Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 71
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Auf dieser linken Gebirgsseite , wo wir uns gegenwärtig befinden, bauen
nur Potschappel und Burg. Jedes bat, wie es scbeint, seine eigene Miederlage.
Die Burger besteht aus einem einzigen Kohlenssötz; auf dem Reviere Potschap-
pel hingegen liegen vier solche Flötze über einander , wovon aber die unter-
sten drei, davon die beiden eilten nur von zwei bis drei Zoll und das unterste
von sechs Zoll befunden worden, nicht bauwürdig sind. Sie ziehen sich über
dem Berge, auf dem wir noch slehen, bei dem Vitriolwerke nach dem Geiers-
graben hinein, und wahrscheinlich in die Birkichter Wiesen hinunter, wovon
das schon erwähnte Flötz, welches am Kulben zu Tage ausstreicht, vielleicht
das oberste ist.
So grosse Striche von diesen Flötzen bisher auch abgebaut worden, so ist
doch, wenn lieh auch die Kohlenmalse in den Bezirken einiger Grundbesitzer
vermindern sollte, immer noch ein beträchlicher Vorrath vorhanden: denn
wenn man erwägt, dass alle hiesige Kohlen flötze zwischen Mittag und Morgen
in die Tiefe hinein schiessen und nach unten immer stärker und besser werden,
und dass dieselben auch nur an einigen Punkten abgebaut lind, so lässt sich
noch immer auf einen sehr grossen Vorrath schliessen. Sie lind bis jetzt noch
eben nicht allznweit in die Tiefe verfolgt, und diese ist wahrscheinlich gross
bis zum Grundgebirge, auf welchem sie liegen. Es ist daher zu vermuthen,
dass die Flötze, welche auf dem Sauberge ausstreichen , in die Tiefe hinunter
bis Zauckerode und Döhlen gehen, und dass das Burger Flötz vielleicht eine
ziemliche Strecke unter den Winclbenr hinunter fällt. Das Flötz, welches am
Kulben ausstreicht und unter die Birkichter Wiesen und Felder hinunter schiesst,
und die drei Kohlenflötze bei Scluveinsdorf sind noch nicht untersucht; allein
sie scheinen, wie die übrigen, nach der Tiefe zu stärker zu wrerden und eine
befriedigende Ausbeute für die Zukunft zu gewähren. An Vorrath gebräche es
demnach , aller Wahrscheinlichkeit nach, noch nicht : ob man aber künftig
im Stande seyn werde, ihn ganz zu gewinnen, ist eine andere Frage. Die
in den Gruben sich häufenden Wasser verursachen jetzt schon, wo man aber
noch nicht zu weit in die Tiefe gedrungen ist, sehr kolispielige Anstalten zu
Abführung derselben: wrie gross und kostbar mussen sie dann erit werden,
Wenn man mit eben dem Eifer fortbaut, wie jezt! Dann dürften vielleicht die
Röthigen Wasserkünlte, so wie die Heraufbringung der Kohlen , einen grössern

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