Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 15.1939

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Ausgrabung von zwei Grabhügeln bei Huttenheim (Bruchsal)

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lippsburg und nicht zuletzt die Kreisleitung Bruchsal das Unternehmen. Bezirks-
pfleger Hauptlehrer W. Bauer-Bruchsal war fast während der ganzen Dauer der
Grabung, die gegen 200 Tagewerke umfaßte, zugegen und leistete wertvolle Mit-
arbeit.
Der Waldteil „Erlen" ist ein
nur wenig mehr als 100 m brei-
ter, langgezogener Waldstreifen,
dessen Ostrand die Gemarkungs-
grenze zwischen Huttenheim (W)
und Philippsburg (O) bildet.
Auf Philippsburger Gemarkung
ist der Wald gerodet, doch be-
stehen Anzeichen dafür, daß die
Grabhügelgruppe sich ostwärts
über die heutige Waldgrenze
hinaus ausgedehnt hat. West-
lich des Waldstreifens „Erlen"
scheinen keine Grabhügel der
Gruppe mehr gewesen zu sein.
Die durch Probelöcher ab-
seits der Hügel ermittelte nor-
male Schichtenabsolge zeigte un-
ter einer geringen anmoorigen
Humusdecke einen Hellen fein-
körnigen Fluhsand mit tonigen
Zwischenlagen, der am Ostrand
des Waldes eine Mächtigkeit
von 0,6 m erreichte und nach
Westen rasch, noch innerhalb
des Waldes, auskeilte. Darunter
folgten ein roter mittelkörniger
Rheinsand, der nach unten bald
in reinen Kies überging,. Das Grundwasser wurde bei 0,8 nr erreicht. Der Helle
Sand, der Wohl von einem ehemaligen Psinzlaus abgelagert worden war, sollte
im Verlauf der Grabung noch eine besondere Rolle spielen.
Hügel 9 (Abb. 1).
Der Hügel hatte bei 14 ra mittlerem Durchmesser eine Höhe von 0,7 m. Eine
starke Eiche, die nahe dem Hügelmittelpunkt stand, sowie einige kleinere Bäume
muhten gefällt werden. Der Hügel zeigte keine Spuren früherer Grabungen und
erwies sich auch später als unberührt.


°,.


Abb. 1. Huttenheim, Hügel 9. Plan und Profil.

Zur Methode der Grabung.
Äber dem Hügel wurde in den Haupt-Himmelsrichtungen ein Achsenkreuz er-
richtet und mit starkem Draht sestgelegt. An diese Achsen wurde vom Mittelpunkt
ausgehend im Ahrzeigersinn je 1 in angeschlagen. Diese Streifen blieben als Profil-
stege zunächst stehen, so daß während der Grabung ein Prosilkreuz, dessen Arme je
um 1 in gegeneinander versetzt waren, jederzeit Kontrollmöglichkeiten am Profil
bot. Später wurden nach Bedarf die Stege durchbrochen oder angeschnitten. Die
stehengebliebenen Reste der Prosilstege zeigt die Abbildung 1.

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