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LIV Einleitung

aus dem erhaltenen erfährt, wer sie sind und wie sie hierher kommen,
die entscheidung des kämpf es ist auch nicht erhalten, aber nach seiner
ganzen anläge kann nur Dietrich gesiegt haben.

Der könig Wenezlan ist entschieden, wie schon Wackernagel behauptet
hat, identisch mit dem Wizlân (einmal 6237 Wineslan geschrieben) im
Biterolf (HS idi), der dichter des Wenezlan scheint zur er findung seiner
fabel veranlasst worden zu sein durch Wizlans worte im Bit. 6536 ff. 'ja
gestreit ich willeclicher (als mit den Heunen und Amelungen vor Worms)
nie, beide ich und ouch die mine. Etzele unde al die sine die habent
vinde undr uns hie. er wolde mich des twingen ie daz wir im weeren
undertân, ich und mîn bruoder Poytân.3 dass dabei aus einem Böhmen-
könige ein Polenkönig geworden, darf bei der gewöhnlich ungenauen und
schwankenden bezeichming der östlichen Völker niemanden wundern, wie
denn auch in unserm bruchstücke Wenezlans leute der Riuzen her (478)
heissen.

So übergebe ich denn dieses werk der Öffentlichkeit, es war mir nicht
vergönnt an seiner Vollendung stätig zu arbeiten: das werden loohlwollende
beurteüer hoffentlich bei manchem mangel als Entschuldigung gelten lassen.
dass es aber überhaupt erscheint, dafür gebührt aller dank dem vater die-
ses heldenbuchs, prof. Müllenhoff. ohne seine aufmunterung und ohne
das sichere und wahrlich nicht geteuschte bewustsein, dass er mir dabei mit
rat und tat helfend zur seile stehen würde, hätte ich mich namentlich an
die bearbeitung der Virginal nicht gewagt, mit seltenster aufopferung sei-
ner zeit hat er sich einer sorgfältigen präfung meines textes unterzogen
und dabei, wo ich schwankte, entschieden und, wo ich keinen rat wüste,
oft geholfen, seinen Verdiensten um meine wissenschaftliche förderung hat
er dadurch die krone aufgesetzt: der herzlichste dank sei ihm dafür auch
öffentlich ausgesprochen.

Breslau, den 21. dezember 1869. J. Z.
 
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