Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 12.1896

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Tafel 37. Chorabschluss im Franziskanerkloster zu Lesina
(Dalmatien); aufgenommen von H. E. von Berlepsch und
Fr. Weys s er, Architekten in München.
Tafel 38. Kreishaus in Bochum; erbaut von Regierungs-
baumeister L. Schönfelder in Berlin.






Grundrisse des Kreishauses zu Bochum;
erbaut von Regierungsbaumeister L. Schönfelder in Berlin.

schaftsräume, wie sie den Landräten zur Erfüllung ihrer Re-
präsentationspflichten bei aussergewöhnlichen Anlässen überall zur
Verfügung stehen sollten.
Tafel 39. Privatklinik des Herrn Dr. Pernice in Frank-
furt a. d. O.; erbaut von Spalding & Grenander, Architekten
in Berlin.
Das Haus ist im Sommer 1894 erbaut und 1895 bezogen
worden. Es enthält im Erdgeschoss die Wohnung des Besitzers,

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Grundrisse der Privatklinik des Herrn Dr. Pernice in Frankfurt a. d. O.;
erbaut von Spalding & Grenander, Architekten in Berlin.


Das Projekt ist hervorgegangen aus einem Wettbewerb im
Berliner Architektenverein im Jahre 1892.
Der Bau ist in dunkelroter Backsteinverblendung mit Ge-
simsen und Fenstereinfassungen aus hellgrauem Wrexener Sand-
stein ausgeführt und hat einschliesslich einer Körtingschen Nieder-
druckdampfheizung und bei guter, teilweise vornehmer innerer
Ausstattung 143000 M. gekostet. Der Einheitspreis für 1 cbm
umbauten Raumes stellt sich trotzdem nur auf 16,50 M.
Der Grundriss zeigt die Trennung der Büreaus von der
Dienstwohnung des Landrats in vertikaler Hinsicht durchgeführt.
Der Büreauflügel ist dreigeschossig um einen hellen Treppenflur
gruppiert. Im Untergeschoss ist die Wohnung des Kreisboten in
bequemer Verbindung mit dem Hof und den Büreaus angeordnet.
Die Haupträume des Wohnflügels ordnen sich in zwei Ge-
schossen um eine mittlere Diele, welche bei Festlichkeiten im
Erdgeschoss mit dem Esszimmer zu einem grossen Speiseraum
vereint werden kann. Der Sitzungssaal ist wie das Arbeitszimmer
des Landrats von beiden Flügeln zugänglich. Neben der Wohn-
lichkeit bei normaler Benützung bietet das Erdgeschoss des Wohn-
flügels nach Schliessung des Eingangs über die Freitreppe und
Einordnung des entsprechend ausgestatteten Eintrittsflurs in die
Reihe der Wohnzimmer eine doppelte Flucht schöner Gesell-

im Untergeschoss die Wirtschaftsräumlichkeiten. Im ersten Stock
ist die Klinik untergebracht, während das Dachgeschoss halb zur
Wohnung, halb zur Klinik gehört. Die einfache, hauptsächlich
durch Farbe wirkende Architektur des Hauses ist der aus Gärten
bestehenden Umgebung angepasst. Das Material ist Ziegel mit
weisser Fugung. Die in Putz gezogenen Fensterumrahmungen
sind weiss, die Fensterläden grün gestrichen. Baukosten 80000 M.
Tafel 40. Villa Heilmann in München; erbaut von Ingenieur
J. Heilmann daselbst.
Das Haus steht nach allen Seiten frei im Garten mit der
Hauptfront gegen die Loristrasse. Über die Verteilung der Räume
gibt der beigegebene Grundriss des Erdgeschosses Aufschluss.
Im oberen Stockwerk befinden sich hauptsächlich die Schlaf-
räume, und das Mansardendach enthält eine vollständige Woh-
nung. Das Untergeschoss enthält Arbeitsräume für die Diener-
schaft, Waschküche, Bügelzimmer, die Niederdruckdampfheizung
und den Wirtschaftskeller. Der Weinkeller liegt noch 1,50 m
tiefer unter dem Haupteingang. Die Architektur des Äusseren
ist aus rötlichem Zementverputz, die Flächen des ersten Stock-
werks aus gelben Verblendsteinen hergestellt. Die Innenräume
erhielten eine durchaus gediegene, zum Teil sehr reiche Aus-
stattung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 160000 M.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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