Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 46.1921

Page: 152
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1921/0158
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
152

Walther Kolbe

ins Jahr 157 setzt, ist es undenkbar, daß die Epheben dieses Archontats
zehn Jahr später bereits als Prytanen fung-ieren. Da das Jahr 167/8 für
die ävaQ'/ja 11 feststeht, so muß der Fehler in dem Ansatz von Rufus
stecken. Dieser von Graindor übersehene Punkt ist fiir mich von aus-
schlaggebender Bedeutung. Aber auch was er selbst Bull. Corr. Hell. 1915,
380 für die friihe Ansetzung der Gruppe beigebracht hatte, spricht laut
gegen seine neueste These. Im Prytanenkatalog aus Phileas’ Jahr Aeh.
uqx. 1892, 38 erscheint ’ÜQÖehvio^; Aolhavog. Da er nach Suidas s. v.
Aolhavog unter Hadrian gelebt hat, müssen wir uns hüten, Phileas
zu weit herabzurücken. Den gleichen Schluß legt uns die Erwähnung
des Kh Jo/veriavog im gleichen Katalog nahe, denn er hat vermutlich
131/2 das Archontat geführt (vgl. Graindor, Bull. Corr. Hell. XXXVIH
1914, 375 ff.). Schließlich ist die Übereinstimmung im Schriftcharakter
der Prytanenlisten aus Praxagoras’ und Phileas’ Jahr nicht zu unter-
schätzen. Der von Graindor ebd. 381 gezogene Schluß, daß beide Ar-
chonten benachbart sind und aus diesem Grunde Phileas in den Anfang
der Regierung des Antoninus gehört, drängt sich jedem unbefangenen
Beurteiler auf. Bei dieser Sachlage sehe ich es als einen Beweis für die
Richtigkeit der von mir oben aufgestellten Archontenliste an, daß nach
ihr im Anfang der 40er Jahre für unsere Gruppe der Vier Platz ist,
nämlich 140/1—144/5; erst 145/6 ist durch cVL ’jQQiavög (= 10. Jahr
des Ab.) sicher besetzt. Wir erhalten also:1)

140/1
141/2
142/3

143/42) \ Ovißovlhog Povcfog
144/5 ]

Nur das kann Gegenstand der Untersuchung sein, ob Attalos 140/1
oder 141/2 usw. arrzusetzen ist. Hier hilft uns das Bruchstück der delischen
Inschrift Bull. Corr. Hell. 1904, 186 n. 61 vielleicht weiter. Es stammt,
wie es scheint, von der Dodekas-Inschrift des lebenslänglichen Apollo-

0 Das Zeichen bedeutet, daß die Archonten keinem festen Jahre
zugewiesen werden können.

2) Das Ergebnis, das wir gewonnen haben, gibt eine gewünschte Bestäti-
gung dafür, daß ä. Sulla nicht mit Dittenberger zu IG. III 70 ins Jahr 143/4
gesetzt werden kann.

Kl. Atxakog 11

n. A'ihog (frileag

116. A'ihog 'AhtavÖQog 1
loading ...