Becker, Wilhelm Gottlieb; Tauber, Andreas [Editor]; Pursh, Frederick [Editor]; Block, Ludwig Heinrich von [Editor]
Der Plauische Grund Bei Dresden: Mit Hinsicht Auf Naturgeschichte Und Schöne Gartenkunst ; Mit fünf und zwanzig Kupferblättern — Nürnberg, 1799

Page: 7
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/becker1799/0190
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
In einem Dölzschner Weinberge, gleich hinter dem Belvedere, findet lieh eine
kleine Schicht, welche auf dem Sienite ausliegt, die einen Übergang in einen
verhärteten Thon von grünlich - grauer Farbe macht.
Gewöhnlich enthält er noch sehr seine und einzeln zerstreute Glimmerblätt-
chen; aber über dem Hegereuter, wo er am Fusssteige nach der Schlucht vor
der Buschmühle zu entblösst liegt, ist der Glimmer so häusig , dass er von
weitem beinahe einem Glimmerschieser ähnlich lieht. Bisweilen wird er mit
Kalkspathtrumen durchsetzt, worin sich auch manchmal kleine Kalkfpathdrüsen
von kleinen dreiseitigen Pyramiden besinden; so auch vom Eisennierenerze,
delsen Trumen ^ bis | Zoll slark lind, wovon iich manche ablöfen lassen. Öf-
ters trift man noch Schwefelkies - und Strahlkies- Nieren in ihm an, wovon
manche einen dicken Überzug von Eisenocker haben. Was aber diefen verhär-
teten Mergel, ehedem so bekannt, und den Plauischen Grund zugleich so be-
rühmt gemacht hat, lind die grosse Menge Versteinerungen und Abdrucke von
Muscheln und Corallengewächsen, gewesen, welche man vorzüglich in feinen
untersten Schichten sindet die auf beiden Seiten am Rande des Grundes , aus
der einen oben über dem Hegereuter an bis hinten über die Königsmühle, und
aus der andern kurz vor dem Schweizerbette oben an bis hinten nach Dölz-
schen, theils als Überrest aus und zwischen den Sienitklippen liegen geblieben
Und, oder noch ganz anstehen. In dem verhärteten Mergel selbst sind alle diefe
Meeresproducte nur abgedruckt und die Körper selbft in verhärteten Mergel
übergegangen. Zerschlägt man daher ein Stück, in welchem so ein Körper lieh
besunden hat, aus eine glückliche Art in zwei Hälsten, so hat man aus der
einen, eine vollkommene und erhabene Figur von feinem ehemaligen äufsern
Umrilse, die aber ganz aus Steinmergel besteht, und aus der andern Hälste
einen eben so vollkommenen tiesen Abdruck davon. Beide, der Abdruck und
der Körper, passen aber so dicht in einander, dass, wenn der Sprung durch
beide in der Quere durch geht, man auch nicht das geringsie von einer Klust
oder Ablösung gewahr werden kann. Ist der verhärtete Mergel fo sandig,
dass er einen Übergang in den Sandstein macht, fo enthält er ebenfalls auch
vollkommene Muschelabdrücke; allein hier ist der Körper verzehrt und eine
Höhlung zurückgeblieben, welche fo weit ist als derselbe dick war, und man
lieht in derselben von ihr aus der einen Seite den äussern und aus der andern
den innern Umriss sehr schars ausgedrückt. Solche Höhlungen habe ich auch
im Übergange des verhärteten Thons angetrofsen; allein in dem Übergange in
loading ...