Wurzbach, Alfred von [Bearb.]
Niederländisches Künstlerlexikon: mit mehr als 3000 Monogrammen (Band 1): A - K — Amsterdam, 1906

Seite: 551
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Francken.

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Calvin, Melanckthon und zahlreiche andere
Zeitgenossen; 1587 für die Kirche des
Kastells von Antwerpen eine Verklärung
Christi für 144 Pfund flämisch. (1832
bei dem Bombardement der Stadt ver-
brannt. Pinchart Arch. L 52.) Ein im
Jahre 1594 für die Kathedrale gemaltes
Bild wurde später durch ein älteres Ge-
mälde von Jan Matsys ersetzt und ist
seitdem verschollen. Am 3. Dez. 1596
kaufte Fr. das Haus „den Gulden Cop",
welches er bewohnte. Am 15. März 1613
machte er mit seiner Frau ein wechsel-
seitiges Testament und starb am 3. Okt.
1616. Er ward in der St. Andreas-Kirche
begraben. Seine Witwe starb am 5. Sept.
1639. Frans hinterließ eine beträchtliche
Gemäldesammlung, in welcher sich be-
sonders zahlreiche Portraits berühmter
Persönlichkeiten befanden. Er ist kein
sehr bedeutender Meister und kein Kolo-
rist, aber in großen Kirchengemälden ganz
wohl am Platze. Seine Bilder sind noch
nicht von den Arbeiten des jüngeren Frans
Francken geschieden; noch häufiger wer-
den sie infolge des gleichen Monogramms
mit Frans Floris verwechselt. Vom Jahre
1597 an setzte er seiner Signatur „den
ouden" vor oder die Abkürzung D. o., so
viel als der Alte, um nicht mit seinem
Sohne Frans Francken II. verwechselt zu
werden; er signiert somit: Den ouden
Frans Francken, oder D. 0. F. Francken
oder D. 0. F. F.

Gemälde: Antwerpen. Kathedrale Notre Dame.
Flügelaltar. Jesus unter den Schriftgelehrten. Links:
St. Ambrosius tauft den St. Augustinus; rechts: Der
Prophet Elias und das Wunder von Sarepta. Unter
den Schriftgelehrten sind die Portraits von Luther,
Calvin und anderen Zeitgenossen. 1586. Hauptwerk
in der Art des Frans Floris. (Siehe die Geschichte des
Bildes bei v. d. Branden, p. 344); — (St. Antonius-
Kapelle.) Christus am Kreuze zwischen Maria und
Johannes, umgeben von 14 kleinen Darstellungen aus
dem Leben Christi; — Jakobskirche (St. Peter- und
Paulkapelle). Zwei Flügelbilder. Grablegung Christi
und Christus erscheint der Magdalena, mit St. Se-
verus und St. Ambrosius auf der Rückseite (in Grau);
— Mus. Kampf des Eteocles und Polynikes.

Bamberg. Städtische Gemäldesammlung. Eine
Tanzstunde. Bez. Do. FFrancken in et F.

Berlin. Christus am Kreuze.

C a e n. Die Sklaven der Liebe. Bez. Do. Franc.
Franck inventor f.

D o u a i. Das Fest des Belsazar.

Dresden. Christus auf dem Wege nach Gol-
gatha. Do. F. Franck. Ao. 1597. inventor et fecit.

Paris. Louvre. Die Geschichte der Esther in meh-
reren Episoden.

Petersburg. Eremitage. Die Hochzeit zu Kana.

ia wird dem Volke ge- r e «,
F. Franck. in. 4 J TO. 7) cK • IN

Wien. K. Museen.
Krösus zeigt dem So- 2). 0 fpFKANCJi *Jtf

Ion seine Reichtümer.
Bez. D. o FFranck in.
Christus wird dem Volke ge-
zeigt.

Der Kat. de Reus (Brüs-
sel 1777) erwähnt ein Bild von Fr. Francken: Der
Gemäldesaal der Erzherzoge Albert und Isabella, welchen
der Künstler selbst einige Bilder zeigt; — Ein ähnli-
liches Bild ist im Kat. König Karl I. (p. 154. N. .U)
angeführt.

Nach ihm gestochen: 1. Maria mit dem Kinde.
En sincerus Amor etc. F. Franck inv. J. B. Barbe sc.
Theod. Galle exc. Fol.; — 2. Kreuzigung. F. Franck
inven. C. I. (Christoffel Jeghers) 1637. (Liggeren.
I. p. 648); — 3. Der hohe Rat verurteile Christus.
F. Franck p. Egbert v. Panderen sc. Qu. roy. fol.
(Siehe auch Ambrosius Francken.)

Hymans, v. Mand e r. I. 349, 350; II. 72, 168, 169;
— v. d. Branden. 342; — Pinchart. Arch. L
52; — L i g g e r e n. I.

Francken. Frans Francken IL,
Maler und Radierer, Sohn des Frans
Francken L, der bedeutendste der ganzen
Familie, ist 6. Mai 1581 zu Antwerpen
geboren und f 6. Mai 1642 daselbst. Er
war ein Schüler seines Vaters,, der, um
seine Werke von jenen seines Sohnes zu
unterscheiden, von nun an den ouden
Frans Francken unterzeichnete. 1605 war
er Meister in Antwerpen. Es ist bemer-
kenswert, daß in seinen Bildern kein Ein-
fluß des Rubens wahrnehmbar ist, sondern,
daß er mehr zu der älteren Manier seines
Vaters hinneigte. Er scheint vor seinem
Eintritte in die Gilde in Italien gewesen
zu sein, aber es findet sich hierüber keiner-
lei Nachricht. Am 29. Nov. 1607 kauft
er in Antwerpen ein Haus, nachdem er
am 8. Nov. 1607 Elisabeth Placquet ge-
heiratet hatte. Ihr erster Sohn Frans
III., gen. der Rubens sehe Francken,
ward noch in demselben Jahre geboren.
Am 6. Xov. 1609 gebar Elisabeth eine
Tochter; 2. Aug. 1611 einen Sohn Jeroom.
Ein Sohn Jan Baptist starb als Kind,
ein anderer, Ambrosius, ward Mönch, eine
Tochter Elisabeth heiratete den Maler Ar-
tus Deurweerders und Anna den Maler
Philipps Zweerts. Am 22. Sept. 1614 war
Fr. Dekan der Gilde. Er hatte nur einen
Schüler Daniel Hagens, der, 13 Jahre
alt, vom 2. Febr. 1617 bis 1619 für 150
Gulden jährlich, bei ihm lernte und ver-
köstigt ward. Am 12. Aug. 1616 kaufte
er ein zweites Haus und verkaufte das
erste an seinen Schwager Elias de Hooge,
einem Schüler seines Vaters. Seine Witwe
starb am 12. Mai 1655. Solange sein
Vater lebte, bezeichnete er Den jongen
Frans Francken; als sein Sohn Frans III.
zu arbeiten begann, bezeichnete er, wie
ehedem Frans Francken I., „den ouden
Frans Franken". Es ist demnach nicht
immer möglich, zu sagen, welcher Francken
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