Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 26.1901

Page: 164
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1901/0174
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
164

Ο. RUBENSOHN

glischen Seekarte fälschlich Phillenghi-Bay genannte Bucht τό
Φιλίζι begrenzt und hat wahrscheinlich im Altertum den Namen
Sunion getragen (vgl. Ptolem. III 15, 30), denn es ist das einzige
grössere Vorgebirge der Insel, auf dem sich umfangreiche antike
Anlagen nachweisen lassen. Die ausgedehntesten derselben fin-
den sich in der τοποθεσία ή Καργαδοΰρά, dem kleinen felsigen
Vorsprung im Osten dieser Halbinsel, nordöstlich von der zer-
störten Kirche Sta Maria, der auf der englischen Seekarte als
Agria Pt. bezeichnet ist. Die hier befindlichen Ruinen sind auf
der Seekarte schon angemerkt, sie müssen zur Zeit der Anfer-
tigung der Karte bedeutend ansehnlicher gewesen sein als
heute, denn noch vor wenigen Jahren sollen grosse Mauerzüge
über dem Boden aufrecht gestanden haben. Heute ist fast alles
zerstört, nur an einigen Stellen sind die untersten Schichten
der Fundamente noch in situ, sonst lässt sich nur an den
Einarbeitungen im Felsboden und an den umherliegenden
Brocken von Marmorquadern und Thonscherben erkennen,
dass auf diesem mässig hohen Felsenhügel, von dem aus
sich eine prächtige Fernsicht über das Meer und die Inselwelt
darbietet, ehemals bauliche Anlagen gestanden haben. Auf
der höchsten Erhebung des Hügels lässt sich das Fundament
eines grossen quadratischen Baus von 31 mX3i, 20 m verfolgen,
der genau von N. nach S. orientiert ist; auch eine Quermauer
lässt sich innerhalb dieses Vierecks noch beobachten. Eine
zweite ähnliche Anlage, orientiert wie die erste, liegt auf
dem etwas niedrigeren westlich anstossenden Plateau. Bei der
gänzlichen Zerstörung lässt sich nicht mehr erkennen, welcher
Art diese Bauten gewesen sind ; nach der Lage möchte man
in erster Linie. an militärische Bauten, eine Festungsanlage
oder dergleichen denken. Jedoch ist auch ein Heiligtum
nicht ausgeschlossen. Weitere Ruinenstätten finden sich am
Westrand der Flalbinsel (auf der Seekarte verzeichnet) und
südlich davon an der Küste in unmittelbarer Nähe der weithin
sichtbaren Kirche Ζωοδόχος πηγή. Was an Mauerresten an
der ersteren Stelle über dem Boden sichtbar ist, habe ich
nicht untersucht; nach mir zu Teil gewordenen Informationen
handelt es sich um die Reste eines Wachtturms. An dem zwei-
ten Punkt sind Mauerreste überhaupt nicht über dem Boden
loading ...