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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Iwein – digital

Der Iwein, früher auch bekannt als Der Ritter mit dem Löwen, ist der zweite Artusroman Hartmanns von Aue, entstanden ist er um das Jahr 1200. Nach Ansicht der Forschung handelt es sich um sein letztes Werk. Auf jeden Fall ist es der am breitesten überlieferte Text Hartmanns und damit wohl auch jener, der am meisten und vor allem am längsten gelesen wurde. Die Überlieferungszeugnisse reichen bis ins 16. Jahrhundert. Die meisten Handschriften jedoch waren bislang der Forschung nur schwer zugänglich.

Auf dieser Website finden Sie eine elektronische Textdatenbank zum Iwein, die sich aktuell im Aufbau befindet. Sie wird bestehen aus einer virtuellen Handschriftenbibliothek, Transkriptionen aller Überlieferungszeugnisse und der Edition ausgewählter Textzeugen. Damit wird einer der bedeutendsten Texte des deutschen Mittelalters in seiner komplexen und vielschichtigen Überlieferung das erste Mal gründlich und vollständig erschlossen. Viele Handschriften waren der Öffentlichkeit bislang nur eingeschränkt zugänglich, und abgesehen von den häufig untersuchten und mehrfach edierten Handschriften A und B haben die einzelnen Textzeugen wenig Aufmerksamkeit gefunden. Es ist davon auszugehen, dass diese umfassende Präsentation des Materials die Iwein-Forschung auf eine völlig neue Grundlage stellt. Es steht zu erwarten, dass sie zu ganz neuen Perspektiven auf Hartmanns Roman und dessen Textgeschichte führen wird. Darüber hinaus wird Iwein – digital aufgrund des Reichtums an Textzeugen überlieferungskritische Studien ermöglichen, die auf basale Fragen der Textkritik und der Überlieferungsgeschichte höfischer Literatur hinführen oder reagieren.

Fertiggestellt wurde zunächst die virtuelle Handschriftenbibliothek mit digitalen Abbildungen möglichst aller Handschriften und Fragmente, flankiert von Emil Henricis Kollationen, die er für seine Edition von 1891 vorgenommen hat. In einer zweiten Phase werden schrittweise die Transkriptionen neben den Handschriften erscheinen. Beginnend mit 2022/23 werden nach und nach Editionen ausgewählter, wichtiger Überlieferungszeugen zugänglich sein. Aus diesem Grund ist die Seite mit den Editionen noch nicht aktiv; und die Seiten zu Editionsprinzipien, Funktionalität, Nutzungsbedingungen und Literatur sind noch unvollständig.

Technisch erfolgen die Transkriptions- und Editionsarbeit im XML-Format nach den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI). Für die konkrete Ausgestaltung der Kodierung folgen wir den Vorgaben von HeiEditions. Alle Bild- und Textdaten werden frei von Einschränkungen online zugänglich gemacht (Open Access).

Iwein – digital wird gemeinsam betrieben von Florian Kragl (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und Victor Millet (Universität Santiago de Compostela) in Zusammenarbeit mit der UB Heidelberg. Die Transkriptionen werden in Erlangen und Santiago de Compostela erstellt. Die Editionen ausgewählter Überlieferungszeugen verantwortet Victor Millet; Florian Kragl wird sich um eine umfassende textkritische Sortierung und Erschließung des Textmaterials bemühen.