Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 16.1900

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Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER
AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST
HERAUSGEGEBEN
VON
Ludwig Eifenlohr und Carl Vfeigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.
16. Jahrgang 1900.
12. Heft.
Monatlich eine Lieferung zum Preise von IM l'50t

IN HALT.

Tafel 8g. Entwurf zu einem Wohn- und Geschäftshaus
in Berlin von Architekt Herrn. A. Krause daselbst.
Auf der sehr kleinen und teuren Baustelle, die durch Hinzu-
nahme des unlängst fertiggestellten Geschäftshauses „Jockey-Club“
vergrössert wurde,
sollten im Erdge-
schoss und ersten
Stock Restaurations¬
räume geschaffen
werden, die übrigen
Etagen sollten Hotel¬
zwecken dienen. Der
Entwurf, dessen
Grundrisse die Ver¬
schmelzung beider
Gebäude deutlich er¬
kennen lässt, ist un¬
günstiger Verhält¬
nisse halber bisher
Projekt geblieben.
Tafel 90.
Schule in Kagran;
erbaut von Architekt
Leopold Eber in
Wien.
Die Architektur
zeigt die Formen der
modernen Wiener
Richtung in gemässig¬
ter Weise. Die Bau¬
kosten betrugen
130000 Kronen.
Tafel 91.
Kirche für Chemnitz;
entworfen von
Grossmann &
Lohmann, Archi¬
tekten in Magdeburg.
Der Entwurf entstand auf Grund eines Preisausschreibens;
danach sollte der Stil der Kirche ein dem Geiste der evangelisch-
lutherischen Kirche entsprechender sein; ein langgestrecktes Schiff
sollte vermieden und eine Annäherung an den Zentralbau erstrebt
werden, während die Stellung der Kanzel und der Orgel hinter

oder über dem Altar nicht gestattet war. Die Kirche sollte
1000 Sitzplätze erhalten; der Sängerchor vor der Orgel Platz
für 100 Musiker und der Raum vor dem Altar Platz für ioo Stühle
bieten. Die Baukosten sollten 300000 M. betragen.
Tafel 92.
W ohnhäusergruppe
an der Riedeldamm-
strasse in München;
entworfen von Ar-
chitekt Wilhelm
Spannagel da-
selbst.
Eckhaus an der
Karolinenstrasse.
Das auf Tafel 92
dargestellte Eckhaus
bildet einen Teil einer
grösserenBaugruppe,
deren Gestaltung aus
dem Situationsplan
ersichtlich ist und von
der zunächst zwei
Eckhäuser ausgeführt
werden sollen. Sämt-
liche Häuser sollen
kleine, aber bessere
Mietwohnungen er-
halten, und in den
Erdgeschossen sollen
zum Teil Läden und
Wirtschaftslokale
eingerichtet werden.
Die Fassaden
werden in der, in
München üblichen
Weise hergestellt:
Die Backsteinmauer-
flächen mit Kalk-
mörtel verputzt, die ornamentalen Teile in gleichem Material frei
angetragen. An einzelnen Stellen der Wandflächen sind farbige
Bilder vorgesehen. Die Portale werden in Haustein hergestellt,
die Dachflächen mit roten Ziegeln eingedeckt.
Das zweite Eckhaus werden wir später bringen.



Haus des Silberkämmerers Louis XI. in Tours.
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