden erwähnt. Er war der Lehrer des
Lukas v. Leiden und auch des Aartgen
v. Leiden (s. Aart Claeszoon. p. 283).
1492 ist ein Cornelis de Hollandere

in der Antwerpner Gilde erwähnt, der aber
mit Cornelis Engelbertsz nichts gemein zu
haben scheint. Sein ältester Sohn, Pieter
Cornelisz, genannt Kunst (geb. um
1490), war Glasmaler und Freund des Lu-
kas v. Leiden (p. 341). Sein zweiter Sohn
hieß Cornelis Cornelisz, gen. Kunst
(1493, f 1544) (s. p. 338), und der jüngste
Lucas Cornelisz de Kok, auch Kunst
genannt (1495, f 1552) (s. p. 341). Von
seinen Gemälden sind wenige erhalten und
nur die im Mus. zu Leiden befindlichen
können mit Sicherheit als Werke seiner
Hand angesehen werden. Er liebt phan-
tastische, fremdartige Kostüme und erin-
nert hierin an die Kupferstiche von Alart
Claesz von Amsterdam. Die Zuweisung
der meisten Bilder, die ihm in den Galerien
zugeschrieben werden, ist ganz willkürlich.
Bei Kramm (II. 431) findet sich eine gläu-
bige Aufzählung derselben;
eine andere bei Middels (IV.
259). Immerzeel (III. 275)

bringt das beistehende Zei-
chen als sein Monogramm.

Portrait: Halbfigur, nach links. Cornelius Engel-
bert Leidan, Pictor. Huic inter primos etc. Aeta-
tis 60. 1528. (H. Hondius exc.)

Gemälde: Aachen. Stadt. Mus. Johannes der
Täufer und Maria Magdalena.

Amsterdam. Christus am Kreuze, umgeben von
Maria und den Heiligen Johannes, Petrus, Franziskus,
Hieronymus und Magdalena, Cacilia und Barbara. Aus
dem Kloster der Schwestern der hl. Brigitta in
Utrecht.

Antwerpen. Zwei Flügclbilder. St. Leonard, die
Gefangenen befreiend, mit St. Georg auf der Bück-
seite; — und die Übertragung der Leiche des hl.
Hubertus mit St. Hubertus auf der Bückseite.

Basel. Koll. Bachof en-Burckhardt. (Ausst. in
Düsseldorf, 1904. K. 202.) Die Kreuzigung. Figuren-
reiche Komposition mit charakteristischer Landschaft
und phantastischen Kostümen. Hauptwerk. (Licht-
druck in Onze Kunst. 1904. II. p. 88.)

Berlin. F. Lippmann. Die Verstoßung der Hagar.
(Lichtdruck in Kat. der Benaissance-Aust. 1898. p. 24);
— Koll. Kaufmann. Christus am Kreuze mit neun Hei-
ligen. Früher Koll. Clave. Ähnlich dem Bilde in
Amsterdam; — Mus. (S. 1212). Dornenkrönung; >-?
Die Berufung des Matthäus zum Apostelamte. Auf dem
roten Beutel des Zöllners das österreichisch-burgundi-
sche Wappen zwischen den beiden kreuzweise gelegten
roten Schlüsseln des Leidner Stadtwappens.

Leiden. Mus. Flügelaltar. Die Kreuzigung mit
zahlreichen Figuren. In den Flügeln das Opfer Abra-
hams und die eherne Schlange. Außen: Ecce Homo
und Christi Verspottung. Die Figuren auffallend lang,
die Farbe kräftig, die Kostüme charakteristisch; —
Flügelaltar. Kreuzabnahme oder Beweinung Christi, von
sechs kleinen Grisailledarstellungen umrahmt. Christus
im Tempel, Flucht nach Ägypten, Darstellung im
Tempel, Kreuztragung, Kreuzigung und Grablegung.
Flügel: St. Cäcilia, Maria Magdalena und eine kniende
Stifterin; Jacobus der Jüngere, St. Gregorius und der
Stifter. Beide Bilder aus dem Kloster Marienpool
bei Leiden. (Gest. bei Taurel. Christelyke Konst.)

London. Nat. Gal. Maria mit dem Kinde in einer
Landschaft. Früher Wallenstein-Koll.; — Barl of
Northbrook. (Ausst. in Brügge. 1902. N. 164.) Ein
Glaubensheld zu Bferd. (Das Bild war als ein Por-
trait Karls V. von Bernaert van Orley ausgestellt); —
Herzog von Norfolk. (Ausst. in Brügge. 1902. N. 244.)
 
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