Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 47.1922

Seite: 77
DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1922/0083
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Die Tripodenstraße in Athen

77

wurde das antike Außenniveau erreicht. Der Niveauunterschied zwischen
dem Boden des Heiligen Bezirks, der an der Stoa hinter der Skene von
Dörpfeld als 88,60 m über dem Meeresspiegel angegeben ist, und dem
Außenniveau (82,50 m) beträgt 6,10 m. Von Süden und außen betrachtet
lag also der Dionysosbezirk auf einer Terrasse von 6,10 m Höhe über dem
Außenniveau. Die Terrassenmauer nimmt an der Ostseite bei allmählich
ansteigendem Gelände nach Norden hin an Höhe ab. Da, wo der Niveau-
unterschied zwischen innen und außen am geringsten ist, in der nörd-
lichen Hälfte der Ostmauer, ist das Propylon zu suchen: es liegt dann
gerade gegenüber vom Alten Tempel, zu welchem die Tripodenstraße
schon vor dem IV. Jahrhundert führte.

Bemerkenswert sind die Höhenverhältnisse im Dionysosbezirk und
in der Parodos, wo das antike Niveau beim Xenoklesdenkmal mit 92,04 m
gesichert ist. Die Brecciahintermauerung der Stoa ist um ihre östliche
Schmalseite herumgeführt, was darauf hinweist, daß die Stoawand an
dieser Seite gegen Erddruck und Feuchtigkeit geschützt werden sollte:
also Außenniveau höher als Innenniveau. Die Hintermauerung ist aber
über die Schmalseite der Stoa hinaus als einreihige Terrassenmauer aus-
geführt. Eine solche war von unbedingter Notwendigkeit, da bei Regen-
giissen die Erdmassen in den tiefer gelegenen Dionysosbezirk hinunter-
geschwemmt worden wären. In ihrem weiteren Verlauf biegt die Terrassen-
mauer nach Osten um, nach der Stelle zu, in deren Nähe wir das Propylon
annahmen. Es erscheint demnach klar, daß der östliche Zugang zum
Theater ein Rampenweg war, der vor dem Propylon, zwischen Odeion und
dem tiefer gelegenen Dionysosbezirk hindurch, zur östlichen Pärodos
lührte.

A t h e n , Winter 1921. G a b r i e 1 W e 11 e r.

artiges Bauglied, das aber bei seiner hierfür ungewöhnlichen Dicke keine Tempel-
metope sein kann. Der Vergleich mit den Metopen am Altar des Tempels von
Korfu zeigt die Zugehörigkeit dieses Bauglieds zu einem ähnlichen Altar. Zwei
andere gleiche Platten befinden sich in der Südwand des Hauskomplexes an der
cAy. naQaaxevij. Unmittelbar hinter der Mauer fanden sich polygonale Quadern
in ursprünglicher Lage, so daß eine ältere, polygonale Bezirksmauer gesichert
ist, die an mehreren Stellen hinter der Quadermauer festgestellt wurde.
loading ...