Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 115
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tende Höhe eine Ruine zu setzen , weil , wenn man sie bloss vom weiten
erblickt, der Anschein wenigstens täuscht; so bin ich im Ganzen doch wenig
dafür geJtimmt, Ruinen zu bauen. Aber hier, wo der Name des Bergs die
Täuschung vermehrt, wo wirklich eine Ruine gestanden, scheint mir es erlaubt,
eine andere an ihre Stelle zu setzen. Es könnte ja scheinen, man habe die
eingesallenen Masien wieder gesammlet und aufeinander gethürmet, um das
Andenken an die vormalige Burg in ihren Ruinen zu erhalten; aber freilich
müssten diese dem Charakter der Vorzeit völlig gemäss und nicht von grösserem
Umfange seyn, als die Vermuthung gestattete, um die gewünschte Täuschung
nicht unwahrscheinlich zu machen. Das Innere könnte noch immer einem
Kohlenhauer oder sonst einem Bergvogt über die dangen Pslanzungen und Gänge
zur Wohnung; dienen, und so bekäme das Thal eine wahre Verschöneruna mehr.
An dieser Gebirgsseite hin, gegen Morgen, von der Rossthaler Höhe herab,
scheint eine beträchtliche Strecke eine taugliche Lage zum Weinbau zu haben.
Der Besitzer der Gegend hat, wie ich schon vornen erwähnt, bereits einen
Weinberg da angelegt, und ihn mit einem Gebäude versehen. Mich dünkt,
ein breiterer Strich mit Reben bepslanzt, und malerische Winzerhütten, wie
man in Italien an der Külte des adriatischen Meers hin sindet, oder auch an-
dere Hütten von mannichsaltiger Art und gehörig geordnet, würden hier eine
eben so zweckmässige Anlage, als ein willkommener Anbau zur allgemeinen
Verschönerung seyn.
Im Innern des Thals würde ich wenig Veränderung wünschen, ausser was
etwa die Leitung der Wege und andere Kleinigkeiten beträfe. Aber ein paar
Gebäude für ländliche Freuden, die der Besitzer der Herrschaft in wohlthätiger
und moralischer Hinsicht, den Unterthanen zu Liebe errichtete, und die doch
zugleich die Annehmlichkeit der Gegend vermehrten, schienen mir noch zu
wünschende Baue von unerheblichen Kosten zu seyn.
In dieser Hinsicht würde ich auf einer von der Weisseritz gebildeten In sei,
in der Gegend des Eisenhammers zwischen dem Kulben und Potschappel, einen
kindlichen Arntetempel erbauen, und diesen Platz dem Vergnügen des Land-
volks zum Ärntefeste beilimmen. In der obern Gegend des Thals hingegen,
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