Allgemeine theologische Bibliothek — 4.1775a [VD18 90309928]

Seite: 164
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164 Fortgesetzte Betrachtungen.
Aufopferung Isaaks S. zrz u. ff. leiden keinen
Auszug; man muß sie ganz lesen.
Die dritte Abteilung geht von Isaak bis zu
Jakobs Reise in Aegypten. Von der betrügerischen
Erschleichung des väterlichen Segens, schreibt der
Hr. Verfasser: Sowohl beyde Brüder, als der
Hintergangene Vater sind in der abergläubigen Ein-
bildung von der Kraft des väterlichen Segens daß
derselbe, auch ungeachtet alles dabey vorgegangencn
Irrthums unwiderruflich sey. Die Handlungen Ja-
kobs . da er den Segen erschlich, und unverschämt
genug war, für eine solche Lumpenkleinigkeit, als
ein Gericht Essen war, einen so unschätzbaren Vor-
zug, als das Recht der Erstgeburt war, zu verlan-
gen, und sich dabey des Hungers, der Müdigkeit
und des Leichtsinns feines Bruders zu Nutze zu ma-
chen - belegt der Hr. Verfasser mit dem rechten Na-
men, niedrige Handlungen. Der Recensem konn-
te schon in seiner frühesten Kindheit diese Geschichte
nicht ohne Anstoß und Widerwillen lesen; und doch
können manche glauben, daß es wider die Ehrfurcht
sey, welche man der Bibel schuldig ist, wenn man
diese Handlungen mißbilligt. Als wenn alles das
erlaubt und gut wäre, was die Alten gethan ha»
ben?>— warum macht denn nicht auch Davids Bey-
fpiel Ehebruch und Mord erlaubt? wenn Gott im
zehnten Gebot es zur Sünde macht, geringere Gü-
ter seines Nächstens zu begehren, um wie viel mehr
mußte es Sünde seyn, ihm einen so großen Vorzug,
als die Erstgeburt war, abwendig zu machen. Ue-
brigens glaubt der Recenfent bey angestellter Ver-
gleichung , die größte und treffendste Aehnlichkeit
zwischen dem Charakter Jakobs, und dem herrschen»
den
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