Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

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rauhen Tage auf dem Felde ein Feuer an; da aber der heftige Wind es immer
wieder auslöschte, so sachte er eine Menge Steine zusammcn, um damit eine
Art von Mauer gegen den Wind zu errichten. Unter diesen Steinen befanden
lieh viele schwarze, die das muthige Pferd, welches er nebst den Kühen hütete,
mit dem Hufe aus der Erde herausgearbeitet hatte. Sein Unternehmen gelang
ihm; das Feuer brannte nun ruhig: aber mit grossem Erstaunen bemerkte er
jetzt, dass auch seine Mauer in Brand gerieth und grösstentheils von dem Feuer
verzehrt ward. Er erzählte dieses Wunder so gl eich seinem Herrn ; allein er
wurde ausgelacht. Den folgenden Tag wiederholte er den Versuch , und. warf
von diesen vermeintlichen Steinen einige mit in das Feuer, die eben so gut
verbrannten, wie die am vorigen Tage. Diess bewog ihn einige mitzunehmen;
er zündete lie zu Hause in Gegenwart seines Herrn, der eben so wenig von
Steinkohlen wusste, auf dem Heerde an, und überzeugte ihn nun. In wel-
ches Jahr aber die Entdeckung derselben in dieser Gegend gehört, ist unbekannt.
Wahrscheinlich geschah iie im fünfzehnten Jahrhunderte, ohne dass jedoch da-
mals davon Gebrauch gemacht wurde. Der Herzog und nachmalige Churfürst
Moriz ertheilte im Jahr 1542 Hans Bienern ein Privilegium, zwischen Plauen
und Tharant, eine Meile lang und breit, den Steinkohlenbau mit einer Ge-
sellschaft zu betreiben : Die Unternehmung scheint aber nicht zu Stand gekom-
men zu seyn. Unter dem Churfürst August ertheilte das Bergamt zu Freiberg
neue Erlaubniss, zwischen Potschappel und Döhlen Kohlen zu suchen. Im Jahr
1612 entsehied aber der Bergschöppenstuhl, dass die Steinkohlen kein Regale
wären und weder gemuthet, noch verzehndet, sondein von jedem Belitzer nach
Gefallen gebauet werden dürften. Der böhmische Bergschöppenstuhl zu Joa-
chims thal wagte die Entscheidung nicht selbst, sondern überliess lie dem Lan-
des her rn.
Da mancher Leser vielleicht bei dieser Gelegenheit von der Entstehung der
Steinkohlen etwas zu wissen verlangt, so darf ich die Meinungen der Minera-
logen über diesen GegenRand nicht ganz übergehen. Manche haben geglaubt,
dass he aus einer, vom Wasser abgesetzten, staubartigen Schlammerde, die als-
dann mit Erdöl durchdrungen worden, entstanden seien; Andere hingegen mei-
nen, dass he blos von einem mit Vitriolsäure durchdrungenem Holze herrüh-
ren. Diele letztere Meinung hat unstreitig die meiste Wahrscheinlichkeit für ßch
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