Deutsches Archäologisches Institut / Römisch-Germanische Kommission [Editor]
Bericht über die Fortschritte der römisch-germanischen Forschung: im Jahre ... — 2.1905

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den. Die Untersuchung wird sich daher auch auf das Dorf Metze erstrecken
mtissen, uni das Verhältnis zwischen diesem und der Altenhurg klarzustellen.

(Nach einem vorläufigen Bericht von Boehlau.)

III.

Okkupation Germaniens durch die Römer.

Von

II. Dragemlorff,

mit einem Beitrag von G. Wolff.

Die Röinerforschung in Westfalen hat 1905 einen festen Schritt
vorwärts gemacht durch den sicheren Nachweis eines zweiten Römerplatzes
im Lippegebiet. Dass auf dem „Burg“ genannten Gebiet bei Oberaden,
4 km östlieh von Lünen, römische Münzen und Töpfe gefunden seien, ftihrt
schon Hiilsenbeck (das römische Kastell Aliso an der Lippe S. 124) an.
Ein 1896 gefundener Amphorenhals und mehrere später gefundene Scherben
von Terra-sigillata und von augusteischen Kochtöpfen kamen ins Dortmunder
Museum. Herr Pfarrer 0. Prein hat seit einer Reihe von Jahren sicli mit
Erkundung der Funde und mit lokalen Forschungen befasst. ìm Herbst 1905
gelang es ihm in Gemeinschaft mit Herrn Oberlehrer Hartmann-Riithen bei
einer Versuchsgrabung auf der „Burg“ eine beträchtliche Menge römischer Am-
phorenscherben und einige von Reibschalen zu finden, durch die die römische
Besetzung der Fundstelle tiber allen Zweifel erhoben wurde. Die Frucht seiner
jahrelaugen Studien hat Prein jetzt in einer Schrift: „Aliso bei Oberaden“
zusammengefasst *)•

Die Lage der Burg (vergl. Abb. 3. Der Plan wurde in dankenswerter
Weise von dem Verlage der Westdeutschen Zeitschrift zur Verfügung gestellt)
erinnert durcli die flache Erhebung und doch zugleich allseitig beherrschende
Lage an die des grossen Lagers bei Haltern. Siidlich vereinigen sieh unter dem
Burgplateau zwei Bäche mit der Seseke, die bei Liinen iu die Lippe miindet.
Nördlich flicsst ein anderer Bach, der rote Bach vortiber iu die Lippe, die etwa
D/g km von der Burg entfernt ist. Zwischen Lippe und Seseke sind feuchte Nie-
derungen, so dass das Burgterrain auch von Westen her gedeckt ist. In dem
schweren Lehmboden und geschützt durchWald haben sich noch beträcbtliche
Reste eines alten Walles mit vorliegendem Graben uamentlich an der Nordseite

1) Eine anonyine Bespreclmng der Schrift las ich im Münsterischen Anzeiger
1905, Nr. 694; eine zweite, von H. N., in der Münch. Allg'. Zeitung vom 21. 3. 1906.
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