Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 47.1922

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Ernst Buschor

Kantharos in Athen Coll.-Couve 630 Tat. 26 (Taf. Xll 2), der Klitiaskrater
F.-R. 3, die Amphoren Vente Drouot, Paris 1901, Nr. 13 und Corneto,
Phot. Moscioni 8626/27, die Akropolisscherben Gräf 466 und 711
(Taf. XI11 1), die affektierte Amphora Mus. Greg. II 51. Aber um 550
oder bald danach, etwa zwischen dem Klitiaskrater und der Kolchoskanne,
wird die alte strenge Komposition gesprengt, und wir miißten für die Folge-
zeit ein großes befreiendes Vorbild postulieren, auch wenn wir unserti
Löwengiebel nicht hätten. Vielleicht schon die Lekythos Athen Nat.-Mus.
415 (Taf. XIV 1), deutlicher die Kolchoskanne (Wiener Vorlegebl. 1889
Taf. 1), der Genfer Krater Phot. Giraudon 11 (Taf. XIII 2), die Hydria
Louvre E 734 (Pottier II Taf. 54 = Morin-Jean, Dessin des animaux
S. 138), die atfische Augenamphora Am. Journ. Arch. 1916, 315, die Eck-
gruppen des Alkmäonidengiebels B.C. H. 1901 Taf. 9 (Fouilles de Delphes
11 Taf. 12), der Skyphos des Athenei Nationalmuseums 14905 (Taf. XIV2),
die Schildzeichen Mon. I 21 und VIII 41 stehen mehr oder weniger unter
seinem Bann.

Zu welchem 4'empel hat dieser mächtige Giebel gehört? Man hat
den Peripteros vorgeschlagen, die Erweiterung des Antentempels bei
den Kultmalen. Das hat große Schwierigkeiten. Der Giebel ist fiir diesen
Bau zu klein und kann in dessen Tympanon nur angebracht werden, wenn
man ihm einen halben Meter Stufe unterlegt (Heberdey S. 166). Der
Antentempel miißte schon 20 Jahre nach seiner Erbauung wieder, wenig-
stens in seinem Oberteil, abgetragen worden sein. Die Architektur des
Peripteros miißte, abgesehen vom Dach und Gigantengiebel, bereits dicht
an die Jahrhundertmitte heraufgerückt werden, obwohl nach Dörpfeld
(Wiegand S. 126) Material und Technik der Fundamente mit dem athe-
nischen Olympieion, dem delphischen Alkmäonidentempel, dem ar-
chaischen Telesterion in Eleusis übereinstimmen, obwohl er T-Klammern
und Steilkapitell hat. Der rückwärtige Giebel müßte vor dem Front-
giebel. ja vielleicht schon vor dem Entwurf der Architektur (Heberdey
S. 168) in Auftrag gegeben worden sein, der alte Porosgiebel müßte
neben der marmornen Gigantomachie existiert haben oder in der Zeit
dieses Marmorgiebels durch einen andern ersetzt worden sein, von dem
wir entweder keine Reste haben oder der in unarchaischer Weise seinen
älteren Vorgänger kopiert (Heberdey S. 169).

Ich möchte einen anderen Vorschlag wagen. Die Herstellungsver-
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