Deutsches Archäologisches Institut / Römisch-Germanische Kommission [Editor]
Bericht über die Fortschritte der römisch-germanischen Forschung: im Jahre ... — 2.1905

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I.

Vorgeschichtliche Funde und Forschungen, hauptsächlich
in Westdeutschland.

Yon

K. Scliumacher.

Bcvor ich ini einzclnen auf die Fortschritte der archäologischen Forschung
innerhalb unseres Gebietes näher eingehc, möchte ich kurz auf einige Arbeiten
von allgemeinerer Bedeutung hinweisen.

1. S. Mttller, Urgeschichte Europas. Grundzüge einer prä-
historischen Archäologie. Strassburg 1905. (Deutsche Ausgabe von
L. Jiriczek.)

In allgemein verständlicher Weise beleuchtet der Verfasser der „Nordischen
Altertumskunde“ die grossen Zusammenhänge der europäischen Urgeschichte,
ihre Beeinflussung durch die überlegenen Kulturen des östlichen Mittelmeer-
heckens, ihre Sonderentwicklungen. Als Hauptergebnis wird ausgesprochen :
„Die vorgeschichtliche Kultur Europas bildet bis in die fernsten Gebiete eine
Einheit, und die Anfänge zu Allem sind aus derselben Riehtung gekommen, von
der grossen Kultur, die sich nach und nach von Osten und Siiden nach Westen
und Norden ausbreitete. Ausserhalb ihrer Spbäre vermochten die Völker nichts
aus sich selbst zu schaffen; hatten aber einmal Entlehnungen stattgefunden,
so iibertraf die Entwicklung oft das Vorbild und fiihrte zu Leistungen von
selbständigem Werte und dauernder Bedeutung.“ Wenn auch ein schärferes
Eingehen auf viele Probleme, welche die heutige Archäologie besonders be-
sehäftigen, z. B. die indogermanische Frage, die verschiedenen Phasen der
neolithischen Kultur, die gerade in Deutschland sehr mannigfaltig gestaltet ist,
die Stufen der älteren ägäischen Kultur usw., nicht selten vermisst wird und
anf der andern Seite dcr Hang zur Systematik etwas in den Vordergrund tritt,
so sind wir doch fiir diesen Versuch einer Gesamtdarstellung der ganzen
Urgeschichte mit ihren fast uniibersehbaren Stoffmassen dem Vert'asser zu
grossem Danke verpflichtet.

2. J. Hoops, Waldbäume und Kulturpflanzen im germanischen
'Altertum. Strassburg 1905.
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