Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

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Doch wir verfolgen ihn nicht, diesen Weg, sondern versetzen uns wieder
in den Eingang des Grundes hinab. Die Veranlagung liegt hier zu nahe, um
nicht zuweilen den Blick von den mannichfaltigen Anslehten auf die nähere Prü-
fung der einzelnen Gegenhände einer so interelsanten Gegend zu richten. Auch
be°nü£t hch der wahre Freund der Natur nicht bloss an ihrem äussern Gewände:
er dringt, so viel er vermag, in alles, was he merkwürdig macht; beschäftiget
lieh mit den Producten, die he erzeugt und ernährt, und betrachtet den Fleiss
der Menschen, welche dieselben zu ihrem Nutzen verwenden, mit Wohlgefallen.
Mit neuem Vergnügen kehrt er dann zum Anschaun ihrer Reize zurück? er weiss
lie nun noch höher zu würdigen. Seine Empfindungen sind itzt mit Betrachtun-
gen durch webt, denn sein Geist schwebt über dem Ganzen.

Welche Ueberraschung für denjenigen, welcher, schon eingenommen von
den Annehmlichkeiten des Eingangs in den Grund, die
ANSICHT DER BRÜCKE NEBST DER BUSCHMÜHLE
zum ersten Male erblickt I Die Erscheinung diefer romantischen Scene setzt
jeden Fremden in ein angenehmes Erstaunen, selbst dann noch, wenn er die
Merkwürdigkeiten der Schweiz und Welschlands gesehen; nicht weil die Gebir-
ge mit jenen, unter welchen man hch immer die höheren denkt, eine Verglei-
chung gestatteten, als vielmehr des unerwarteten Anblicks wegen, so nahe der
Stadt, und mitten in einer fruchtbaren Berglehne, die wie durch Zauber hch
aufthut, um auf einmal den Wanderer in eine romantische Welt zu versetzen.
Indelsen würde selbst dort, wo man gewohnt isi, solche Ueberraschungen zu fa-
chen und zu finden , diese herrliche Scene noch immer berühmt seyn. Unbe-
schreiblich aber ist der Eindruck, den sie auf gefühlvolle Bewohner des flachen
Landes macht, die noch nie eine gebirgige Gegend besucht haben. Der Contrast
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