Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 15.1939

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G. Kraft

l'Aze) oder in noch unergrabenen Reihen etwa in die Ornamentik des südosteuropäischen
Aurignacien direkt einmündete —, wer möchte das heute schon erörtern?
Sicher ist, daß Wyhlen ein neues Kapitel in der Urgeschichte des Menschen eröffnet
und wichtiger ist als z. B. ein weiterer Fund eines Neandertalers. cklm so dringlicher ist
die Verpflichtung der Denkmalpflege. Die Fundstelle selbst, die Mulde im Lehm, ist er-
schöpft. Der Abbau der Löhwand geht mit Nachdruck weiter und benützt heute den Bagger.
Wir rechnen mit der ferneren tatkräftigen Unterstützung der Direktion und Gefolgschaft
der Solvaywerke. Sobald sich auch nur ein Anzeichen eines weiteren Fundes einstellt,
werden keine Mühe und keine Kosten zu groß sein, ihn zu bergen und seine Umgebung
zu untersuchen. Vorderhand aber sehen wir nach wiederholter, eingehender, gemeinsamer
Besichtigung noch keinerlei Ansatzpunkt zu einem fruchtbaren Eingriff.
G. Kraft, Freiburg i.Br.

Nachträge zum Petersfels
Zusammengestellt von G. Kraft, Freiburg i.Br.
Auf einer Studienreise besuchte Miß D. A. E. Garrod aus Cambridge im Sep-
tember 1937 das Museum für Urgeschichte in Freiburg. Dabei stellte sie fest, daß
Zeichen aus einem Knochenstäbchen, einem an der Durchbohrung abgebrochenen
Anhänger, sich einwandfrei als eine Reihe von Wildpferdköpfen deuten ließen.
E. Peters hat das Stück daraufhin in der Prähistorischen Zeitschrift 27, 1936, 252
(mit 2 Abbildungen, unsere Abbildung 1; die Druckstöcke wurden freundlicherweise
von der Schriftleitung der Prähistor. Zeitschrift ausgeliehen) neu veröffentlicht.


Abb. 1. Petersfels. Wilöpferdgravierung.

Miß Garrod hat über ihre Studienreise in den,?roceeckin§8 of rbe kckehmtoric
Locierx" 1938 berichtet und dabei den Petersfels folgendermaßen gekennzeichnet
(für freundliche Genehmigung der Übersetzung und des Abdrucks sind wir sehr
verbunden):
„Der Petersfels, welcher durch Herrn Eduard Peters ausgegraben wurde,
enthielt eine einzige jungpaläolithische Schicht, die durch eine kennzeichnende
Gruppe von zweireihigen Harpunen als spätes Magdalenien datiert ist, und ist die
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