Zupitza, Julius [Editor]
Dietrichs Abenteuer von Albrecht von Kemenaten nebst den Bruchstücken von Dietrich und Wenezlan (Deutsches Heldenbuch, fünfter Teil) — Berlin, 1870

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Dietrich und Wenezlan LIU

ill f. daz man solte strîten : genuogé sach man an den zîten. 179/.
gebären trûreelîche. hin vert Etzel der riche, 361 /. von ir swertes
ecken, si begunden diu gebot lecken, bei andern könnte man auch an-
ders lesen, die betonung scheint nur zwischen dem auftakt und ersten fusse
zu schweben: 136 her re. 181 al'len. 509 jâ her're. deshalb habe ich
344 eine Umstellung vornehmen zu müssen geglaubt, die Senkungen fehlen
oft, der auftakt ist häufig zweisilbig, manchmal sogar dreisilbig: 97. 98.
115.489.494.

Da die handschrift noch aus dem 13. Jahrhundert stammt, keines-
wegs aber, wie die manigfachen Unrichtigkeiten zeigen, das original sein
kann: so ist das gedieht wohl noch in die erste hälfte desselben zu setzen.
— die hs. ist österreichisch, wie das häufige ei (z. b. seit 138. stôreîe 269.
weichen 407. weichende 464) und ou {z. b. roumten 38. ouf 273. ouz
351) für î und û beweist, aber österreichisch ist auch das gedieht selbst,
ich berufe mich zur stütze dieser behauptung auf lecken (362. vgl. Jänicke,
einleit. zum Bit. IXf.); auf vruoimbizzît (373), das ausserdem nur noch
in der österreichischen Rabenschlacht (587) nachgewiesen ist; auf sidere
(456) für sider, das die Rabenschlacht sehr häufig zeigt und einmal auch
Dietrichs flucht (Martin zur Rh. 189, 6J; endlich auf 21 f. daz er wil
nimmer ûf gehân od er müeze dich besten, da dieser gebrauch von od
{für od er wäre gewöhnlicher ernej, der in der Rabenschlacht und in Die-
trichs flucht sehr häufig ist, mir Österreichisch scheint, für die reime ier :
ir, er : er vgl. gr. I3, 206. Neidh. 125,30. 32. einl. zu Biter, mil f.

Die fabel hat der dichter ohne zweifei frei erfunden, wenn er 283
sagt 'ouch hœrt die âventiure lesen', so versteht er unter der âventiure
sein eigenes gedieht, nicht seine quelle, der iiihalt des ganzen gedichtes lässt
sich aus dem erhaltenen nicht ermitteln, nur soviel ergibt sich: Dietrich
befindet sich in der Verbannung bei Etzel (37 f.), dieser selbst aber ist, wie
es scheint, im kriege mit dem im heunischen heere noch nicht gekannten
(24$". 85/f.) Polenkönige Wenezlan begriffen, da sich seine mannen {nach
169) unter zelten befinden. Wolfhart und Hildebrand sind in Wenezlans
gewalt, indem sie vielleicht gefangen worden sind, als sie vor dem heere als
kundschafter in das feindliche land geritten. Wenezlan schickt nun Wolf-
hart an Dietrich mit einer forderung zum einzelkampfe, deren annähme,
wie aus 42 hervorgeht, allein das leben der beiden gefangenen retten kann.
Dietrich nimmt sie an und Etzels ganzes heer rückt mit ihm dem feinde
entgegen über die Salza (welcher fluss ist gemeint? die Salzach doch un-
möglich, wohl der rechte nebenfluss der Ens?) in dessen land, wo der
Zweikampf in gegenwart der beiden heere stattfindet, es sind dabei auch
fronen (281) zugegen, namentlich auch eine königin (384), ohne dass man
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