Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 12.1896

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grosse Festsaal, der zugleich als Speisesaal dient. An den Fest-
saal schliessen sich in der Vorderfront das Restaurant, Empfangs-
und Musikzimmer an. Vor diesen Räumen ist eine Terrasse

Tafel g4. Wohnhaus in der Elerzog Wilhelmstrasse in
München; erbaut von Architekt E. Drollinger daselbst.
Der Sockel der Fassade ist aus Granit, alles übrige mit

angeordnet, die mit den dahinter liegenden Räumen durch grosse

Ausnahme einiger steinerner Fensterpfosten aus Cementputz

Glasthüren verbun-
den ist.
Die Rückseite
des Erdgeschosses
nehmen der Thea-
tersaal, das Lese-
zimmer, das Spiel-
zimmer, die Garde-
roben und sonsti-
gen Nebenräume
ein; im Oberge-
schoss sind Frem-


Aussicht sturm auf dem Kriegsberg bei Stuttgart; erbaut von Eisenlohr & Weigle, Architekten daselbst.

Grundrisse.

hergestellt. Der
Grundriss ist ohne
besonderes Inter-
esse.
Tafel 95.
Villa Glaser in
Dornbach beiWien;
erbaut von Archi-
tekt Karl Hay-
bäck in Wien.
Diese Villa ist
an der Hauptstrasse

denzimmer angeordnet; das Dachgeschoss enthält die Wohnung
für den Wirt und die Schlafräume für weibliche Dienstboten,
während im Keller die Küche mit allen erforderlichen Neben-
räumen und die Schlafräume für männliche Dienstboten unter-
gebracht sind.
Das Äussere soll in Cementputz mit reichlicher Anwendung
von Cementkunststein für die Terrassen und Gliederungen, und
von roten Ullersdorfer Verblendern für die Flächen ausgeführt
werden.
Das Innere soll dem festlichen Charakter des Gebäudes
entsprechend in reicherer Ausstattung ausgeführt werden. Als
herrschende Form für das Äussere ist der Stil aus der Zeit
Ludwigs XIV. gewählt. Die Haupttreppe soll in Marmor aus-
geführt werden. Der grosse Festsaal wird mit einem eisernen
Dach überspannt, während alle übrigen Dächer aus Holz her-
gestellt werden. Dachdeckung Schiefer.
Baukosten rund 300000 Mark.
Tafel 93. Stuccaturen auf den Schildbögen, Stichkappen etc.
im Chorabschluss der Mühlfeldkirche in Tölz (Oberbayern). Um
1730. Aufgenommen von Regierungsbaumeister O. Poetsch in
Charlottenburg.

in Dornbach inmitten eines herrlichen alten Parkes gelegen.
Infolge der Niveauunterschiede gelangt man von der Strasse aus
eben ins Parterre, während der Garten auf der Höhe des Sou-
terrainbodens liegt. Das Erdgeschoss umfasst Salon, Rauch-
zimmer, Boudoir und Speisezimmer. Im ersten Stock sind die
Schlafzimmer für die Familie, im Dachgeschoss die Räume für
die Dienerschaft untergebracht. Im Souterrain hegen Küche,
Waschküche, Speisekammer, Keller und die Gärtnerwohnung.
Die Einteilung ist so getroffen, dass erster Stock und Parterre
getrennt vermietet werden können.
Baukosten ca. 70000 Mark.
Tafel g6. Aussichtsturm auf dem Kriegsberg bei Stutt-
gart; erbaut von Eisenlohr & Weigle, Architekten daselbst.
Dieses kleine Gebäude wurde im Jahre 1895 im Auftrage
des Verschönerungsvereins Stuttgart auf aussichtsreicher Höhe
erstellt, um Naturfreunden einen Rundblick über das schöne
Thal und Schutz vor Regen und Wind zu gewähren.
Die Ausführung ist vollkommen massiv in hellem Stutt-
garter Sandstein erfolgt. Das Dach der Vorhalle wurde mit
glasierten Falzziegeln eingedeckt.
Baukosten 6400 Mark.


Landhaus des Herrn Fred A. Smith in Clifton, O.; erbaut von Architekt W. W. Franklin in Cincinnati.

Für die Redaktion verantwortlich Baurat Carl Weigle in Stuttgart.
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