Zimmermann, Karin [Editor]
Die Codices Palatini germanici in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Cod. Pal. germ. 1 - 181) — Wiesbaden, 2003

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COD. PAL. GERM. 156

rius/Petrus Huberus.-IPolliti Wirtembergia/'Johannes Wolfgangus ab Amneril/Fridericus
Schutz/Samuel MeyerI'Anthonius Marisma. Die Unterzeichner stellen fest, daß die von beiden Sei-
ten mitgeschriebenen Reden des Gesprächs keine Beglaubigung der Gegenseite besitzen. Damit
sollte dem - später dennoch ausgebrochenen - Streit um die korrekte Wiedergabe der Gespräche
im Druck vorgebeugt werden. Zum Mömpelgarder Gespräch (21.-26. März 1586) vgl. TRE 28,
S. 666; weitere Literatur S. 673, 676-681. Die Akten des Gesprächs wurden von württembergi-
scher Seite gedruckt als Acta colloquii Montis Belligartensis quod habitam est a. Chr. 1586 prae-
side Friderico, Comite Wirtembergico ... inter Jacobum Andreae et Theodorum Bezam, Tübin-
gen 1587 (VD 16, A 2487; dt. Ausgabe, Tübingen 1587 [VD 16, A 2489]). Die calvinistische Seite
antwortete darauf aus ihrer Sicht mit Ad acta colloquii Montisbelgardensis Tubingae edita, Theo-
dori Bezae Responsio, Genf 1587 (VD 16, B 2506-2507, dt. Ausgabe, Heidelberg 1588); vgl. auch
Martin BRECHT/Hermann Ehmer, Südwestdeutsche Reformationsgeschichte, Stuttgart 1984,
S. 267-269. Herzog Friedrich von Württemberg (1557-1608) regierte in Mömpelgard seit 1558,
zunächst unter Vormundschaft Herzog Christophs, ab 1581 selbständig, in Württemberg ab 1593
(vgl. ADB 8, S.45-48; NDB 5, S. 593-594; Das Haus Württemberg, S. 139-142). Jacob Andrea
(1528-1590; ADB 1, S. 436-441) war 1562-1590 Propst und Kanzler der Universität Tübingen.
Theodore de Beze (Theodorus Beza; 1519-1605) war ein Genfer Clavinist (vgl. Paul-Frederic
Geisendorf, Theodore de Beze, 2. Auflage, Genf 1967; TRE 5, S. 765-774; Frederic Gardy, Bib-
liographie des (Euvres theologiques, historiques et juridiques de Theodore de Beze, Genf 1960,
S. 197-200 [hier auch speziell zum Mömpelgarder Gespräch]; Dionysius Kempff, A bibliography
of Calviniana 1959-74, Leiden 1975, S. 146 -148). Lukas Osiander (der Ältere; 1534-1604; ADB
24, S.493-495) war ab 1557 Superintendent in Blaubeuren, seit 1562 Stadtpfarrer an der Leon-
hardskirche in Stuttgart und seit 1567 Hofprediger. Abraham Musculus (1534-1591) war Calvi-
nist aus Bern. - 201v, 202*r/v leer.

MM

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Johannes de Thurocz: Chronica Hungarorum, deutsch

Papier • 189 Bll. ■ 31,4 x 21,2 • Bayern • nach 1490

Lagen: II3* (mit Bl. 1»* [ehemaliger Vorderspiegel]) + (VII+3)15 (mit Bll. 4»-5») + (V+l)26 + 11 VI158 + VII172* +
(V+l)183 ; vorne und hinten je ein modernes Vorsatzbl., ungezählt. Eingeheftete Einzelblätter: 4* (Pergament), 1
und 5 (Papier; Illustrationen). Foliierung des 17. Jhs.: 1-170. Bll. 1**, l*-5*, 171*—183* mit moderner Zählung.
Wz.: Ochsenkopf mit einkonturiger Stange mit Blume mit Beizeichen (Bl. 2*), ähnlich Piccard 2, Typ XII/796
(Innsbruck, Pappenheim 1492, 1493); Ochsenkopf mit zweikonturiger Stange mit Kreuz mit Schlange (verschie-
dene Varianten, eine Variante identisch in Cod. Pal. germ. 170), nicht nachweisbar. Schriftraum: 21,5-22,5 x 15 -16;
35-36 Zeilen. Zeilengerüst blind geritzt. Bastarda von einer Hand, Überschriften in größerem Schriftgrad. Epitaph
(1707unten) von einer zweiten Hand. Wenige Korrekturen von der Hand des Schreibers. Fleuronnee-Initialen in
Blattgold über zwei Zeilen mit Binnenfeldornamentik und Besatzfleuronnee in den Farben Grün und Rot-Violett.
Rote und Blaue Lombarden über zwei bis drei Zeilen, wenige nicht ausgeführt (23v, 152r, 153r, 166r). 133r Lombarde
über fünf Zeilen mit rot-blau gespaltenem Buchstabenstamm. Zahlreiche Cadellen. Unterlängen der letzten Zeile
häufig stark verlängert und in Achterschlingen endend, selten rot. Übliche Rubrizierung. 41 kolorierte, teilweise
mit Blattgold oder -silber gehöhte Federzeichnungen (Abb. 9); überwiegend ungarische Herrscher, meist thro-

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