Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 44
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unter welchem, im Schatten einer Lindenparthie, der Brunnen quillt, aus
weichem ßch die Dölzschener Bauern mühsam versorgen.
Es ist sehr natürlich, dass die Weisseritz, welche das ganze interessante
Thal durchfliesst, zu der Annehmlichkeit desselben ungemein viel beiträgt, weil
sie es mit ihrem Gewäller belebt und das Daseyn der verschiedenen Mühlen
veranlasst hat. Sie kömmt aus dem hohen Erzgebirge wild nnd schäumend
herab; doch hat sie im ruhigen Thale jene Wildheit verlohren, und zeigt stch
hier nur in behender Lebendigkeit. Bloss zuweilen, wenn andere Berggewäs-
ser lie aus ihrem Bette verdrängen, bricht lie aus dem vorigen Ungeltümni wie-
der hervor, und erinnert an jene Gewalt, mit welcher lie vormals die Gewölbe
dieses Grundes erschütterte. Von Seiten des Nutzens ist sie, wegen des an lehn-
liehen Mühlenertrags, ein bedeutender Gegenstand geworden. Ausserdem lie-
fert sie jährlich aus ihrem Rücken einige tausend Klaftern Holz in den Holzhof
vor Plauen, und, ohne die kleinern gemeinen Fische zu rechnen, auf zwanzig
Schock ichöiie Forellen aus ihrem Schoose, in welchen lieh zuweilen aus der
Elbe herauf auch einige Aale verirren.
So wie man dem Ausgang des tiefen Grundes lieh nähert, wo die beiden
Gebirgsseiten lieh allmählich zu erweitern beginnen und schon einige Fluren zu
beiden Seiten der Strasse genauen, verliert man die Weisseritz, die lieh noch
eine Strecke an dem Gebirge zur linken hinsehmiegt, nach und nach ganz aus
dem Geliebte. Das Auge bereitet lieh nun, ein neues Schauspiel zu fässen, das
aus dem Hintergrunde, so wie von beiden Seiten hervortritt. Doch ehe wir
in diese geräumige und reizende Landschaft treten, wenden wir noch einmal
den Blick auf die felligen Massen zurück, die den romantischen Grund bilden,
an dessen Ende wir stehen, um den Grundstoff derselben nun näher kennen zu
lernen.

Das Grund- oder Urgebirge des bisherigen Thals ist auf beiden Seiten
Sienit, und erstreckt ßch vom Anfang desselben bis an den am Ende Ichon
im Freien liegenden Eisenhammer, oder zur rechten bis zur grünen Hoffnung,

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