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Ruine Reichenstein bei Neuwied. Zuständige Stellen sind
nach einer Besichtigung der Burg mit dem Besitzer überein-
gekommen, durch Ausbesserung die Ruine in ihrem heutigen Zu-
stand zu erhalten und sie vor dem restlosen Verfall zu bewahren.
Wasserburg Rheinbreitbach (Kreis Neuwied). Nachdem
bereits längere Zeit geplant war, diese kulturhistorisch bedeutsame
Burg wisdsrherzustellen, sind nun durch die Bereitstellung der
notwendigen Mittel die ersten Arbeiten in die Wege geleitet
worden.
Rochsburg <Sachsen>. Die an der Zwickauer Mulde gelegene
Rochsburg ist jetzt restauriert worden.
Schloß Rosenau (Niederdonau). Die Erben des deutsch-
österreichischen Politikers Georg von Schönerer haben Schloß
und Herrschaft Rosenau an die Deutsche Ansiedlungsgesellschaft
verkauft.
Rothenburg ob der Tauber. Die fränkische Stadt ist vom Ver-
fall bedroht. Da die Stadtgemeinde selbst nicht in der Lage ist, die
Kosten für die Erhaltung aufzubringen, hat der bayrische Minister-
präsident Siebert ein Hilfswerk „Alt Rothenburg" in Gang
gesetzt, dem auch stattliche Mittel zufließen.
Burg Rütteln (Schwarzwald). Die Erhaltungsarbeiten an der
Burgruine sind auch im vergangenen Jahre fortgeführt worden.
Burg Sievernich bei Düren (Rheinland). Das Herrenhaus
der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Burg Sievernich
wurde durch ein Großfeucr fast vollständig vernichtet.
Burg Smederevo (Jugoslawien). Das jugoslawische Kriegs-
ministerium hat beschlossen, die besterhaltene mittelalterliche
Festung Serbiens, die Burg der Stadt Smederevo, zu restaurieren.
Schloß Stolberg. Das Schloß des Fürsten Stolberg-Stolberg ist
mit seinen umfangreichen kunsthistorischen Schätzen unter Denk-
malschutz gestellt worden.
Burg Stülpen (Sachsen). Vertreter des Landesdenkmalamtes
haben beschlossen, der bekannten Burgruine besonderen Denkmal-
schutz angedeihen zu lassen und die Erhaltungsarbeiten an dem
prächtigen Steigerturme und an der Südseite der Burg vor-
zunehmen.

Burg unter Tarnowitz. Durch einen Zufall wurden in der ost-
oberschlesischen Stadt Tarnowitz Mauerreste freigelegt, die von
einer alten, bisher unbekannten Burg stammen müssen. Man
unternahm sofort wissenschaftliche Nachforschungen.
Haus Teervoort bei Moers. Im linken Seitenflügel des
Schlosses, in dem mehrere Familien wohnen, brach in: Januar
1939 Feuer aus. Infolge der ungünstigen Wasserverhältnisse
gestalteten sich die Löscharbeiten sehr schwierig, doch gelang es,
durch Einreißen des Dachstuhles das Feuer einzudämmen und
das der Stadt Moers gehörige Schloß vor Vernichtung zu be-
wahren.
Burg Tost (Schlesien). Nach einer Verordnung des Landrates
des Kreises Tost-Gleiwitz ist nunmehr der Burgberg Tost mit
seiner Burgruine dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unter-
stellt worden.
Burgruine Trimberg (Franken). Die Erneuerungsarbeiten
an der Ruine haben begonnen. Zu ihrem Wiederaufbau und zur
inneren Ausgestaltung ist bereits ein Betrag von 80000 RM.
vorhanden.
Burg Vellberg bei Hall. An der Ruine Vellberg wurden Er-
neuerungsarbeiten ausgeführt.
Ruine Vilseck (Bayern). Die Ringmauern der Ruine sind plötz-
lich eingestürzt.
Wartburg. Die Gesellschaft der Freunde der Wartburg hielt ihre
diesjährigen festlichen Maientage am 20. und 21. Mai in Eisenach
und auf der Wartburg ab.
Wartburg. Auf Grund des Reichsnaturschutzgesetzes vom Jahre
1936 soll auch die Wartburglandschaft unter Natur- und Land-
schaftsschutz gestellt werden.
Ruine Wiedersberg bei Oelsnitz i. V. Unter Leitung von
Dipl.-Jng. Nadler finden in der Ruine Grabungen statt. Er-
neuerungsarbeiten am Mauerwerk werden weiter fortgesetzt.
Zeisburg (Schlesien). Die Wiederherstellungsarbeiten auf der
Zeisburg sind wieder ausgenommen worden. Weitere Teile der
Burg sollen freigelegt und die Umfriedungsmauern hochgeführt
werden.

