Caetani Lovatelli, Ersilia
Antike Denkmäler und Gebräuche — Leipzig, 1896

Page: 19
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trägt der unsrige einen Kranz, den er mit der er-
hobenen Rechten hält, als ob er ihn sich gerade
aufgesetzt hätte. In der Linken hält er nicht das
„flagellum", die Peitsche, sondern die Palme, die ihn
im Verein mit dem Kranze sofort als einen sieg-
reichen Rosselenker ankündigt. Seine Tunica ist an
den Hüften mit den vielfachen Bändern oder Leder-
streifen umwunden, mit denen sich die Wagenlenker
zu umschnüren pflegten, um durch Verminderung des
Körperumfangs dem Ungestüm des Rennens besser zu
begegnen und im Fall eines jähen Sturzes, wie er
öfter vorkam, besser geschützt zu sein. Ich brauche

dafür keine weiteren Belege vorzubringen, da es hin-
länglich bekannt ist; es sei nur auf einige kürzlich in
Rom bei dem neuen Bahnhof in Trastevere entdeckte
Marmorbüsten hingewiesen, die man an der Brust-
umschnürung sofort als Wagenlenker erkennt.

Auch die Tunica, die nach Circusbrauch nicht
über das Knie reichen durfte, finden wir bei unserm
kleinen • Wagenlenker wieder. Sie ist über der Brust
etwas offen und lässt eine zweite, untere mit langen,
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