Chronik für vervielfältigende Kunst — 3.1890

Seite: 57
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cvk1890/0061
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
ran,

Mi

RHHBBnH

■MH


d Handschriften sür die Graphischen Künste und die Chronik für vervielfältigende Kunst sind an den Schristleiter
Dr. Richard Graul. Wien. VI., Luftbadgasse 17, zu richten.
Die Überwachung der Ausgabe von Vorzugsdrucken aus dem Verlage der Gesellschaft für vervielsältigende
Kund. — Schmidt: Zur „altkölnischen" Kupserslichschule. — Stiassny: Die Kleinmeister und die italienische
Kunst. IV. Georg Penz. — Vermischte Nachrichten: Rosenberg's Rubensstecher. — v. Lützow's Vervielfältigende Kund der
Gegenwart. — Internationale graphische Ausstellung in Paris. — Personalien: Guillaumot t, Droehmer s, Frank, Krüger. — Aus-
zeichnungen: Eilers, Holzapfl, Köpping, Unger, Forberg, Haig, Macbeth, Wyllie, Schonbauer, Lavalley, Paret, Dezarrois. — Gründer
der Gesellschast. — Anzeigen.

Die Überwachung der Ausgabe von Vorzugsdrucken
aus dem
Verläse der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst.


fcm vorigen Jahrgange der Chronik für vervielfäl-
W tigende Kunst ist in Nr. 2 (S. 9-11) die Rede
1. gewesen von Vereinen zum Schutze der Vorzugs-
drucke von graphischen Kunstwerken. Es wurde die Noth-
wendigkeit eines Controlverfahrens bei der Ausgabe der
Vorzugsdrucke (Früh- oder Etatdrucke) hervorgehoben,
um zu verhüten, dass die einmal bestimmte Anzahl von
Vorzugsdrucken überschritten werde und dass Drucke
minderen Werthes als solche höheren Werthes in den
Handel kommen. Gleichzeitig wurde hingewiesen auf die
erste den Kunstdrucken Garantie bietende Vereinigung,
auf die grosse Londoner Printsellers' Association, und die
Bildung eines ähnlichen Vereines, der die Interessen der
österreichischen und deutsehen Verleger in gleichem Masse
umfasste, erörtert.
Leider stiessen die darauf gerichteten Bemühungen
der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst auf Widerstand.
Ohne Rücksicht auf die Wiener Bestrebungen bildete sseh
nach, dem Muster der Printsellers' Association der Ber-
liner Verein der deutsehen Kunstverleger. Dieser Verein
hat nach einjähriger Wirksamkeit auf dem internationalen
Kunstmarkt Geltung erlangt, und in Nr. 5 des laufenden
Jahrganges der Chronik (S. 39) verösfentlichten wir einen
Bericht über seine Thätigkeit, dem Abbildungen der Ber-
liner Stempel beigefügt waren.

Nach diesen Vorgängen und nachdem auch in Paris
von dem Cercle de la librairie eine ähnliche Einrichtung
getrofsen worden war, hat die Gesellschaft für vervielfälti-
gende Kunst sich bewogen gesehen, auf eigene Hand, ohne
Anschluss an den Berliner Verein selbstständig eine Über-
wachung der Ausgabe und Abstempelung ihrer Vorzugs-
drucke von Blättern des Galeriewerkes vorzunehmen. In
der Sitzung des Curatoriums am 24. Mai dieses Jahres
wurden die dahin gehenden Vorschläge des Verwaltungs-
rathes (Chronik III, Nr. 6, S. 45) zum Beschlusse
erhoben (ebenda, Nr. 7, S. 49) und sofort eine aus zwei
Mitgliedern des Curatoriums gebildete Controlcommission
bestellt.
Diese Commission hat die Abstempelung der in der
Sitzung des Curatoriums vom 17. Mai 1888 (Verwaltungs-
bericht für 1887, Chronik I, Nr. 4, S. 61) festgesetzten
100 Vorzugsdrucke zu überwachen, die Vernichtung
überschüssiger Drucke vorzunehmen und ein Protokoll
über den Vorgang niederzuschreiben. Die Abstempelung
geschieht in der Weise, dass jeder der von 1 bis 35 und
von 1 bis 65 numerirten Vorzugsdrucke mit einem seine
Abdruckgattung bezeichnenden Trockenstempel (1. Re-
marquedruck, 2. Künstlerdruck, 3. Vor-der-Schriftdruck)
innerhalb des Plattenrandes links unter dem Bildrande
verteilen wird.
8

HsäÄ!
loading ...