Buchbesprechungen

Von Bodo
Tic Tomburg Marieniverder. Von Bernhard Schund. Preußen-
führer. Herausgegeben Erich Weise, Hermann Kownatzki. Preu-
ßenverlag Elbing, 1938. 51 Seiten mit Mb., Format 12:17.
Preis 1,20 RM.
Der „Führer" durch die Domburg Marienwerder von Ober-
baurat Bernhard Schmid ist das Glied einer Kette von 7 Preußen-
führern, von denen die Arbeiten Schmids und Brachvogels bauliche
Leistungen des Ordens behandeln. Unter den 5 weiteren Heftchen sei
die Arbeit Or. Ehr. Krollmanns über den Deutschen Orden in
Preußen besonders erwähnt.
In größter Kürze, aber vortrefflicher Klarheit gibt Schmid Ge-
schichte und Beschreibung der „Domburg", des Restes der Gesamt-
burg, die heute als eine malerisch unübertrefflich schöne Gruppe da-
steht. So kann der kurze Führer als mustergültig gelten.
Harte Schicksalsschläge haben diesen Bau getroffen, namentlich
im 19. Jahrh. hat völliges Unverständnis beklagenswerte Abbrüche
verursacht. Um so mehr fehlt freilich in dem Führer die wichtigste
Abbildung, nämlich ein Grundriß der Gesamtburganlage, der
allein ein volles Verständnis der „Domburg"-Anlage vermitteln kann.
Dem Mangel sollte baldmöglichst durch nachträgliche Einfügung
eines Planes, der auch die abgebrochenen Teile der Burg zeigt, ab-
geholfen werden.
Schwäbisches Hcimatbuch 1!>3!>. Im Auftrag des Schwäbischen
Heimatbundes zur Feier seines 30jährigen Bestehens heraus-
gegeben von Felix Schuster. 25. Band der Bücherei des Bundes.
Verlag von I. F. Steinkopf in Stuttgart. 224 u. 38 Seiten mit
Abb. Format 18:24,5.
Die schwäbische Heimat, landschaftlich wunderreich, geschichtlich
weit über Schwabens Grenzen hinaus bedeutungsvoll, ist auch künst-
lerisch begnadet durch den Besitz einer Fülle malerischer, bildhaueri-
scher, baukünstlerischer und handwerklicher Meisterwerke.

Ebhardt.
Kein Wunder, daß ein Buch, das zur Feier des 30jährigen Be-
stehens des Heimatbundes erscheint, eine überraschende Vielseitigkeit
des geistig und künstlerisch Gebotenen verrät.
Es ist auch ein glänzendes Zeugnis für die „Schwaben", daß der
Bund nicht weniger als 7253 Mitglieder zählt, und daß die Leitung
und der Herausgeber Professor Felix Schuster das umfassende Hei-
matwerk in solch prächtiger Form herausbringen konnte. Wir sehen
darin einen schönen Beweis der Heimatliebe und Opferbereitschaft.
Leider können wir die Arbeiten aus allen Gebieten der Denk-
malpflege nicht ausführlich behandeln, müssen uns vielmehr auf
die Wehrbau- und Burgenfragen beschränken. Das Heimatbuch
nimmt Stellung
1. zur Burg Hohenstaufen,
2. zum Zollernschloß Balingen,
3. zur Burg Nagold (Bild),
4. zu den Arbeitsfahrten für Burgenforschung,
5. zur Stadt und Burg Vellberg.
Das Wichtigste sind die Ausgrabungen auf dem Hohenstaufen
von 1936 und 1938 und die Plankritik über die Grundrißskizzen des
Krusius vom Jahre 1587, 1588, sowie der Hinweis auf eine alte
Wandmalerei als Quelle. Leider sind die Ausgrabungen trotz wich-
tigster Ergebnisse nur als beiläufige Vorarbeiten anzusehen, obwohl
die edle Hohenstaufenburg längst eine planmäßig erschöpfende Er-
forschung fordert, wie solche viel weniger wichtigen Burgen schon
zuteil wurde.
Das Zollernschloß in Balingen hat eine liebevolle Wiederherstel-
lung erfahren. Ein schönes Pastellbild vom Hohen-Nagoldberg ist ein
wertvoller Beitrag des Herausgebers.
Erstaunlich ist der Bericht über eine erste Arbeitsfahrt zur
Burgenforschung des Heimatbundes in einem der burgenreichsten
Lande Deutschlands. Die Vereinigung zur Erhaltung deutscher
 
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