Weyden, Rogier van; Beenken, Hermann
Rogier van der Weyden — München: Bruckmann, 1951

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ANMERKUNGEN

1 Die Urkunden sind publiziert in der obengenannten
Arbeit von A. Pinchard.
2 Um die Deutung der Nachrichten von 1426 bis 1432 hat
sich namentlich G. Hulin de Loo verdient gemacht.
3 Diese These wird in dem Buche von E. Benders vertre-
ten.
4 Vgl. J. Maquet-Tombu, Les tableaux de R. v. d. Wey-
den ä l’Hötel de Ville ä Bruxelles, Phoebus II, 1949,
S. 178 ff.
5 Die Nachzeichnung abgebildet in Old Master Draw-
ings, März 1923. Durch die Feststellungen von Maquet-
Tombu wurde erfreulicherweise die stilistisch unmög-
liche, aber in der bisherigen Rogierliteratur immer
wieder auftauchende Annahme endgültig widerlegt,
daß ein Wandteppich in Bern, der die gleichen Histo-
rien darstellt, als halbwegs genaue Kopie der zerstörten
Rathausbilder Rogiers anzusehen sei.
6 Die zeitgenössischen und späteren italienischen Zeug-
nisse über Rogier sind abgedruckt in dem 1913 erschie-
nenen Buche von Fr. Winkler, S. 181 ff. Zu Nikolaus
von Cues vgl. Anm.29.
7 Vgl. H. Beenken, Angelo del Maccagnino und das Studio
von Belfiore, Jahrb. d. Preuß. Kunstslg., Jg. 61, 1940,
S.147ff.
8 Dürers schriftl. Nächlaß, herausgeg. von K. Lange und
F. Fuhse, Halle 1893, S. 156 u. 122, 3. Vgl. auch
Fr.Winkler a. a. O., 1913, S. 183.
9 Pinchard im Bulletin des Comm. Royales d’art et
d’archeologie, 1867, S. 452 und 476f.
10 Vgl. Val. von Loga im Jahrb. d. Preuß. Kunstsammlg.,
Jg.31, 1910, S.55ff.
11 Vgl. Paul Rolland, La peinture murale ä Tournai, Bru-
xelles, 1946, ders. Peintures murales en l’eglise Saint-
Brice ä Tournai, Revue Beige d’archeologie et d’His-
toire de l’Art, 1942, S. 5 ff., ders. Decouvertes de pein-
tures murales ä Tournai, Phoebus, Jg. I, 1946, S. 151 ff.
12 Muspers eigene Ausführungen über den Genter Altar
(a. a. O., S. 77 ff.) zeigen, wie sich auch im Umkreise
rein objektiver Feststellungen Argument gegen Argu-
ment stellen läßt, sobald man einen anderen Stand-
punkt unbedingt durchfechten will.
13 M. J. Friedländer a. a. O., Bd. 14, S. 81.
14 Musper, a. a. O., S. 15, S. 18.
15 Entdeckt durch Grete Ring, in Deutschland zuerst be-
kanntgeworden durch einen Aufsatz von Kurt Bauch
(Pantheon, 1944, S. 30 ff.). Das hier veröffentlichte Photo
verdanke ich der Liebenswürdigkeit des Besitzers.

16 Charles de Tolnay (Le maitre de Flemalle et les freres
van Eyck, Bruxelles, 1937, S. 14) glaubt die — übrigens
in Gold aufgesetzte — Morgensonne der Campinschen
Weihnachtsdarstellung symbolisch als den die Erlö-
sung der Menschheit ankündigenden Sol novus oder als
den Sol iustitiae der Mittemachtsmesse deuten zu kön-
nen, so daß die Kerze in der Hand des Joseph nicht zu
ihr in Widerspruch stehe. Auch sagt eine dem hl. Am-
brosius zugeschriebene Weihnachtspredigt, die Sonne
sei in der Nacht von Christi Geburt unter Verkehrung
der Naturgesetze früher als sonst aufgegangen.
17 Die These von der Priorität Campins in der Schöpfung
des neuen Stils, der wir hier entgegentreten, ist vor
allem durch Tolnay in seinem in Anm.16 zitierten
Buche vertreten worden. Für ihn ist, indem er die frühe
Entstehung der von anderen Hubert van Eyck zuge-
schriebenen Buchmalereien leugnet, Campin der erste
Maler des bürgerlichen Innenraumes als Aufenthalts-
raum für Maria, der erste Maler eines Fensteraus-
blickes aus einem solchen Raume, der erste, der Gri-
saillen auf die Rückseite von Altarflügeln gemalt habe,
und auch Jans Porträtkunst soll von der seinen abhängig
sein.
18 Daß Campin nicht von sich aus Urheber dieser neuen
Art von Innenraumdarstellung war, zeigt ein wohl auf
seinen Entwurf zurückgehendes Bild im Madrider
Prado, das einen räumlich aufgespaltenen Schauplatz
der Verkündigung zeigt. Von diesem altertümlichen
Bildtypus ist eine Entwicklung zu dem der Merodever-
kündigung ohne fremde Anregung schwer denkbar.
19 Auf die ikonographische Unmöglichkeit, das Frank-
furter Fragment sei ursprünglich, der Liverpooler Ko-
pie entsprechend, der rechte Seitenflügel einer Kreuz-
abnahme gewesen, verwies bereits Sir Martin Conway
(The van Eycks and their followers, London 1921,
S.120f.).
20 Vgl. Jean Boyer in »Arts« vom 19. 3. 1948 und Grete
Ring: A. Century of French Painting, London 1949,
S.204.
21 Vgl. Fortunat v. Schubert-Soldern: Von Jan van Eyck
bis Hieronymus Bosch, Straßburg 1913, S. 48.
22 Vgl. Renders a. a. O. PI. 27.
23 Von deutschen Forschern haben namentlich E.Fidder
und O. Kerber die Notwendigkeit empfunden, der
Kreuzabnahme Rogiers zeitlich noch andere Werke
voranzustellen. Vgl. auch des Verfassers Aufsatz im
»Pantheon« 1940, S. 129 ff.

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