Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 12.1896

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Architektonifche Rundfchau

SKIZZENBLÄTTER

AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN

VON
Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.

12. Jahrgang 1896.
8. Heft.

Monatlich eine Lieferung zum Preise von Mark I. 50.

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Inhalt.

Tafel 57. Wohnhaus für Herrn Bildhauer Zadow in Zehlen-
dorf bei Berlin; entworfen von Architekt Jos. Schmitz in
Nürnberg.
Tafel 58. Geschäftshaus in der Oranienstrasse zu Berlin;
erbaut von Messel &
Alt gelt, Architekten
daselbst. 2. Lichthof.
(Fassade und Text
siehe Tafel 54.)
Tafel 59 u. 60.
Konkurrenzentwurf zu
einer neuen evangeli¬
schen Kirche für Cann¬
statt von Reinhardt
& Süss enguth, Ar¬
chitekten in Berlin.
1. Preis. Perspektive,
Vorderansicht,Schnitte
und Grundrisse.
Das Programm
forderte für ein an der
Waiblingerstrasse ge¬
legenes und von dieser
als Hauptzugang zu
benützendes Eck¬
grundstück ein evan¬
gelisches Kirch enge-
bäude mit 1200 Sitz¬
plätzen von 0,50 -j-
0,86 Mindestmass und
60 Stehplätzen auf der
Orgelempore, das so
auf dem Bauplatz ange¬
ordnet werden sollte,
dass noch Raum für ein Pfarrhaus und ein Verwaltungsgebäude
verbliebe. Der Altar sollte freien Umgang erhalten, der Raum davor
genügend gross für Hochzeits-, Tauf- und Konfirmationsfeierlich-
keiten sein, die Heizung der Kirche durch Oefen geschehen.
Die Kosten durften den Betrag von 350000 M. nicht überschreiten.

Das vorliegende Projekt wurde mit dem 1. Preis aus-
gezeichnet, die Ausführung jedoch noch nicht begonnen, weil
die Baugelder noch nicht beisammen sind.
Die Eigentümlichkeit des Bauplatzes und die Programm-
forderung bezüglich
der beiden weiteren
1. Obergeschoss.
Gebäude veranlasste
die Verfasser, aus prak-
tischen Gründen nur
zwei Seiten des Ge-
bäudes als Schau-
seiten auszubilden und
es deshalb so weit als
thunlich an die West-
seite des Bauplatzes
zu rücken.
Dem freieren Aus-
blick auf die Kanzel
zuliebe und aus all-
gemeinen Sparsam-
keitsrücksichten wurde
die zweischiffige An-
lage gewählt, die
gleichzeitig den im
Programm gewünsch-
ten Vorteil für sich
hat, dass ein Teil der
Gemeinde nicht einer
blendenden östlichen
Fensterreihe gegen-
übersitzt.
Das Material sollte
im Aeussern für die
Gesimse und Archi-
tekturteile aus Haustein, für die Flächen aus Tuffstein bestehen.
Die Dächer sollten Schiefer deutscher Deckung erhalten.
Im Innern sollte das architektonische Gerippe ebenfalls in
Haustein, die Wand- und Gewölbeflächen in Putz hergestellt
werden. Geheizt wird die Kirche durch vier in Wandnischen

l.




Grundrisse der Fassadengruppe i des Generalplans zur Bebauung der Joanneumsgründe
in Graz; entworfen von Professor Leopold Theyer daselbst.
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